Test Projektoren & Beamer Optoma HD91
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Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Für diese Untersuchung messen wir die mittlere Helligkeit bei einem weißen und einem schwarzen Testbild. Das statische Kontrastverhältnis (full on/off) ergibt sich als Quotient der beiden Werte. Zusätzlich berechnen wir die Effizienz der Lichtausbeute in Lumen/Watt.

Die Helligkeit gibt OPTOMA mit 1.000 ANSI Lumen für den Modus „Hell“ an. Der dynamische Kontrast soll sagenhafte 500.000:1 erreichen. Auf die Stärke des Lichtstroms wirkt sich beim HD91 primär die Einstellung „LED-Helligkeit“ aus. Aber auch der gewählte Bildmodus hat Auswirkungen, daher haben wir die wichtigsten Presets durchgemessen.

Den höchsten Lichtstrom messen wir erwartungsgemäß im Modus Hell mit 620 Lumen in der Bildmitte und 588 ANSI-Lumen wie üblich gemittelt über die gesamte Bildfläche. Die ohnehin schon geringe Herstellerangabe wird damit auch in der Bildmitte nicht annähernd erreicht.

Außerdem ist der Modus auf Lichtleistung optimiert und führt im Gegenzug zu deutlichen Farbverschiebungen. Die Effizienz mag hier zwar mit 3,9 Lumen/Watt am besten sein, der Kontrast bricht dafür aber im Gegenzug aufgrund des schlechten Schwarzwertes derart ein, dass wir diesen Modus auch für den Tageslicht-Einsatz nicht wirklich empfehlen können.

Die Lichtausbeute in Lumen/Watt ist damit beim HD91 mit LED-Technik nicht besser als bei Projektoren mit UHP-Lampe, wohl aber der Stromverbrauch. Das allerdings auf Kosten der Lichtleistung, die in allen anderen Presets noch einmal deutlich nach unten geht. Leider ist zugleich der Schwarzwert bestenfalls durchschnittlich und die daraus resultierenden Kontrastverhältnisse eher mäßig.

Somit wird schon deutlich: der HD91 ist kein Allrounder, sondern ein Heimkino-Spezialist, der auf einen abgedunkelten Vorführraum besteht. Für Tageslicht-Projektionen eignet er sich nicht.

Auf die verschiedenen Werks-Presets gehen wir im Kapitel „subjektive Beurteilung“ noch einmal etwas detaillierter ein. Am besten hat uns für die Film-Wiedergabe der Modus „Referenz“, aufgrund seiner bereits ab Werk recht natürlichen Farbwiedergabe gefallen. Außerdem sind hier alle Einstellungsmöglichkeiten frei konfigurierbar und nicht wie in anderen Modi teilweise blockiert. Daher haben wir ihn auch für die folgenden Abbildungen und die Kalibrierung verwendet. Die deutsche Menü-Übersetzung „Bezug“ ist etwas unglücklich, daher verwenden wir auch im Folgenden – dem englischen Original „Reference“ entsprechend – die Bezeichnung „Referenz“ an Stelle von „Bezug“.

Wie man in der folgenden Tabelle sieht, ist die Werkseinstellung auch im Referenz-Modus noch nicht optimal. Schwarzwert und Kontrast lassen sich mit wenig Aufwand erheblich verbessern.

Helligkeit in Lumen Schwarzwert in Lumen Statisches Kontrastverhältnis Lichtausbeute in Lumen/Watt
Referenz ab Werk 324,30 1,6452 197:1 3,1
Kino 361,64 1,8244 198:1 2,8
Film 249,14 0,8263 302:1 3,2
Foto 340,23 1,4137 241:1 3,4
Hell 588,12 7,6334 77:1 3,9
Referenz nach Kalibrierung 321,32 0,5924 542:1 3,1

Messwerte zu Helligkeit, Schwarzwerten und Kontrastverhältnis.

Mittels der „Dynamik Black“ Funktion des HD91 als Pendant zur Iris-Blende bei UHP-Projektoren können Schwarzwert und Kontrast messtechnisch noch weiter verbessert werden. Dabei wird das LED-Licht in dunklen Szenen stark gedimmt oder bei einem Schwarzbild sogar vollständig abgeschaltet. Damit lassen sich zwar Kontrast-Messungen in Richtung der Hersteller-Angabe erreichen, in der Realität nützt das aber herzlich wenig und bringt für den „Im-Bild-Kontrast“ gar nichts. Stattdessen verlieren düstere Szenen so an Helligkeit und Durchzeichnung. Außerdem ist die Regulierung beim Szenenwechsel deutlich sichtbar und daher nicht zu empfehlen. Soweit möglich deaktivieren wir solche Funktionen wie „dynamischen Kontrast“ für unsere Messungen grundsätzlich.

