Test Projektoren & Beamer Optoma GT1080
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Helligkeitsverteilung und Homogenität

Wir untersuchen die Helligkeitsverteilung und die farbliche Homogenität mit einem weißen Testbild, das an 9 Punkten vermessen wird. Daraus berechnen wir zunächst die Helligkeitsabweichungen von der Bildmitte. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 bis 15 Prozent.

Optoma Gt1080 Beamer Helligkeitsverteilung
Sichtbare Schwächen bei der Helligkeitsverteilung

Die durchschnittliche Abweichung liegt bei knapp 9 %, insbesondere die Helligkeitsverteilung auf der linken Seite ist nicht gelungen, das Weißbild wirkt nicht mehr gleichmäßig.

Optoma Gt1080 Beamer Weissbild
Abweichungen bei Homogenität und Helligkeit im Weißbild.

Leicht links von der Bildmitte können wir auch einen Hotspot ausmachen, auffällig insbesondere bei kontraststarken Linien wie in der Gitter-Testgrafik des GT1080.

Optoma Gt1080 Beamer Gitter
Optoma Gt1080 Beamer Gitter Ausschnitt
Hotspot in der Bildmitte.

Das folgende linke Bild, zeigt ein schwarzes Testbild, wie man es auch mit freiem Auge sieht. Das Foto rechts zeigt das Schwarzbild mit verlängerter Belichtung, um die Problembereiche stärker sichtbar zu machen.

Optoma Gt1080 Beamer Schwarzbild
Optoma Gt1080 Beamer Schwarzbild Verl
Schwarzbild mit normaler Belichtung (Bild links) und mit verlängerter Belichtung (Bild rechts).

Auch das schwarze Testbild wirkt nicht vollständig gleichmäßig. Im Praxisbetrieb ist uns das aber nie störend aufgefallen.

Graustufen und Farbverläufe

Grau- und Farbverläufe stellt der GT1080 sehr gleichmäßig dar. Farbschimmer sind nicht auszumachen. Sowohl die hellsten Stufen als auch die dunkelsten Stufen sind vollständig unterscheidbar, allerdings bei mäßigem Schwarzwert.

Optoma Gt1080 Beamer Graustufen
Tadellose Graustufen im Modus Bezug.
Optoma Gt1080 Beamer Graustufen 2
Optoma Gt1080 Beamer Graustufen 3
In der rechten Grafik ist in der Bildmitte wieder der kontrastmindernde Hotspot gut zu erkennen.

Farbwiedergabe

Der in unserer Testumgebung gemessene Farbraum des GT1080 kann die HDTV-Norm (entspricht sRGB-Farbraum) nicht vollständig abdecken.

Optoma Gt1080 Beamer Farbraum Modus Bezug Hell
Farbraum: Modus Reference (Hell).

Positiv ist dagegen der Anstieg der Helligkeit mit nahezu deckungsgleichen Primärfarben.

Optoma Gt1080 Beamer Helligkeit Modus Bezug Hell
Optoma Gt1080 Beamer Gamma Modus Bezug Hell
Modus Reference (Hell): Helligkeitsanstieg und Gamma-Verlauf.

Auch die Farbtemperatur verläuft sehr gleichmäßig und liegt mit 6.810K sehr nahe am Soll von 6.500K. Im RGB-Niveau verlaufen die Kurven zwar noch nicht deckungsgleich, aber nahezu parallel.

Optoma Gt1080 Beamer Farbtemp Modus Bezug Hell
Optoma Gt1080 Beamer RGB Niveau Modus Bezug Hell
Modus Reference (Hell): Verlauf Farbtemperatur und RGB-Niveau.

Farbabweichungen in der Übersicht:

Modus Durchschnittl. Gamma Durchschnittl. deltaE bei den Graustufen Höchste Abweichung bei den Graustufen Durchschnittl. Abweichung Primär- und Sekundärfarben Höchste Abweichung Primär- und Sekundärfarben
Bezug Hell 1,95 5,67 9,3 (bei Weiß 100%) 8,75 15,0 (bei Blau)
Bezug Eco 1,95 8,22 13,3 (bei Weiß 100%) 8,49 11,6 (bei Blau)

Subjektive Beurteilung

Optoma Gt1080 Beamer Testbild Farben Ist
Farbdarstellung: natürlich, aber etwas kraftlos.

Insgesamt bestätigen die Messwerte den subjektiven Bildeindruck. Die Farbwiedergabe des GT1080 wirkt zwar recht natürlich und in sich stimmig, aber doch auch etwas kraftlos. Zur fehlenden Brillanz trägt sicher auch der mäßige Kontrast und Schwarzwert noch bei.

