Test Monitor LG 31MU97-B
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True Color Pro

Hardwarekalibration

True Color Pro lag zum Testzeitpunkt in der nur unter Windows lauffähigen Version 3.3.9 vor. Inzwischen werden fast alle gängigen Messgeräte von Datacolor und X-Rite unterstützt. Das gilt auch für das beliebte i1 Pro – obwohl Handbuch und Statusmeldungen stets nur auf das Nachfolgemodell i1 Pro 2 hinweisen. Tatsächlich wird die neue Sonde aber im Kompatibilitätsmodus über den alten Treiber angesprochen. Darüber hinaus bietet LG ein eigenes präzises Messgerät (ACB8300) an, das mit einem Sensor der MAZeT GmbH aus Jena arbeitet und natürlich ebenfalls verwendet werden kann.

Der Startbildschirm offeriert alle wichtigen Einstellungen. In der Standardeinstellung entscheidet sich der Benutzer für sRGB- oder AdobeRGB-Emulation und legt die gewünschte Leuchtdichte fest. Weitergehende Vorgaben sind nach Auswahl des Kalibrierungsziels Benutzer möglich.

In einer farbmanagementfähigen Umgebung wird man meist auf Basis des nativen Monitorfarbraums arbeiten wollen. Das maximiert die Flexibilität und ist im Unterschied zu DELLs Color Calibration Solution auch nicht mit empfindlichen Einschränkungen – hier verbleibt als Einstellung nur noch die gewünschte Leuchtdichte – hinsichtlich der weiteren Kalibrationsparameter verbunden.

Der Weißpunkt wird über seine Farbtemperatur in Kelvin – korrespondierend zur Tageslichtkurve – und seine Leuchtdichte festgelegt. Als Tonwertkurve können ausschließlich Gamma-Gradationen (1.8 – 2.6) ausgewählt werden. Wir vermissen hier mindestens noch die sRGB-Charakteristik.

True Color Pro erzeugt Matrix- und LUT-Profile in den Versionen v2 und v4. Das Ergebnis von Kalibration und Profilierung kann mit einer Profilvalidierung überprüft werden.

Die Ergebnisse der Hardwarekalibration überzeugen. Das war beim Test des LG 27EA83-D noch ganz anders. Instabilitäten und teils erheblichen Abweichungen machten uns hier das Leben schwer und verhinderten eine bessere Bewertung. Ein direkter Vergleich mit den ausgewachsenen Lösungen der etablierten Grafikmonitore wäre dennoch nicht fair. Immerhin liegen die Koreaner nun aber auf Augenhöhe mit anderen Umsetzungen im Prosumer-Bereich – und unterstützen dabei deutlich mehr Messgeräte.

Lg 31mu97 B Monitor Tcp1
Lg 31mu97 B Monitor Tcp2
Lg 31mu97 B Monitor Tcp3
True Color Pro.

Farbraumemulation

Während der Zieldefinition kann der zu simulierende Farbumfang durch Voreinstellungen, Profildaten oder Eingabe der xy-Normfarbwertanteile für die Primärfarben festgelegt werden. Die notwendige Farbraumtransformation wird durch die Bildschirmlogik berechnet. Ein definiertes Gamut-Mapping findet nicht statt.

Bei der Emulation von Farbräumen, die außerhalb des Bildschirmfarbraums liegen, kommt es also zu erhöhten Abweichungen auch von In-Gamut-Farben. Weißpunkt, Graubalance und Tonwertkurve werden durch die anschließende Kalibration optimiert.

Lg 31mu97 B Monitor Tcp4
 

Nachfolgend haben wir die Farbraumemulation aus True Color Pro heraus für die Simulation von sRGB und AdobeRGB genutzt. Die Messungen gegen den jeweiligen Arbeitsfarbraum werden ohne Farbmanagement durchgeführt. Ein CMM kommt also nicht zum Einsatz.

Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB

Lg 31mu97 B Monitor Srgb Emu
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich der AdobeRGB-Emulation mit AdobeRGB

Lg 31mu97 B Monitor Argb Emu
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Die Ergebnisse sind solide, selbst wenn die Abweichungen in den Tiefen im Rahmen der sRGB-Emulation bei Einhaltung der normativen Tonwertkurve noch geringer ausfallen würden. Trotzdem ist auch so eine definierte Darstellung abseits von Abläufen auf Basis von ICC-Profilen möglich.

Korrektur für Colorimeter

Colorimeter sollten aufgrund ihrer Eigenschaften – die Spektralwertkurven des Normalbeobachters werden über die Kombination aus realen Filtern und Empfänger(n) nur in Annäherung nachgestellt – im Hinblick auf das vom konkreten Monitor emittierte Spektrum korrigiert werden.

True Color Pro greift für das i1 Display Pro auf die spektralen Bildschirm-Charakterisierungen (EDR) von X-Rite zurück. Im Falle des LG 31MU97-B wird allerdings unverständlicherweise der Datensatz für Bildschirme mit W-LED-Hintergrundbeleuchtung gewählt.

Aufgrund der günstigen Filtercharakteristik des Messgerätes ist das Ergebnis dennoch nicht verheerend: Die Weißpunkt-Abweichung in Bezug auf das von uns eingesetzte i1 Pro liegt bei dE = 3.7. In Anbetracht der Tatsachen, dass auch diese Sonde keine ideale absolute Referenz ist und dass die Charakterisierungsdaten generischer Natur sind, liegt das durchaus im Rahmen.

1 KOMMENTAR

  1. Sehr schön, endlich geht es mit der stockenden Monitorentwicklung, jenseits von WQHD/WQXGA, richtig voran :-).

    Weiter so!

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