Test Monitor LG 38UC99-W
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In puncto Gaming ist der LG 38UC99 ganz klar als Allrounder ausgelegt, der aber zumindest Gelegenheitsspieler auch auf ihre Kosten bringt. Vor allem das riesige Sichtfeld kann wirklich begeistern. Wenn Gaming im Vordergrund steht, hat LG mit dem 34UC79G ein anderes Gerät im Angebot, das auch eine 144-Hz-Bildwiederholrate erlaubt.

Vorbehaltlos begeistern kann der LG 38UC99 immer dann, wenn eine möglichst große Sichtfläche auf EINEM Display gefragt ist. Zum Beispiel kann für Event- und Sportfotografen die riesige Übersicht in Lightroom einen enormen Tempovorteil bei der schnellen Bildauswahl bedeuten. Auch Liebhaber von Panoramabildern werden den LG 38UC99 lieben.

Lg 38uc99 W Monitor LR 1
Lg 38uc99 W Monitor LR 2
Enormer Platzgewinn in Lightroom: Links Rasteransicht, rechts Lupenansicht

Bei einem Preis von 1.495 EUR stellt sich allerdings die Frage, ob man alternativ nicht mit zwei 27-Zoll-WQHD-Displays günstiger und vielleicht sogar besser fährt. Das hängt auf jeden Fall sehr von den individuellen Anforderungen ab. Geht es nur um die Arbeit mit vielen Fenstern gleichzeitig, bringt ein Setup mit zwei Monitoren sogar noch etwas mehr Platz und ist evtl. sogar angenehmer im Handling. Wer dagegen maximale Bildfläche in einer Anwendung braucht oder wenig Stellfläche hat, kommt um den LG 38UC99 derzeit kaum herum.

Sound

Der LG 38UC99 hat ein integriertes Stereo-Lautsprechersystem mit 2 x 10 Watt, Rich-Bass-Technologie und Bluetooth Audio an Bord.

Lg 38uc99 W Monitor Lautsprecher
Lautsprecher

Tonsignale nimmt das Gerät somit nicht nur kabelgebunden via HDMI oder DisplayPort entgegen, sondern auch schnurlos via Bluetooth. Die Erkennung des Geräts am DisplayPort klappte auf Anhieb automatisch, und auch die Bluetooth-Koppelung mit einem iPhone war einfach und unkompliziert. Für die Tonausgabe kann alternativ auch der analoge Kopfhörerausgang verwendet werden.

Eine Tonausgabe per Bluetooth-Koppelung an entsprechende Kopfhörer oder Lautsprecher scheint nicht vorgesehen zu sein. Sie dient nur zur Entgegennahme von Tonsignalen.

Die Klangqualität bei den eingebauten Lautsprechern liegt zwar merklich über der Küchenradio-Qualität der üblicherweise präsentierten „Einbaulösungen“. Bauartbedingt fehlt es aber für ein uneingeschränktes Kino-Feeling und beim Gaming doch noch an Bass und Volumen. Für die Erfordernisse des PC-Alltags reichen sie dagegen voll und ganz. Designorientierte und weniger audiophile Käufer erhalten somit einen sehr aufgeräumten Schreibtisch ohne Zusatzlautsprecher.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des 38UC99 angeschlossen werden. Der Ton wird wahlweise an die integrierten Lautsprecher oder an den Kopfhörerausgang weitergeleitet.

Der 38UC99 bietet auch eine Voreinstellung für Filme (Bildmodus „Cinema“) an. Für die externe Zuspielung hat sie uns sehr gut gefallen. Für den Videotest am PC haben wir das Gerät aber in den kalibrierten Werkseinstellungen belassen.

In dieser Konfiguration und der Helligkeitseinstellung 36 haben wir ein HD-Video am PC betrachtet. Der 38UC99 zeigt dabei in puncto Farben, Kontrast und Schärfe ein gutes Bild in etwa auf dem Niveau von anderen IPS-Panels. Der Kontrast ist gut, lässt aber Wünsche offen. Begeistern kann der LG 38UC99 hier vor allem mit seinem gigantischen Sichtfeld, das durch das gewölbte Display besonders eindrucksvoll ist.

Die externe Zuspielung klappt immer dann sehr gut, wenn auch die Zuspieler technologisch auf neuestem Stand sind. Halbbildmaterial nimmt der LG 38UC99 nicht entgegen, eine analoge Bildversorgung fällt von vorneherein flach. BD-Spielfilme im 21:9-Format können mit der Seitenverhältnis-Option „Cinema 1“ von den schwarzen Balken befreit werden. Dann kommt man in den kinoreifen Genuss der vollen Display-Fläche.

Filme im 16:9-Format – also ohne schwarze Balken – werden am besten mit der Option „Original“ seitengerecht skaliert. Man kann dann zwar den Platz rechts und links nicht vollständig ausnutzen, erhält aber eine verzerrungsfreie Wiedergabe mit einem immer noch sehr großen Bild. Da die native Zeilenhöhe des LG 38UC99 (1600 Pixel) keinem gängigen Format entspricht, kann bei der Wiedergabe von Standard-BD-Filmen (Zeilenhöhe 1080 Pixel) nicht mit einem ganzzahligen Skalierungsfaktor gearbeitet werden (ca. 1,48). Dem LG 38UC99 gelingt das zwar trotzdem erstaunlich gut, das Ergebnis kann aber nie optimal sein.

Der LG 38UC99 bietet zusätzlich eine PiP-Funktion zur gleichzeitigen Darstellung zweier unterschiedlicher Signalquellen. Am HDMI-Eingang kann auch der Schwarzpegel angepasst werden.

In Summe ist der LG 38UC99 damit sehr gut für die Videobearbeitung und Wiedergabe am Windows-PC/Mac geeignet. Als Spezialist ist seine Tauglichkeit für die Wiedergabe von externen Playern, TV-Tunern, Spielekonsolen etc. aber sehr stark vom Zuspieler und dem zugespielten Material abhängig.

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