Optoma Gt1080 Beamer Kino
Großes Kino mit stimmiger Farbdarstellung.

Vergleicht man den GT1080 dagegen mit gängigen Smart-TVs bekommt man auf jeden Fall ein großes Kino, das auch schnell und unkompliziert auf- und wieder abgebaut werden kann. Der GT1080 besitzt zwar keinen eingebauten TV-Tuner, gibt aber TV-Aufzeichnungen auch in SDTV-Auflösungen astrein wieder.

Optoma Gt1080 Beamer Kino 2
Optoma Gt1080 Beamer Kino 3
Das Ansehen von Filmen bringt durchaus Vergnügen.

Bei Zuspielung von Material in Auflösungen unterhalb der nativen Auflösung entstehen praktisch zwangläufig Artefakte und Bildfehler. Eigentlich müssten diese bei dem vergleichsweise viel größeren Bild auch viel stärker auffallen. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Wo man bei aktuellen 55 Zoll Fernsehern noch mit den Einstellungen kämpft, um einen akzeptablen Kompromiss aus Bildrauschen, Nachschärfung und Artefakt-Unterdrückung zu finden, sitzt man selbst bei einem Einsteiger-Projektor wie dem GT1080 schon lange auf der Couch und genießt den Film.

Optoma Gt1080 Beamer Kino 4
Optoma Gt1080 Beamer Kino 5
Gute Detailzeichnung in dunklen Szenen, aber kein tiefes Schwarz.

Sofern Fernsehen am Tage keine Rolle spielt und man ohnehin schon einen TV-Receiver besitzt, ist der GT1080 also durchaus eine ernstzunehmende Alternative zu einem TV-Gerät. Trotz der nicht allzu hohen Lichtleistung ist das Bild bis zu einer 90 Zoll-Diagonalen (2 Meter Breite) durchaus brauchbar.

Da Interessenten, die mit ihrem ersten Projektor liebäugeln nicht unbedingt gleich auch eine Leinwand zur Verfügung haben, haben wir den GT1080 auch alternativ einfach an einer rein weiß gestrichenen Zimmerwand getestet. Das Bild ist auch so recht brauchbar und sogar noch mal etwas heller. Ungleichmäßigkeiten durch den Putz an der Wand sind für eine Projektion natürlich gar nicht optimal, fallen aber aus normalem Betrachtungsabstand kaum auf.

Allerdings ist uns in diesem Zusammenhang auch ein Nachteil der Kurzdistanzprojektion aufgefallen. Durch den geringen Abstand muss das Bild zu den Rändern hin in einem sehr flachen Winkel projiziert werden. Die Reflektion in Richtung Wand und Decke ist damit auch deutlich stärker als bei einem Projektor mit Tele-Objektiv. Da die Wände und Decke in Wohnräumen typischerweise hell gestrichen sind, führen diese Reflektion zu einer Aufhellung der Leinwand-nahen Flächen. Das wieder auf die Leinwand zurück reflektierte Licht mindert dann entsprechend den Kontrast.

Unsere Messungen berührt das nicht, da wir mit versenkter Kalotte direkt im Lichtstrahl messen, aber in der Praxis wirkt sich der Effekt sichtbar negativ aus. Die Projektionsfläche wählt man also am besten so, dass der Abstand zu Decke und Seitenwänden möglichst groß ist.

Hinsichtlich Reaktionsverhalten waren im Praxistest bei Spielen und Videos keine ungewöhnlichen Nachzieheffekte oder Bewegungsunschärfen zu sehen. Die DLP-Technik ist für Spieler auf Grund der schnellen Reaktionszeiten generell gut geeignet. Der GT1080 bietet hier aber zusätzlich einen speziellen Gaming-Modus, der die Lightning Response Time weiter reduzieren soll.

Nachteilig ist beim Spielen allerdings der Verdunklungszwang. Ist das kein Problem wird man schon alleine aufgrund der Bildgröße ganz anders in das Spielgeschehen hineingezogen, als das selbst auf einem großen TV-Bildschirm der Fall ist.

Ein Manko des GT1080 ist noch durch die DLP-Technik generell bedingt: der sogenannte Regenbogen-Effekt. Er entsteht, wenn Farben nicht gleichzeitig, sondern durch Projektion der Einzelfarben rasch nacheinander dargestellt werden.

Für den potentiellen Käufer ist hier also eine Grundsatz-Entscheidung zu treffen, ob man mit dem einzigen, echten Nachteil der DLP-Technik auf Dauer leben kann oder nicht. Bei Einsteigergeräten tritt dieser Effekt i.d.R. stärker zu Tage als bei den Heimkino-Boliden und der GT1080 ist hier keine Ausnahme.

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