Test Projektoren & Beamer BenQ W1200
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Farbwiedergabe

Für die Farbtrennung sorgt ein Farbrad mit 6 Segmenten (RGBRGB), das sich mit vierfacher Geschwindigkeit dreht. Damit sollte der Regenbogeneffekt schon deutlich gemindert werden, dennoch nahmen ihn einige unserer Testzuschauer als störend wahr.

Wir haben die Farbdarstellung in den drei Voreinstellungen untersucht.

Benq W1200 Beamer Profil 1
Bildmodus Dynamik: Gamma, Farbanteile und Farbabweichungen.

Die hellste Einstellung Dynamik erweist sich mit einer Farbtemperatur von 8790 K als recht kühl. Es fehlt ein wenig Blau, ansonsten sind die Graustufen sehr stimmig bei leider zu niedrigen Gammawerten. Die Farbabweichungen bei den Primärfarben sind allerdings sehr hoch.

Benq W1200 Beamer Profil 2
Bildmodus Standard: Gamma, Farbanteile und Farbabweichungen.

In der Einstellung Standard sinkt das Gamma sogar noch etwas. Die Farbtemperatur liegt mit 6700 K schon recht nahe bei der sRGB-Vorgabe, aber es fehlt noch etwas Rot. Auch hier sind die Graustufen noch recht gut, während die Abweichungen bei den Primärfarben etwas geringer ausfallen.

Benq W1200 Beamer Profil 3
Bildmodus Kino: Gamma, Farbanteile und Farbabweichungen.

Im Kino-Modus stimmen die Farbanteile, und die Graustufen sind nahezu perfekt. Beim Gammaverlauf und bei den Primärfarben sieht es nicht so gut aus, und auch die Farbtemperatur erreicht nur 5600 K. Dennoch ist dies die geeignetste Einstellung für die Film- oder Fotoprojektion.

Weitere Versuche zeigten, dass man im Modus User3 zunächst die Grundabstimmung des Kino-Modus erhält. Durch Änderung der nun zugänglichen Gamma-Option auf 2,4 lässt sich der tatsächliche Gammaverlauf deutlich verbessern. Für einen unkalibrierten DLP-Projektor ist die Farbwiedergabe dann schon sehr gut.

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Projektors wird wie beim Monitor durch die Bildaufbauzeit, das Beschleunigungsverhalten und die Latenzzeit bestimmt. Den W1200 haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am HDMI-Anschluss vermessen.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Bei DLP-Projektoren reagieren die Mikrospiegel auf dem Chip in weniger als 100 Mikrosekunden auf das Steuersignal. Eine derart kurze Bildaufbauzeit spielt für das menschliche Auge keine Rolle. Ein Overdrive, der die zögerlichen Helligkeitswechsel bei LCD- und LCoS-Chips beschleunigen kann, erübrigt sich.

Latenzzeit

Die Latenz ermitteln wir als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim W1200 messen wir eine Signalverzögerung von 16,3 Millisekunden, das ist für Gamer ein durchaus akzeptabler Wert. Wegen der DLP-Technik entfällt der Bildwechselanteil.

Subjektive Beurteilung

Im Praxistest waren bei Spielen und Videos keine ungewöhnlichen Nachzieheffekte oder Bewegungsunschärfen zu sehen. Hier entspricht der W1200 dem, was man auch von einem durchschnittlichen LCD-Monitor erwarten würde. Eine auffällig positiven Effekt der zuschaltbaren Zwischenbildberechnung (Frame Interpolation) haben wir nicht bemerkt.

Sound

Die eingebauten Stereo-Lautsprecher des W1200 sind mit je 10 Watt Ausgangsleistung schon recht kräftig. Die Lautstärke kann mit Direkttasten am Projektor oder auf der Fernbedienung eingestellt werden. Die Fernbedienung hat auch eine Stumm-Taste (Mute).

Die Werbeaussagen über den tiefen reichhaltigen Bass und die klaren hohen Frequenzen sollte man nicht zu ernst nehmen. Außer vielleicht an der Spielekonsole sind die Einbaulautsprecher gerade in einer anspruchsvollen Multimediaumgebung nur ein Notbehelf. Ein wirklich guter Klang wird erst mit einem externen Stereoverstärker erreicht.

DVD und Video

Für die Video-Tests haben wir dieselbe PC-Konfiguration wie für die Beurteilung der Bildqualität benutzt. Außerdem verwendeten wir einen Blu-Ray-Player am HDMI-Eingang.

Am PC kann aktuelle Videosoftware nahezu jedes andere Bildformat automatisch auf die native Auflösung des Projektors skalieren und mit schwarzen Randstreifen auffüllen. Bildformate aus anderen Quellen wie Videoplayer, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen kann der Projektor eigenständig skalieren, allerdings mit teilweise deutlich sichtbaren Qualitätseinbußen.

Der W1200 bietet einen Kino-Modus an, den wir nach den Farbmessungen noch durch die Gamma-Option 2,4 ergänzt haben. In dieser Konfiguration haben wir ein HD-Video am PC betrachtet. Die kräftigen Farben wirken durch die etwas niedrigere Farbtemperatur angenehm warm, aber dennoch sehr natürlich. Der Farbumfang erscheint besser als bei vielen anderen DLP-Projektoren, auch Hauttöne werden gut dargestellt. Der Schärfeeindruck ist sehr gut, das Bild wirkt brillant und kontrastreich bei gutem Schwarzwert. In dunklen wie auch in hellen Szenen werden die Details sehr gut durchgezeichnet.

Schlieren oder ungewöhnliche Bewegungsschärfen bei schnellen Szenen waren nicht zu beobachten. Leider fiel aber der Regenbogeneffekt immer wieder ziemlich störend auf.

Der im Menü Bildqualität ebenfalls angebotene Filmmodus bezieht sich nur auf die Wiedergabe von niedrigauflösenden NTSC-Videos und spielt für die HD-Projektion keine Rolle.

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