Test Monitor Philips 231P4QRYES
3/5

0
486

Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität

Philips 231p4qryes Monitor Ausleucht
Philips 231p4qryes Monitor Homogen
Messwerte des weißen Testbilds; links: Helligkeitsverteilung, rechts: Farbhomogenität.

Die Helligkeitsverteilung ist sehr gut, der Mittelwert liegt bei hervorragenden 99 Prozent. Nur die Ecke oben rechts lässt ein wenig nach, doch der Abstand zur Wahrnehmungsgrenze von 20 Prozent ist noch recht groß.

Bei der Homogenität sieht es nicht ganz so gut aus. Das maximale deltaE von 5,7 ist enttäuschend hoch, der Mittelwert von 2,1 ist für ein Consumergerät befriedigend. Die größten Farbabweichungen innerhalb des weißen Testbilds finden wir oben links, auch mit bloßem Auge fallen sie schon auf.

Blickwinkel

Philips 231p4qryes Monitor Blickwinkel
Horizontale und vertikale Blickwinkel.

Das Foto zeigt den Bildschirm des 231P4QRYES bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 75 Grad und vertikalen von +60 und -45 Grad. Seitlich und auch von oben und unten gesehen bleibt die Bilddarstellung stabil. Hier spielt der Philips-Monitor den Vorteil seines IPS-Panel aus.

Der Weißpunkt bleibt sowohl horizontal als auch vertikal ziemlich konstant, Farbverschiebungen treten kaum auf. IPS-typisch sinkt der Bildkontrast bei diagonaler Betrachtung etwas stärker ab, zudem kommt es dann zu violetten Aufhellungen bei schwarzen Bildinhalten. Insgesamt liefert der 231P4QRYES eine deutlich bessere Blickwinkelabhängigkeit als Geräte mit TN-Panel.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert.

Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden ein X-rite i1 Display Pro Colorimeter und ein X-rite i1 Pro Spektrofotometer eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Philips 231p4qryes Monitor Srgb 1
Philips 231p4qryes Monitor Srgb 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums (Erläuterung der 3D Ansichten).

Bei der Abdeckung des sRGB-Farbraums erleben wir eine kleine Überraschung: der 231P4QRYES erreicht ein sehr gutes Ergebnis von 98,2 Prozent. Für ein Consumergerät ist dieser Wert hervorragend, die Fotoamateure wird es freuen.

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: DeltaE Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, DeltaC Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Vergleich des sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Nach dem Reset befindet sich der Monitor in der Farbeinstellung 6500K, der Gammaregler zeigt den Wert 2,2. Im OSD finden wir auch eine sRGB-Einstellung, diese haben wir dann für die Untersuchung der Farbwiedergabe verwendet.

Philips 231p4qryes Monitor Werk Srgb
Farbwiedergabe in des sRGB-Modus.

Wie so oft ist die Farbstimmung in der werksmäßigen sRGB-Einstellung mit gut 7100K recht kühl. Die Abweichungen bei den Primärfarben sind teils klein und teils groß, bei den Sekundärfarben durchgehend groß. Bei den Graustufen steigt die Farbtemperatur meist sogar auf 8000K an, somit sehen wir auch hier große deltaC-Werte. Die Gammakurve verläuft um rund 0,2 zu hoch mit einem steilen Anstieg bei den sehr hellen Werten.

Grafik- und Fotoamateure werden vor allem die sehr gute Farbraumabdeckung schätzen, die Blaulastigkeit und der nicht normgerechte Gammaverlauf müssen allerdings im vordefinierten sRGB-Modus hingenommen werden. Insbesondere die Graubalance mit einem durchschnittlichen Wert von 3,84 und einer Range von 5,54 disqualifizieren den Monitor in diesem voreingestellten Modus für die Bildbearbeitung.

Allen Änderungen einzelner Parameter widersetzt sich der sRGB-Modus hartnäckig, leider zählt dazu auch der voll aufgedrehte Helligkeitsregler. Stets will das OSD auf die Standardeinstellung 6500K zurückschalten, die sich schließlich als die ohnehin bessere Wahl entpuppt: mit auf 2,0 abgesenktem Gamma erfüllt sie die sRGB-Vorgaben besser als das eigentliche sRGB-Profil.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Der sRGB-Modus konnte nicht überzeugen und so überprüfen wir den Standard-Modus, sozusagen so wie das Gerät aus dem Karton kommt.

Philips 231p4qryes Monitor Werk 6500k
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung.

Die Ergebnisse machen schon auf den ersten Blick einen besseren Eindruck. Die Primär- und Sekundärfarben werden sichtbar optimiert dargestellt und auch die Graubalance erzielt mit einem durchschnittlichen DeltaC von 1,2 und einer Range von 1,8 gute Werte. Mit diesen Ergebnissen lässt sich mit dem Monitor auch ohne Kalibrierung gut im sRGB-Farbraum arbeiten. Zudem kann die Helligkeit, anders als im sRGB-Modus, problemlos reduziert werden.

Das Fazit lautet: alles so belassen wie Philips den Monitor im Auslieferungszustand anbietet und Hände weg vom sRGB-Modus.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des kalibrierten Monitors mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Durch die Kalibrierung und Profilierung wird eine möglichst hohe Neutralität und Linearität der Farbwiedergabe erreicht. Farbechtheit (im Rahmen der Monitorgrenzen) wird erst im Zusammenspiel mit farbmanagementfähiger Software erreicht.

Philips 231p4qryes Monitor Kal
Farbwiedergabe nach der Kalibrierung.

Nach der Kalibrierung mit iColor und dem i1 Display Pro mit White-LED-Korrektur hält der 231P4QRYES die Vorgabewerte sehr gut ein. Alle Messgrößen liegen jetzt sehr nah an der sRGB-Spezifikation, selbst der typische Ausreißer bei Blau ist hier vergleichsweise klein. Umso bedauerlicher, dass die Philips-Ingenieure sich mit dem monitoreigenen sRGB-Profil so wenig Mühe gemacht haben.

Kombiniert mit der sehr guten Blickwinkelstabilität des IPS-Panels ist die Farbwiedergabe beeindruckend gut. Die Anschaffung eines Colorimeters lohnt sich zum Beispiel für den Hobbyfotografen mit Schwarz-Weiß-Ambitionen sehr.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!