Test Monitor LG Flatron E2290V
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Bildschärfe

Die Schärfe kann zwischen den Werten null bis zehn verstellt werden. Voreingestellt ist der Wert fünf, der außer bei interpolierten Bildern auch die beste Wahl sein dürfte. Große Auswirkungen hat ein Verstellen aber nicht, es kann nur eine leichte Unschärfe oder eine leicht überschärfte Darstellung hervorgerufen werden.

Am Beispiel eines Ausschnittes eines Worddokumentes haben wir drei Einstellungen bildhaft dargestellt:

Lg Flatron E2290v Monitor Scharf0
Leicht unscharfe Bilddarstellung bei Schärfe 0.
Lg Flatron E2290v Monitor Scharf5
Werkseinstellung: Schärfe 5.
Lg Flatron E2290v Monitor Scharf5
Leicht überschärfte Anzeige bei Schärfe 10.

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Monitors wird im Wesentlichen von den Schaltzeiten, dem Beschleunigungsverhalten und der Latenzzeit bestimmt. Diese Einflussgrößen ermitteln wir mit Fotosensoren und einem Oszilloskop. Den E2290V haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DVI-Anschluss vermessen.

Schaltzeiten

Nach der älteren Norm ISO 13406-2 wird der Monitor von Schwarz zu Weiß umgeschaltet und wieder zurück. Die gemessenen Schaltzeiten zwischen 10 und 90 Prozent Helligkeit (rise + fall) werden addiert und als Bildaufbauzeit bezeichnet. Die aktuelle Norm ISO 9241-305 beschreibt die Bildaufbauzeit dagegen als mittlere Übergangszeit zwischen fünf verschiedenen Grauwerten hin und zurück. Vielfach wird die Bildaufbauzeit auch als Reaktionszeit oder Response Time bezeichnet.

Erläuterung der Darstellung: Die erste Messreihe enthält die Zeiten für einen Wechsel von Schwarz zu Grauwerten zwischen 30 % (RGB 77) und 100 % (RGB 255 = Weiß, ISO 13406-2). Diese Reihe beschreibt das Verhalten bei starken Kontrasten. Die zweite Messreihe enthält die Zeiten für einen Wechsel zwischen zwei Graustufen, deren RGB-Werte jeweils um 30 Prozent auseinander liegen. Diese Reihe beschreibt das Verhalten bei geringen Kontrasten.

Lg Flatron E2290v Monitor Schalt Sg Off
Lg Flatron E2290v Monitor Schalt Gg30 Off
Schaltzeiten mit RTC = off, links: schwarz-zu-grau; rechts: grau-zu-grau 30%
Lg Flatron E2290v Monitor Schalt Sg On
Lg Flatron E2290v Monitor Schalt Gg30 On
Schaltzeiten mit RTC = on, links: schwarz-zu-grau; rechts: grau-zu-grau 30%.

Der Hersteller nennt eine Reaktionszeit von 2 Millisekunden (GtG), das wäre auch für ein TN-Panel ein recht schneller Wert. Bei unseren Messungen erhalten wir allerdings wesentlich längere Zeiten: die gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) beträgt 25,1 Millisekunden ohne RTC und 7,8 Millisekunden mit aktivierter RTC-Option.

Ohne Overdrive ist die Anstiegszeit (Rise) sehr lang, nur bei den hellsten Graustufen verkürzt sie sich auf heute zu erwartende Werte. Die Abfallzeit steigt dagegen bei den helleren Grauwechseln und erreicht völlig unzeitgemäße Werte von 20 Millisekunden. Erst mit aktiviertem Overdrive stellen sich moderne Zeiten ein, vor allem weil die Anstiegszeiten drastisch verkürzt werden.

Overdrive

Jeder Helligkeitsstufe eines Bildpunktes ist eine ganz bestimmte Steuerspannung zugeordnet. Leider folgen die Pixel den Spannungsänderungen bei Helligkeitswechseln nur zögerlich, was bei schnell bewegten Bildern zu sichtbaren Qualitätseinbußen führen kann. Zur Beschleunigung der Wechsel kann man nun zunächst eine höhere Spannungsdifferenz anlegen als es dem Helligkeitsunterschied eigentlich entsprechen würde. Anschließend wird die Spannung korrigiert, um die Helligkeit auf den korrekten Zielwert zu bringen. Dieses Verfahren wird als Overdrive bezeichnet.

Lg Flatron E2290v Monitor Over Off
Lg Flatron E2290v Monitor Over On
Beschleunigungsverhalten beim Grauwechsel 70-40, links: RTC = off; rechts: RTC = on.

Wir untersuchen das Beschleunigungsverhalten mit einer Folge von je fünf helleren und dunkleren Bildern. Die beiden Charts zeigen den gemessenen (grün) und den idealen (grau) Helligkeitsverlauf für Grauwechsel zwischen 70 und 40 Prozent mit und ohne Overdrive-Option.

Das Beschleunigungsverhalten kann beim E2290V durch die Aktivierung der RTC-Option beeinflusst werden. Mit RTC = off erweist sich das Panel als ziemlich träge, für den Abschluss eines Helligkeitswechsels sind in der Regel zwei Frames nötig. Mit RTC = on wird vor allem die Anstiegszeit radikal verkürzt, dabei entstehen deutliche Überschwinger, die zum helleren Niveau hin besonders stark ausgeprägt sind. Die Zeit für den Abschluss eines Grauwechsels verlängert sich dadurch in den mittleren Graustufen auf drei Frames.

Latenzzeit

Neben kurzen Schaltzeiten, die für den schnellen Bildaufbau notwendig sind, ist vor allem die Latenzzeit (Verzögerung) eines Monitors von Bedeutung für das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Input Lag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input Lag Testverfahrens“). Wir messen zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens (10 Prozent der Endhelligkeit). Zu diesem Wert addieren wir noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück).

Erläuterung der Darstellung: Die Verzögerungszeit des LCD ergibt sich als die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal (rot) und dem Aufleuchten des Pixels (10%-Schwelle, grüne Kurve).

Lg Flatron E2290v Monitor Latenz
Die Verzögerungszeit ist kurz.

Beim E2290V messen wir eine sehr kurze Verzögerungszeit von nur 2,0 Millisekunden. Zusammen mit der halben mittleren Bildaufbauzeit von 3,9 Millisekunden (RTC = on) liegt die mittlere Gesamtlatenz somit bei nur 5,9 Millisekunden. Eine Bildzwischenspeicherung erfolgt in beiden RTC-Einstellungen ganz offensichtlich nicht.

Subjektive Bewertung

Es konnten weder in Spielen noch in Filmen negative Effekte beobachtet werden, der Monitor eignet sich daher sowohl für Gelegenheits- als auch für Hardcorespieler. Letztere Gruppe würde sich aber wahrscheinlich über bessere Einstellungen bei der Interpolation freuen.

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