Test Projektoren & Beamer BenQ W1200
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OSD

Das On-Screen Display wird über die Menü-Taste aufgerufen. Alle für die Navigation im OSD nötigen Tasten sind sowohl am Projektor wie auch an der Fernbedienung vorhanden.

Benq W1200 Beamer Osd 1
OSD Hauptmenü (aus: Handbuch BenQ).

Das Hauptmenü besteht aus sechs Bereichen mit maximal 10 Einstellungen. Blättern durch Folgeseiten ist nicht nötig. Gelegentlich gibt es Listen mit Auswahloptionen, oder es wird ein Scrollbalken eingeblendet. Die Menüpunkte sind größtenteils selbsterklärend, das Handbuch gibt weitere Erläuterungen.

Die Gestaltung ist sehr nüchtern und übersichtlich. Alle wichtigen Projektorfunktionen sind abgedeckt.

Benq W1200 Beamer Osd 2
Benq W1200 Beamer Osd 3
OSD Menü, links: Bild; rechts: Systemeinstellungen.

Bildqualität

Für den Test am PC haben wir den Projektor an den HDMI-Ausgang angeschlossen und die native Auflösung eingestellt. Dann wurde der Projektor mit einem Reset auf die Werkseinstellung zurückgesetzt. Die Farbmessungen haben wir mit einem i1 Pro von X-Rite durchgeführt.

Auflösung

Der eingebaute DMD-Chip verfügt über eine native Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten. Die eingebaute Skalierungseinheit verarbeitet auch zahlreiche andere PC- und AV-Formate bis hin zu Full-HD, wegen der Skalierungsverluste müssen dann allerdings Einbußen bei der Bildqualität akzeptiert werden.

Das Pixelgitter ist deutlich weniger auffällig als bei LCD-Projektoren. Bei Bilddiagonalen bis zu 3,50 Meter sieht man das Gitter erst, wenn man sich mit etwa 1 Meter Abstand vor die Leinwand stellt.

Bildschärfe und Konvergenz

Der Bildschärferegler im OSD ist nur am VGA-Eingang verfügbar. Am HDMI-Eingang kann die Bildschärfe nicht beeinflusst werden.

Benq W1200 Beamer Gitter
Benq W1200 Beamer Text
Gute Bildschärfe und Konvergenz, aber sichtliche Überschärfung.

Die Bildschärfe des W1200 ist gut. Schriften und Muster werden klar umgrenzt dargestellt. Das Einstellen der Bildschärfe am Fokusring ist aber nicht einfach, denn der Schärfeeindruck lässt zu den Rändern hin sichtlich nach. Hier gilt es mit feinfühligen Fingern einen Kompromiss zu finden zwischen der Schärfe am linken und am rechten Bildrand.

Die Konvergenz ist ebenfalls gut, zu den Bildrändern hin fallen die Farbsäume vor allem an vertikalen Kanten aber etwas mehr auf. Viel stärker jedoch leidet die Lesbarkeit von dünnen Schriften unter der sichtlichen Überschärfung des Bildsignals mit deutlichen hellen Halos.

In den interpolierten PC-Auflösungen ist die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – sehr gut. Weniger überzeugend ist die Wiedergabe bei der SD-Videoauflösung 576p, hier fallen die Schärfungsartefakte sehr stark auf.

Beim Reset stellt der Projektor folgende Werte ein: Helligkeit 51, Kontrast 0, Bildmodus Standard. Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Für diese Untersuchung messen wir die mittlere Helligkeit bei einem weißen und einem schwarzen Testbild. Das statische Kontrastverhältnis (full on/off) ergibt sich als Quotient der beiden Werte. Zusätzlich berechnen wir die Effizienz der Lichtausbeute in Lumen/Watt.
Das Datenblatt des W1200 gibt die maximale Helligkeit mit 1800 Lumen im Normalmodus an. Wir haben alle drei Voreinstellungen durchgemessen.

Benq W1200 Beamer Hsk
Helligkeit, Kontrast und Effizienz, weiß: Normal; grün: Eco.

Den höchsten Lichtstrom messen wir mit 1373 Lumen im Bildmodus Dynamik, das sind nur 76 Prozent der Herstellerangabe. Im Modus Dynamik erzielen wir noch 932 Lumen, im Kino-Modus bleiben gerade noch 764 Lumen übrig.

