Test Monitor Iiyama ProLite X2472HD
9/9

0
698

Tonwertumfang

Ein weiterer wichtiger Punkt, der bei der Zuspielung von Videoinhalten beachtet werden muss, ist der korrekte Tonwertebereich. Im Videobereich ist nämlich leider immer noch die (aus heutiger Sicht sinnlose) Beschneidung des RGB-Wertebereichs auf Tonwerte von 16-235 üblich; viele Zuspielgeräte (z.B. auch der im Test verwendete Sony S370) können nur das beschnittene Signal ausgeben. Geht der verwendete Monitor jedoch von dem im PC-Bereich üblichen (und sinnvollem) vollständigem Wertebereich von 0-255 aus, so führt diese Kombination zu einem äußerst schlechtem Schwarzwert und Kontrast, da die 16 dunkelsten und die 16 hellsten Graustufen des Monitors ungenutzt bleiben.

Der Iiyama X2472HD löst dieses Problem, wie im Übrigen die meisten Monitore, auf sinnvolle Art und Weise: Liegt das Eingangssignal im RGB-Farbmodell (vor allem im PC-Bereich üblich) vor, so geht er sinnvollerweise vom vollständigen Tonwerteumfang von 0-255 aus. Erfolgt die Zuspielung hingegen im YCbCr-Farbmodell (vor allem im AV-Bereich gebräuchlich), so geht er vom beschnittenen Tonwerteumfang 16-235 aus. Bei entsprechender Einstellung des Zuspielers ist also die Darstellung bei korrektem Videolevel möglich.

Zum Vergleich wurde dem X2472HD das Menü des Blu-ray Players Sony S370 einmal im YCbCr-Farbmodell und einmal im RGB-Farbmodell (jeweils mit beschnittenem Tonwertumfang) zugespielt und das resultierende Bild bei identischer Kameraeinstellung abfotografiert. So ist der abweichende Schwarzwert deutlich sichtbar:

Iiyama Prolite X2472hd Monitor Videolevel1
Iiyama Prolite X2472hd Monitor Videolevel2
Beide Bilder wurden im beschnittenen Tonwertumfang zugespielt, das linke im YCbCr-Farbmodell und das rechte im RGB-Farbmodell.

Fazit

In der Preisklasse des X2472HD kann man von keinem Monitor erwarten, alles zu können. Ein Preis von etwa 200,00 € kann nicht erreicht werden, ohne in manchen Bereichen kleinere oder größere Abstriche zu machen. Das macht die Endbewertung besonders schwierig. Abhängig vom vorgesehenen Einsatzzweck kann ein bestimmtes Gerät vollkommen genügen oder nahezu untauglich sein. Daher orientiert sich die Endbewertung weniger an der absoluten Leistungsfähigkeit des Testgeräts, sondern vielmehr daran, ob sein Konzept sinnvoll und in sich stimmig (auch in Relation zum Verkaufspreis) umgesetzt wurde. Dazu werden die üblichen Einsatzzwecke eines Monitors nochmals im Überblick abgeklopft.

Für die Grafikbearbeitung ist der X2472HD in der Werkseinstellung untauglich, da die werksseitige Darstellung nicht neutral genug ist. Auch nach einer Kalibrierung kann der Monitor hier nur eingeschränkt empfohlen werden, da insbesondere die Farbraumabdeckung doch recht gering ausfällt. Nur wer kalibriert schon ein Gerät dieser Preisklasse?

Das Surfen im Internet, Textverarbeitung und andere Büroaufgaben gehören gewissermaßen zum kleinen Einmaleins von Monitoren und werden von diesem dementsprechend auch in den meisten Fällen ordentlich gemeistert. Auch der X2472HD enttäuscht hier nicht: Durch die große Bildschirmfläche ist entspanntes Arbeiten auch über längere Zeit möglich. Der Stromverbrauch fällt dabei erfreulich gering aus. Im Bürobetrieb würde man sich jedoch oftmals eine bessere Entspiegelung des Displays und mehr ergonomische Funktionen wünschen.

Als hauptsächliches Spieledisplay ist der X2472HD ungeeignet – die sogar für VA-Verhältnisse langen Schaltzeiten mögen für gelegentliche Spiele zwischendurch gerade noch in Ordnung gehen, sobald es etwas schneller zur Sache geht, liegen die auftretenden Schlieren aber eindeutig über der Schmerzgrenze.

Auch bei Videos können die langen Reaktionszeiten bei Kameraschwenks und schnelleren Szenen den Genuss beeinträchtigen. In fast allen anderen Punkten, insbesondere beim sehr guten Kontrastverhältnis, überzeugt der X2472HD jedoch auf diesem Gebiet, sodass das Filmeschauen durchaus Spaß machen kann.

Die Kombination aus VA-Panel und LED-Backlight hat durchaus Potential, welches der X2472HD auch an einigen Stellen aufblitzen lässt. Insgesamt wirkt das Konzept aber noch etwas unausgegoren, sodass es in vielen anderen Bereichen noch Nachholbedarf im Vergleich zu den etablierten Konkurrenten mit TN-Panel gibt. Momentan scheinen Modelle mit e-IPS und LED Hintergrundbeleuchtung den Kopf vorne zu haben.

Der Preis erscheint aufgrund der gebotenen Leistung angemessen.

Bewertung

Bildstabilität:
(digital)
(analog)
Blickwinkelabhängigkeit:
Kontrasthöhe:
Farbraum:
Subjektiver Bildeindruck:
Graustufenauflösung:
Helligkeitsverteilung:
Interpoliertes Bild:
Gehäuseverarbeitung/Mechanik:
Bedienung/OSD:
Geeignet für Gelegenheitsspieler:
Geeignet für Hardcorespieler:
Geeignet für DVD/Video:
/
Preis [incl. MWSt. in Euro]: Keine Angaben
3.3

(BEFRIEDIGEND)

Technische Spezifikationen: Iiyama ProLite X2472HD

Wenn Sie unserem Redakteur Fragen zu diesem Test stellen möchten, tun Sie dies bitte in folgendem Beitrag innerhalb unseres Forums. Wir versuchen Ihre Fragen so schnell wie möglich zu beantworten.

Gefällt Ihnen dieser Beitrag ?

100%
gefällt es

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!