Test Monitor HP Omen 32
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FreeSync

Das Display verfügt über AMDs Anti-Tearing-Lösung FreeSync. Im OSD existiert allerdings keine Option, um diese zu aktivieren. Laut Handbuch muss dafür über das Schnellmenü die Option „Spiel“ aktiviert werden, was aber nicht funktioniert. Erst über das Einstellungsmenü der Grafikkarte lässt sich FreeSync aktivieren. Laut Radeon-Einstellungsmenü meldet das Display der Grafikkarte einen Bereich von 48-60 Hz, in dem FreeSync arbeiten kann.

Hp Omen 32 Monitor Freesync
Die Bandbreite für FreeSync beträgt nur 12 Hz

Das ist nur eine Bandbreite von 12 Hz, was uns direkt nicht allzu hoffnungsvoll stimmte. Tatsächlich wird das eingelöst, was uns die Grafikkarte verraten hat. In dem genannten Gültigkeitsbereich wird Tearing mehr schlecht als recht unterbunden. Bei Aktualisierungsraten unterhalb von 48 Hz ist schlussendlich auch Tearing nicht mehr das Problem, sondern das extrem unscharfe bewegte Bild, das durch das aufkommende Stuttering noch ein schreckliches Ruckeln zeigt. Das möchte sich niemand antun, weshalb man schnell zu niedrigeren Settings greifen wird. Das Spiel Titanfall ist für das Display in Sachen Tearing dann doch eine Nummer zu groß. Ob FreeSync nun eingeschaltet ist oder nicht, macht keinen Unterschied, da der ungeliebte Zeilenversatz sich nicht eliminieren lässt. Dass das auch anders geht und FreeSync selbst in diesem Spiel funktioniert, wurde erst durch den Samsung C24FG70FQU unter Beweis gestellt.

Die beste Möglichkeit, mit dem Omen by HP 32 zu spielen, besteht im Zuspielen höherer Frameraten, denn das Display kann bis zu 75 Hz ausgeben. So kann FreeSync zwar nicht mehr greifen, doch das Bild zeigt sich etwas klarer und bewegte Bildanteile etwas weniger verschmiert. Dafür muss aber zusätzlich der Overdrive auf „Am schnellsten“ gestellt werden. Das ist auf jeden Fall mehr wert und lässt den zeitweisen Zeilenversatz verschmerzen.

Insgesamt kann der Omen im Spielbetrieb nicht überzeugen und ist dafür auch nicht zu empfehlen.

Sound

Das Display verfügt über keine Lautsprecher.

DVD und Video

Entertainment-Geräte wie BD-Player, Spielekonsolen und HD-Receiver können direkt an die zwei HDMI-Schnittstellen angeschlossen werden. Für den Ton müssen allerdings externe Geräte herhalten, da weder Lautsprecher existieren noch Kopfhörer angeschlossen werden können.

Außerhalb des Hauptmenüs ist das „Schnellmenü“ mit der Option „Film“ zu finden. Der Modus unterscheidet sich von den Werkseinstellungen ein wenig und präsentiert sich mit einer reduzierten Helligkeit, einem leicht gesenkten Kontrast und einer minimalen Schärfeanhebung. Außerdem sind bei diesem Modus die Farbtemperatur und der dynamische Kontrast gesperrt, was die Konfiguration unflexibler macht.

Obwohl die Farbtemperatur im unkalibrierten Zustand nahezu die gleiche Farbtemperatur wie im Modus „Text“ und „Film“ aufweist, zeigt sich der Filmmodus bei der Darstellung von Grüntönen sehr blaustichig, was sehr unnatürlich wirkt. Aus diesem Grund sollte der Omen by HP 32 besser in den Werkseinstellungen im Modus „Text“ belassen werden. Einzig die Helligkeit sollte etwas reduziert werden. Ansonsten lebt das Display von der guten Schwarzdarstellung und zeigt auch schon im unkalibrierten Zustand ein gutes Bild mit natürlichen Farben.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Zwar existiert im OSD-Menü keine Möglichkeit der Wahl des Bildformats, doch werden HD- und Full-HD-Material richtig erkannt und bildschirmfüllend angezeigt. Auch SD-Material wird folgerichtig auf die volle Panel-Höhe skaliert und mit Balken links und rechts seitengerecht angezeigt.

Im Handbuch ist kein Hinweis zu finden, ob Interlaced-Material angenommen wird. Wir spielten dem Omen per HDTV-Receiver Signale in 1080i zu, was sich als völlig unproblematisch herausstellte. Bei Zuspielung von Halbbildfolgen mit der in Europa üblichen 2:2-Kandenz (PAL-Signal) und 3:2-Kandenz (NTSC-Signal) werden nur jene im 2:2-Rhythmus richtig erkannt. Signale im 3:2-Rhythmus werden als Videomaterial interpretiert und einfach hochskaliert, was sich durch eine starke Kammbildung und einen auffälligen Moiré-Effekt äußert. Daher sollte man dem Display nach Möglichkeit Vollbilder zuspielen.