Die Effizienz erreicht mit 4,6 Lumen/Watt im Dynamik-Modus knapp ein befriedigendes Niveau, die übrigen Bildmodi kommen nur auf eigentlich unzeitgemäße Werte von ca. 3 Lumen/Watt. Das können viele DLP-Projektoren inzwischen deutlich besser.

Der Schwarzwert ist mit 2 Lumen oder weniger gar nicht schlecht, dennoch erreicht der Kontrast nur Werte zwischen 530 und 660:1. Für einen Entertainmentprojektor ist das nicht viel, im nachtdunklen Wohnzimmer ohne Umgebungslicht wären auch höhere Realkontraste möglich.

Im Eco-Modus verringert sich die Lichtleistung um gut 20 Prozent. Der Schwarzwert sinkt weitgehend mit, deshalb fallen die Kontrastwerte im Eco-Modus nur um etwa 5 Prozent geringer aus. Die Effizienz sinkt insgesamt auf nur noch ausreichende Werte.

Helligkeitsverteilung und Homogenität

Wir untersuchen die Helligkeitsverteilung und die farbliche Homogenität mit einem weißen Testbild, das im Normalmodus an 15 Punkten vermessen wird. Daraus berechnen wir zunächst die Helligkeitsabweichungen von der Bildmitte. Zusätzlich ermitteln wir die häufig verwendeten Ausleuchtungswerte nach ANSI und JBMA, die etwas andere Gewichtungsverfahren anwenden. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 20 Prozent.

Die Farbabweichungen beurteilen wir anhand der Buntheitsdifferenz DeltaC zur Bildmitte. Hier wird die Wahrnehmungsschwelle bei etwa 0,5 erreicht, bei Werten oberhalb von 4,0 ist mit größeren Farbstichen zu rechnen.

Benq W1200 Beamer Ausleucht
Benq W1200 Beamer Homogen
Befriedigende Helligkeitsverteilung, gute Homogenität.

Die ungewichtete mittlere Helligkeit liegt bei befriedigenden 86 Prozent. Das rechte und auch das obere Drittel des Bildes sind etwas dunkler, die größten Abweichungen nehmen das ganze rechte Drittel ein. Nach ANSI-Bewertung ergeben sich die Abweichungen zu -22 und +26 Prozent, beide Werte liegen knapp über der Wahrnehmungsschwelle. Nach JBMA errechnen wir die Ausleuchtung zu nur 80 Prozent.

Die farbliche Homogenität schneidet mit einem mittleren DeltaC von 1,7 deutlich besser ab. In der rechten oberen Ecke des Bildes konzentrieren sich die Höchstwerte um das Maximum von 3,8, hier kann man eventuell sichtbare Farbabweichungen erwarten.

Auch mit dem bloßen Auge erkennt man die dunkleren Zonen beim weißen Testbild bereits. Hinzu kommen aufgehellte Bereiche unmittelbar an den Bildrändern, vor allem am unteren Rand. Die Helligkeitsverteilung wirkt insgesamt erkennbar ungleichmäßig.

Das schwarze Testbild untersuchen wir nur mit dem bloßen Auge. Es wirkt sehr gleichmäßig und ist frei von jeglichem Farbschimmer. Der eigentliche Bildbereich wird noch von einem schmalen aufgehellten Streulichtstreifen umrahmt.

Graustufen

Der Grauverlauf im Bildmodus Standard ist gleichmäßig und ohne Stufen (Banding). Auch Farbschimmer sind nicht zu sehen.

Benq W1200 Beamer Grau
Kein Banding im Grauverlauf, sehr gute Differenzierung der Graustufen.

Bei der Graustufenuntersuchung fehlen nur die hellste und die dunkelste Stufe. In allen Bildmodi zeigen sich sehr ähnliche Resultate.

Eine kleine Verbesserung konnten wir erreichen, wenn die beiden Regler für Helligkeit und Kontrast um je einen Punkt niedriger eingestellt wurden (H49 K-1). Höhere Kontrasteinstellungen als die Werksvorgabe Null sind nicht zu empfehlen.

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