Auch wenn sich die Leistungs-Daten des Optoma HD91 in diesem Testabschnitt noch nicht sonderlich hervorheben, so ist die subjektive Einschätzung der Bildqualität erheblich besser. Optoma erklärt das mit dem Helmholtz-Kohlrausch-Effekt, der in vielen Situationen dazu führt, dass beim HD91 die empfundene Helligkeit bis zu zweimal höher ist als die eines äquivalenten lampenbasierten Projektors. Dank der LED-Technik steigen aufgrund der spektralen Zusammensetzung des Lichtes bei gleichbleibender Leuchtdichte die Intensität und Sättigung der Farben. Das erhöht die wahrgenommene Helligkeit – aber eben auch nur dann, wenn entsprechend gesättigte Farben im Bild vorkommen.

Bei abgedunkeltem Kino-Raum, sowie bei gedämpfter Wohnzimmerbeleuchtung, ist der HD91 also durchaus ausreichend potent, um eine 2 Meter breite 16:9-Leinwand auch in hellen Szenen kraftvoll mit Licht zu versorgen. Bei erheblich größeren Leinwänden ist er aber nicht mehr die erste Wahl.

Helligkeitsverteilung und Homogenität

Wir untersuchen die Helligkeitsverteilung und die farbliche Homogenität mit einem weißen Testbild, das an 9 Punkten vermessen wird. Daraus berechnen wir zunächst die Helligkeitsabweichungen von der Bildmitte. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 20 Prozent.

Optoma Hd91 Beamer Helligkeitsverteilung
Optoma Hd91 Beamer Homogenitaet
Gleichmäßige Helligkeitsverteilung und hervorragende Homogenität.

Die ungewichtete mittlere Helligkeit liegt bei sehr guten 95 Prozent. Nennenswerte Abweichungen sind nur im rechten Bild-Drittel zu messen. Wahrnehmbar ist der Helligkeitsabfall nicht. Auch für das bloße Auge ist das Weißbild sehr gleichmäßig. Die Homogenität ist tadellos.

Optoma Hd91 Beamer Weissbild
Weißbild: Helligkeitsverteilung und Homogenität sind tadellos.

Die üblicherweise bei LCD-Monitoren und LCD-TVs mehr oder weniger stark zu beobachtenden Lichthöfe bei Darstellung eines schwarzen Bildes sind Projektoren eigentlich fremd. Bei unserem letzten Test in der Einsteiger-Klasse mussten wir allerdings feststellen, dass auch bei einem DLP-Projektor ein sauberes Schwarzbild nicht automatisch selbstverständlich ist. Der Optoma HD91 zeigt hier ein optimales Ergebnis.

Beim folgenden linken Bild ist das schwarze Testbild zu sehen, wie man es auch mit bloßem Auge sieht. Das rechte Foto zeigt das Schwarzbild mit verlängerter Belichtung, um die Problembereiche stärker sichtbar zu machen.

Optoma Hd91 Beamer Schwarzbild
Optoma Hd91 Beamer Schwarzbild Verl
Links: Schwarzbild mit normaler Belichtung, rechts: Schwarzbild mit verlängerter Belichtung.

Das schwarze Testbild zeigt weder messtechnisch noch bei der Untersuchung mit dem bloßen Auge irgendwelche Auffälligkeiten. Es zeigt ein völlig gleichmäßiges Dunkelgrau ohne Wolken, Farbschimmer oder Aufhellungen. Negativ ist uns hier aber aufgefallen, dass das reine Schwarzbild in den Presets „Kino“, „Hell“ und „Foto“ flimmert. Im Preset „Referenz“ ist das nicht der Fall.

Graustufen

Auch der Grauverlauf ist ziemlich gleichmäßig. Farbschimmer sind nicht auszumachen.

Die Differenzierung gelingt dem HD91 bereits in der Werkseinstellung ausgezeichnet. Sowohl die hellsten, also auch die dunkelsten Tonwerte sind vollständig voneinander zu unterscheiden. Eine derart gute Differenzierung treffen wir bei unseren Testmustern nur sehr selten an.

Optoma Hd91 Beamer Graustufen
Tadellose Graustufen im Modus Standard.
Optoma Hd91 Beamer Graustufen 2
Optoma Hd91 Beamer Graustufen 3
Alle Tonwerte werden sauber differenziert dargestellt.

Im Modus Referenz könnte man die Graustufen schon fast als perfekt bezeichnen. Auch Display-Technologie übergreifend kriegt man das selten so gut zu sehen.

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