Test Monitor LG 31MU97-B
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OSD

Das OSD gliedert sich in fünf Hauptmenüpunkte und wurde in seiner Struktur gegenüber früheren Ausführungen deutlich verbessert. Eine vorgelagerte Menüebene gewährt Direktzugriff auf die verschiedenen Bildmodi und die Bild im Bild Funktionen.

Über den obligatorischen Helligkeitsregler wird die Intensität der Hintergrundbeleuchtung verändert. Ein separater Kontrastregler beeinflusst den Weißpegel. Der Weißpunkt kann im Farbmodus Custom über Voreinstellungen in Kelvin oder drei RGB-Gain-Regler angepasst werden. Nur hier steht auch ein Gamma-Regler zur Verfügung, der einen Wechsel zwischen vier Gamma-Tonwertkurven (2.0 – 2.6) erlaubt.

Drei Skalierungseinstellungen erlauben die seitengerechte, flächenfüllende und unskalierte Anzeige eingehender Signale. Die Darstellung kann über zwei Schärferegler weiter abgestimmt werden. Bei Verwendung des HDMI-Eingangs ist es zudem möglich, den Dynamikumfang der Quelle zu berücksichtigen.

Hinter den Menüpunkten Digital Fine Contrast und Super Energy Saving verbergen sich dynamische Kontrastregelungen, die die Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung bildinhaltsabhängig verändern. Für eine stabile und definierte Farbreproduktion sollte man auf ihren Einsatz verzichten.

Weitere Einstellungen umfassen die Auswahl der Menüsprache und die Steuerung der Bild-im-Bild-Funktion. Die Pixelbeschleunigung (Overdrive) kann abgeschaltet oder in drei Stufen angepasst werden.

Lg 31mu97 B Monitor Osd1
Lg 31mu97 B Monitor Osd2
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Das Menü des LG 31MU97-B.

Bildqualität und Signalverarbeitung

Allgemein

Als Panelproduzent greift LG natürlich auf ein LCD-Modul aus eigenem Haus zurück. Bei dem im 31MU97-B verbauten LM310UH1 handelt es sich um eine 31-Zoll große AH-IPS Variante mit GB-r-LED-Hintergrundbeleuchtung. Sie basiert auf grünen und blauen LEDs, die mit einer roten Beschichtung versehen wurden. Der in Kombination mit den Farbfiltern erzielte Farbumfang geht dabei deutlich über den von einfachen W-LED-Implementierungen hinaus.

Lg 31mu97 B Monitor Spektrum
Emissionsspektrum Weiß (i1 Pro; optischer Bandpass: 10nm)

Eine 14bit LUT weckt in Kombination mit 10bit LVDS-Schnittstellen samt entsprechenden Paneltreibern hohe Erwartungen an die Farbreproduktion. Der LG 31MU97-B kann sie größtenteils erfüllen. Ein kleiner Wermutstropfen sind minimale Farbabrisse in den Tiefen. Sie treten bereits in der Werkseinstellung auf und variieren abhängig von Farbmodus oder Kalibrationsziel – ohne je ganz zu verschwinden. Die Darstellung ist visuell und messtechnisch dennoch stets neutral.

Über die DisplayPort-Eingänge können Signale mit 10bit pro Farbkanal zugespielt werden. Dies erfordert eine Unterstützung durch Grafikkarte, Betriebssystem, Treiber und Anwendung und ist derzeit noch auf wenige Konstellationen beschränkt. Adobe Photoshop hat in aktueller Version mit einer entsprechenden Anzeige keine Probleme. Die HDMI-Eingänge sind grundsätzlich ebenfalls nicht farbtiefenlimitiert, die geringere Bandbreite zwingt aber zu Kompromissen hinsichtlich Auflösung oder Bildwiederholfrequenz.

Lg 31mu97 B Monitor Grauverlauf
Testbild um Grauverläufe zu überprüfen.

Die subjektive Bildqualität überzeugt. Der LG 31MU97-B kann hier durch seine neutrale Wiedergabe und seine hohe Blickwinkelstabilität punkten. Die leichten Schwächen im Tonwertumfang fallen in realen Anwendungen kaum ins Gewicht. Mit der parametrierbaren Overdrive-Funktion lassen sich unschöne Bewegungsartefakte vermeiden.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Lg 31mu97 B Monitor Coating
Lg 31mu97 B Monitor Refcoat
Das Coating des LG 31MU97-B (linkes Foto).nn

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der LG 31MU97-B besitzt eine stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion. Starke Körnungs- bzw. Glitzereffekte bleiben damit aus.

4K im Alltagsbetrieb

Im Gegensatz zu frühen Ultra-HD-Monitoren kann der LG 31MU97-B in seiner nativen Auflösung von 4096 x 2160 Pixeln mit vollen 60 Hz im SST-Modus (Single-Stream-Transport) betrieben werden. Damit handelt es sich nun auch aus Sicht der Grafikkarte um einen Monitor.

Im MST-Modus (Multi-Stream-Transport) werden logisch dagegen zwei Monitore mit halbierter horizontaler Auflösung angesteuert – eine zumindest potentielle Problemquelle. Die Verbindung per HDMI ist in dieser Auflösung auf 30 Hz beschränkt. Schon das simple Interagieren auf dem Desktop unterliegt dann starken Einschränkungen: Mauszeiger und Fensterinhalte ruckeln sichtbar über den Schirm.

Von der hohen Pixeldichte profitiert vor allem die Schriftdarstellung. Mit der in den Anzeigeeinstellungen von Windows veränderbaren DPI-Standardeinstellung von 100% werden Symbole und Schriften freilich sehr klein dargestellt. Das Arbeiten kann so, abhängig von Benutzer und Sichtabstand, recht anstrengend sein – auch wenn viel Platz auf dem Desktop garantiert ist.

Einen guten Kompromiss stellt die Einstellung 125% dar. Sie legt rechnerisch einen Bildschirm mit 120 ppi zugrunde. Unter Windows 8.1 kann die Skalierung geräteindividuell definiert werden. Die Darstellung verschiedener Bildschirme im Parallelbetrieb lässt sich so bequem angleichen. Wie gut die UI-Skalierung funktioniert, ist am Ende aber von den konkreten Anwendungen abhängig.

1 KOMMENTAR

  1. Sehr schön, endlich geht es mit der stockenden Monitorentwicklung, jenseits von WQHD/WQXGA, richtig voran :-).

    Weiter so!

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