Test Projektoren & Beamer BenQ W1200
2/5

0
446

Fernbedienung

Mit 165 x 47 x 28 Millimetern fällt die längliche und auch nicht ganz leichte Infrarot-Fernbedienung ein wenig größer aus. Durch das dickere Gehäuse im Batteriebereich liegt sie gut und sicher in der Hand. Auch die einhändige Bedienung mit dem Daumen gelingt gut – für das obere Drittel sollte der Daumen dann aber schon etwas länger sein.

Benq W1200 Beamer Remote
Die schmale Fernbedienung ist dicht belegt.

Die insgesamt 36 Tasten bieten den direkten Zugriff auf eine Vielzahl von Optionen, liegen aber auch ziemlich eng beieinander. Der Druckpunkt ist schwach aber fühlbar, dennoch geschah es im Testverlauf oft, dass ein Tastendruck gleich zweimal wirkte. Die grüne Tastenbeleuchtung dient auch als Kontrollleuchte bei Tastendruck, verbessert die Lesbarkeit bei Dunkelheit aber nicht unbedingt. Sonderfunktionen wie Cursor, Mausfunktion oder Laserpointer sind nicht vorhanden.

Der Projektor ist mit je einem IR-Sensor an der Vorder- und Rückseite ausgerüstet. BenQ nennt eine Reichweite von 8 Meter zu beiden Seiten bei einem Winkel von +/- 22,5 Grad zur Sensorachse. Im Testverlauf hatten wir in einem Raum von 40 Quadratmetern an keiner Stelle ein Problem.

Inbetriebnahme

Ein- und Ausschalten

Eingeschaltet wird der W1200 mit der Power-Taste am Projektor oder auf der Fernbedienung, der Projektor bestätigt dies mit einem (abschaltbaren) Signalton. Ansonsten bleibt es ruhig, bis erst nach 15 Sekunden der Lüfter anläuft. Nach etwa 20 Sekunden erscheint das BenQ-Logo, wahlweise auch ein schwarzes oder blaues Bild. Ausgeschaltet wird ebenfalls mit der Power-Taste, dabei ist noch eine Rückfrage zu bestätigen. Auch hier gibt es einen Quittungston.

Die Blank-Taste auf der Fernbedienung blendet das Bild vorübergehend aus, ohne die Lampe elektrisch abzuschalten. Ein erneuter Tastendruck blendet das Bild wieder ein. Im OSD kann die Direkteinschaltung aktiviert werden, dann startet der Projektor automatisch, sobald Netzspannung anliegt.

Bei plötzlichem Stromverlust springt sofort der Lüfter an, rund zwei Minuten lang kann er die Lampe mit stetig abnehmender Drehzahl kühlen. Falls der Projektor beim Wiedereinschalten noch warm ist, läuft der Ventilator zunächst für etwa 90 Sekunden, um die Lampe zu kühlen. Erst danach kann der Projektor mit einem weiteren Druck auf die Power-Taste normal gestartet werden.

Bereitschaftszeiten

Bereitschaftszeiten Normal[s] Eco[s]
30 30
30 30
95 95
120- 120
5 … 30 5 … 30

Beim Start entsprechen Lüfterdrehzahl und Stromverbrauch zunächst immer dem Normal-Modus. Im Eco-Modus sinkt der Stromverbrauch sobald das erste Bild erscheint, die Lüfterdrehzahl wird erst nach zwei Minuten abgesenkt.

Beim Abschalten mit Schnellkühlung (Instant off) dreht der Lüfter zunächst einmal sehr kräftig auf und durchläuft dann dieselbe Abklingphase wie beim Stromverlust. Der Netzstecker kann also beim Abbau immer sofort gezogen werden, auch der Betrieb an einer Schaltsteckdose ist unbedenklich. Schaltet man die Schnellkühlung ab, dreht der Lüfter 95 Sekunden lang mit voller Drehzahl, anschließend durchläuft er auch dann noch die Abklingphase.

Betriebsgeräusch

Im Wohnraum messen wir bei abgeschaltetem Tonteil knapp 34 dB(A). Das Lüftergeräusch im Normal-Modus ist also nicht so leise wie es das Datenblatt vermuten lässt. Im Eco-Modus sind es zunächst nur 25 dB(A) – auch wenn dies 3 dB über der Herstellerangabe liegt, ist dies immer noch ein sehr schön leiser Wert.

Benq W1200 Beamer Noise
Betriebsgeräusch (ohne Tonteil).

Allerdings bemerkten wir auch, dass der Geräuschpegel mit zunehmender Laufzeit immer weiter anstieg: nach 4 Stunden Dauerbetrieb konnten wir schon fast 35 dB(A) im Normalmodus und satte 31 dB(A) im Eco-Modus messen. Offenkundig ist der Luftdurchsatz im Eco-Modus so knapp bemessen, dass der Lüfter nach einiger Zeit einen Gang höher schalten muss.

Stromverbrauch

Benq W1200 Beamer Verbrauch
Stromverbrauch (ohne Tonteil).

Der Hersteller gibt den Stromverbrauch mit 320 Watt im Normal-Modus und 290 Watt im Eco-Modus an. Mit 296 bzw. 248 Watt messen wir etwas günstigere Werte. Wie immer haben wir ohne Sound gemessen, mit aktivem Tonteil (2×10 Watt Ausgangsleistung) bei Volllast sind die Herstellerangaben sehr realistisch.

Der Verbrauch im Stand-by Modus beträgt 0,5 Watt, der derzeitige Grenzwert von 1,0 Watt nach der EU-Richtlinie 1275/2008 wird also noch deutlich unterboten.

Kühlung und Wartung

Die Kühlluft wird beim W1200 an der linken Gehäuseseite angesaugt und an der rechten Seite wieder ausgeblasen. Durch beide Öffnungen kann man die Lüfter und einige Innereien des Projektors erkennen. Das Streulicht aus den Öffnungen wie auch aus dem Ringspalt rund ums Objektiv ist gering, kann sich bei Deckenmontage aber an der Decke spiegeln. Blendgefahr beim direkten Hineinsehen ist ausgeschlossen.

Bei DLP-Projektoren ist das optische System regelmäßig gekapselt, auch beim W1200 muss daher kein Luftfilter gereinigt oder gewechselt werden.

Benq W1200 Beamer Lampe
Der Lampenwechsel ist nicht schwierig (aus: Handbuch BenQ).

Die Lebensdauer der Lampe (BenQ 5J.J4G05.001) ist mit 2500 Stunden im Normalmodus und 4000 Stunden im Eco-Modus angegeben. Zum Austausch einer defekten Lampe muss die Lampenabdeckung an der Unterseite geöffnet werden. Ersatzlampen sind mit 160 Euro recht günstig.

Anschlüsse

Der W1200 bietet digitale und analoge Bildeingänge an. Gleich zwei HDMI-Buchsen sind für die digitale Seite zuständig, doch den größten Raum nehmen nach wie vor die analogen Anschlüsse ein: mit VGA-Eingang und Ausgang, Komponenten, Composite und S-Video kann noch nahezu jede analoge Bildquelle angeschlossen werden.

Benq W1200 Beamer Anschluesse
Sinnvolle Anschlüsse in großer Zahl.

Für die Audioverbindung sind zwei Klinken- und zwei Cinch-Buchsen zuständig. Auch ein 12VDC Ausgang für die Steuerung einer Motorleinwand ist vorhanden. Der RS232-Anschluss ist als Service-Buchse ausgewiesen. Zur Funktion der USB-Buchse schweigt sich das Handbuch leider aus.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!