Durch den Videoprozessor „iScan VP50“ lassen sich verschiedene Ausgabefrequenzen zuspielen und anhand eines durch das Bild laufenden Balkens beurteilen, ob Judder entsteht. Hier werden einzig die Frequenzen 48 oder 60 Hz akzeptiert, wovon nur 60 Hz keinen Judder anzeigt. Bei 24 Hz bleibt der Bildschirm schwarz und es erscheint ein Hinweis, dass das Signal außerhalb des Gültigkeitsbereichs liegt. Am Computer werden zusätzlich noch 75 Hz angenommen, aber auch hier läuft der Testbalken nicht ruhig über das Display.

Hp Omen 32 Monitor 24hz
Bei 24 Hz bleibt der Bildschirm schwarz

Overscan

Der Overscan ist über „Bildsteuerung -> Anzeigeüberlauf“ zu erreichen. Warum allerdings an den Seiten jeweils 100 Pixel und in der Höhe jeweils 55 Pixel abgeschnitten werden, ist unverständlich und eindeutig zu viel.

Farbmodelle und Signallevel

Der Omen by HP 32 verarbeitet am HDMI-Eingang nur digitale RGB-Signale. YCbCr-Signale werden mit falschen poppigen Farben angezeigt. Es existiert auch keine Auswahl des Farbmodells im OSD-Menü. Verfügt der Player auch nicht über diese Funktion, ist es gar nicht möglich, einen Film anzuschauen, und man ist auf den Computer angewiesen. Das eingehende Signal wird mit dem vollen Dynamikbereich (PC-Level, Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 0-255) ausgegeben. Daraus ergibt sich eine flaue Darstellung der Bildinhalte, weil es nicht geeignet gespreizt wird. Im OSD-Menü existiert zwar die Einstellungsebene „Videostufe“, die auch mit „Eingeschränkte Reichweite (16-235)“ auszuwählen ist, aber das Bild ändert sich nur marginal, wenn diese Stufe aktiviert ist.

7 KOMMENTARE

  1. Ich finde den Part mit dem Rand von bis zu 100 pixel seltsam. Das macht mein Modell nicht. Das klingt für mich nach typischem HDMI Problem (ist halt TV-Mist und kein echtes PC Format); dafür gibt es in den AMD Treibern die Option „Over- / Underscan“, dort auf 0 Stellen und die Ränder sind weg.
    Mir ist aber schon aufgefallen, dass der Monitor manche Funktionen nur mit Displayportanbindung aktiviert. Wurde für den Test der Monitor mit HDMI betrieben würde mich das Abschneiden also nicht wundern. Ich spiele selbst diverse Games, u.a. Project Cars, und kann kein Tearing feststellen.
    Mein einziger Kritikpunkt ist gelegentliches „flackern“ im Browser. Warum es nur dort auftritt ist mir jedoch noch Rätselhaft.

    • Hallo Shin,

      der Test ist nun schon sehr lange her und da war Freesync noch in den Kinderschuhen. Glaub mir, zu dieser Zeit hat die Synchronisation nur sehr schlecht, bis überhaupt nicht funktioniert und war meiner Meinung nach komplette Glückssache. Mittlerweile gibt es treibertechnisch keine Probleme mehr.

      Viele Grüße
      Oliver

    • Du klickst im Inhaltsverzeichnis auf Sound und voilà dort steht kurz und knapp, dass er keine hat. Sorry aber erst einmal den Test lesen und dann fragen.

  2. Damit Freesync mit 48-75 Hz läuft muss neben der Monitoreinstellung „Spiel“ auch noch in Windows unter „erweiterte Anzeigeeinstellung–>Adaptereigenschaften anzeigen–>Monitor“ auf 75 Hz umgestellt werden. Die 48-75 Hz werden dann auch unter den Radeon Einstellungen korrekt angezeigt.

    Als einziges schnelles Spiel habe ich mit diesem Monitor bisher Shadow Warrior 2 intensiv gespielt und Tearing ist mir dabei nur im Vorspann, der auf 30 FPS gelocked ist, begegnet.

  3. Hallo JJJT,

    ich bin der Testredakteur dieses Tests. Mir hat die Grafikkarte die Range angezeigt (siehe Bild „Subjektive Beurteilung“ -> „Freesync“. Darauf verlasse ich mich natürlich nicht komplett, sondern beurteile das ganze noch aktiv, während des Spiels. Die Spiele die ich dafür benutze sind allerdings auch eine echte Probe für das Tool, da „Project Cars“ und „Titanfall“ extremes Tearing produzieren. Bei „Titanfall“ versagte Freesync komplett, während bei „Project Cars“ nur bedingt ein Effekt beobachtet werden konnte, und zwar nur in der genannten Range.
    Wir können natürlich auch nicht mit jedem Spiel testen, sondern stellen den „Worst Case“ her. Damit kam Freesync eben nicht zurecht. Bei welchem Spiel konnte das Tool denn selbst bei 75Hz Tearing vermeiden?

    Viele Grüße
    Oliver

  4. Erstmal vielen Dank für den Test.

    Ich habe mir den Bildschirm jetzt gekauft und mein Exemplar kann Freesync zwischen 48Hz und 75 Hz.
    Der Kritikpunkt der kleinen Freesync-Range kann ich also nicht nachvollziehen. Hattet ihr ein defektes Modell, oder ist beim Test etwas schief gelaufen?

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