Test Projektoren & Beamer BenQ W1000+
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Helligkeitsverteilung und Ausleuchtung

Wir untersuchen die Helligkeitsverteilung und die Bildhomogenität mit einem weißen Testbild, das an 15 Punkten vermessen wird. Wir messen also etwas detaillierter als beim ANSI-Verfahren mit nur 9 Punkten.

Aus den Messwerten berechnen wir die Helligkeitsverteilung und das DeltaC in Prozent, bezogen auf den Wert in der Bildmitte. Die Wahrnehmungsgrenze für Helligkeitsabweichungen liegt bei etwa 20 Prozent. Als Ausleuchtung wird das Verhältnis des Messwerts mit der größten Abweichung zum Wert in der Bildmitte bezeichnet. DeltaC ist ein Maß für die Buntheitsdifferenz, die Wahrnehmungsschwelle ist schon bei etwa 0,5 erreicht. Bei Werten oberhalb von 4 ist mit größeren Farbstichen zu rechnen.

Die gemessene mittlere Helligkeit liegt bei 85 Prozent relativ zur Bildmitte. Die größte Abweichung tritt in der oberen linken Ecke des Bildes auf, mit -30 Prozent wohl eher ein Ausreißer. Genau gegenüber liegt mit +15 Prozent leider ein zweiter Extremwert. Die nominelle Ausleuchtung beträgt somit (schlechte) 70 Prozent, eine Herstellerangabe liegt uns nicht vor. Die Homogenität kann ebenfalls nicht überzeugen: bei einem mittlerer Wert von 2,1 und einem Maximum von 3,4 ist die Farbdarstellung innerhalb der Bildfläche ziemlich ungleichmäßig.

Benq W1000 2 Beamer Helligkeitsverteilung
Benq W1000 2 Beamer Homogenitaet
Helligkeitsverteilung und Homogenität bezogen auf die Bildmitte.

Subjektiv beurteilt fällt die ungleiche Helligkeitsverteilung deutlich auf: die diagonal verlaufende Zunahme an Helligkeit ist selbst mit ungeübtem Auge nicht zu übersehen. Abseits dieser Diagonalen bekommt die weiße Leinwand zudem eine leichte rötlich-violette Tönung. Für Präsentationen mag das noch befriedigend sein, im Heimkino gibt es dafür nur ein ausreichend.

Die Projektion eines vollkommen schwarzen Testbild überzeugt beim W1000+ ebenfalls nicht: das dunkle Grau der Bildfläche ist etwas fleckig und zeigt vor allem zur rechten Seite hin einen violetten Schimmer.

Benq W1000 2 Beamer Schwarzbild
Ungleichmäßiges Schwarzbild, Streulicht oberhalb der Leinwand.

Im dunklen Heimkino fällt auch das Streulicht auf, das aus dem Ringspalt um die Linse herum austritt und teils auf den Boden (oder bei Deckenmontage auf die Decke) vor dem Projektor scheint, teils auf die Wand oberhalb der Leinwand.

Graustufen

Der Grauverlauf ist nicht einwandfrei: quer durch das ganze Spektrum zeigen sich Stufen und Farbstreifen. Dies trifft in etwas unterschiedlicher Form auf alle Bildeinstellungen zu. Mit den Reglern im OSD kann der Effekt nicht beseitigt werden.

Benq W1000 2 Beamer Grau
Banding im gesamten Grauverlauf.

Bei der Graustufendarstellung schneidet der W1000+ jeweils die vier dunkelsten und hellsten Werte ab. Auch hier ist mit dem Kontrastregler nicht viel auszurichten. Für einen Präsentationsbeamer ist das in Ordnung, im Heimkino aber nur befriedigend.

Benq W1000 2 Beamer Bildquali Sw
Benq W1000 2 Beamer Bildquali Ws
Die Differenzierung der hellsten und dunkelsten Graustufen gelingt nur befriedigend.

Farbanteile und Gamma

Als nächstes untersuchen wir die Farbdarstellung in den drei verfügbaren Presets. Auf den ersten Blick wirken diese wegen der unterschiedlichen Helligkeit und Farbstimmung recht verschieden.

Benq W1000 2 Beamer Farbant 1
Bildmodus Dynamisch: Farbtemperatur, Farbanteile RGB und Gammakurve.

Die Werkseinstellung „Dynamisch“ zeichnet sich durch eine recht konstante Farbtemperatur von 7650K und einen ebenso geraden Gammaverlauf von durchschnittlich 2,15 aus. Dieser Bildmodus ist blaubetonter als der sRGB-Farbraum, zeichnet sich aber durch eine konstante Farbwiedergabe aus. Außerdem bringt dieser Bildmodus das hellste Bild auf die Leinwand.

Benq W1000 2 Beamer Farbant 2
Bildmodus Standard: Farbtemperatur, Farbanteile RGB und Gammakurve.

Von den drei Voreinstellungen ist „Standard“ die farbtreueste. Die Farbtemperatur ist mit konstant 7050K nur ein wenig zu kalt, die Farbanteile sind im Verlauf konstant und das Gamma ist mit 2,15 nahezu ideal. Der visuelle Eindruck bestätigt diese Einstellung als beste Wahl für Fotos und Filme, außerdem liefert sie die zweitgrößte Helligkeit nach der dynamischen Einstellung.

Benq W1000 2 Beamer Farbant 3
Bildmodus Kino: Farbtemperatur, Farbanteile RGB und Gammakurve.

Die Einstellung „Kino“ ist der Standard-Einstellung sehr ähnlich, nur das Gamma liegt mit 2,5 zu hoch und fällt bei den hellen Tönen dazu noch stärker ab. Die Farbwiedergabe ist akzeptabel, doch ein rechtes Argument für diesen Modus fehlt.

Insgesamt gesehen kommt von den angebotenen Presets nur die Einstellung „Standard“ den Vorgaben der sRGB- oder der Videonorm hinreichend nahe, um die Farbtreue als gut bezeichnen zu können. Noch bessere Ergebnisse ließen sich durch eine Kalibrierung mit dem Colorimeter erzielen.

Über diese drei Voreinstellungen hinaus bietet der W1000+ noch eine große Zahl von detaillierten Einstellmöglichkeiten, mit denen die Farbwiedergabe beeinflusst werden kann. Hier hilft die Herstellerdokumentation dann aber nicht mehr wirklich weiter: nur mit viel Sachkenntnis und den entsprechenden Messgeräten kann man diese Optionen für die Bildoptimierung nutzen.

Ein kurzer Versuch zeigt, dass auch ohne Kalibrierung noch einiges möglich ist. Durch Einstellung der RGB-Regler auf die Werte 100/90/85 lässt sich die Farbwiedergabe sichtlich verbessern.

Benq W1000 2 Beamer Farbant 4
Bildmodus Benutzer mit RGB = 100/90/85: Farbtemperatur, Farbanteile RGB und Gammakurve.

Die Farbtemperatur liegt jetzt durchgehend bei 6500K, die RGB-Kurven decken sich beinahe, was in einem recht kleinen deltaE (Buntheitsdifferenz, violette Kurve im mittleren Bild) resultiert. Das Gamma verläuft in weiten Teilen bei 2,1, fällt dann aber bei den hellen Tönen leider sehr stark ab. Sofern man nicht über die nötige Ausrüstung für die Kalibrierung verfügt um nun noch das Gamma zu optimieren, erhält man mit dieser Einstellung schon ein sehr gutes Ergebnis.

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