Test Projektoren & Beamer Optoma HD91
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Stromverbrauch, Kühlung und Wartung

Stromverbrauch

Die Leistungsaufnahme im Betrieb wird vom Hersteller mit maximal 245 Watt angegeben. Der Verbrauch im Standby soll weniger als 0,5 Watt betragen.

Laut Herstellerangabe wäre der HD91 im Vergleich zu anderen Projektoren also selbst mit seinem Maximalverbrauch bereits sehr genügsam. Wir haben den Stromverbrauch des HD91 in verschiedenen Presets gemessen. Selbst im Modus „Hell“ bleibt er mit 198 Watt noch deutlich unter der Herstellerangabe. Im von uns empfohlenen Modus „Referenz“ messen wir gerade mal 106 Watt.

Besonders erstaunlich: im 3D-Betrieb reduziert sich der Verbrauch beim HD91 nochmals und liegt nur noch bei 76 Watt. Wir haben mehrfach nachgemessen, da bei anderen Projektoren der Verbrauch im 3D-Modus gewöhnlich deutlich steigt.

Auch im Standby-Modus messen wir nur 0,6 Watt, der aktuelle Grenzwert der EU-Richtlinie 1275/2008 wird also sehr gut eingehalten.

Modus Stromverbrauch
in Watt/h
Preset Cinema/Kino 133,4
Preset Referenz („Bezug“) 106,3
Preset Hell 198,2
3D-Modus 75,8
Standby 0,6

Kühlung und Wartung

Die Kühl-Luft saugt der HD91 durch Lüftungsschlitze auf der rechten Seite an. Die warme Abluft wird auf der linken Seite wieder ausgeblasen. Die Erwärmung ist dabei spürbar, fällt aber relativ moderat aus.

Dadurch benötigt der HD91 zu beiden Seiten lediglich 20 cm Abstand und eignet sich auch für eine eingefasste Installation in einem kleinen Schrank.

Optoma Hd91 Beamer ScreenS Mindestabstaende
Übersicht Projektionsgrößen (Screenshot Handbuch OPTOMA).

Bei Projektoren mit Hochdrucklampe muss die Lampe regelmäßig ausgetauscht werden. Zudem nimmt bis zum Ende der Lebensdauer die Lichtleistung merklich ab und beträgt am Ende nur noch etwa der Hälfte als am Anfang. Bei regelmäßiger Nutzung muss man alle 2 bis 3 Jahre die Lampe und den Lüftungsfilter erneuern und das ist durchaus kostspielig. Wer auf akkurate Farben wert legt, muss ferner regelmäßig die Kalibrierung anpassen oder kostspielig von einem Experten anpassen lassen.

Völlig anders ist das beim Optoma HD91, der in diesem Bereich mit den Stärken der LED-Technik glänzen kann. Regelmäßige Lampen- und Lüfter-Wechsel entfallen ersatzlos. Die Lampenlebensdauer gibt Optoma mit 20.000 Stunden an, ein Wechsel ist im Handbuch gar nicht vorgesehen. Das ist zwar nur 2/3 der Lebensdauer, die andere Hersteller von LED-Projektoren nennen, reicht aber auch bei 5 Stunden täglicher Benutzung des Gerätes noch für einen 11 Jahre langen, praktisch wartungsfreien Filmgenuss.

Dabei soll nicht nur die Helligkeit, sondern auch die Farbstabilität nahezu die ganze Lebensdauer halten und die Investition in eine Experten-Kalibrierung Einmalcharakter haben. Erfahrungswerte über einen so langen Zeitraum gibt es dazu heute allerdings selbstredend noch keine. Dazu ist die Technik zu jung. Immerhin garantiert Optoma gleichbleibend gute Farben für bis zu fünf Jahre nach dem Kauf des HD91.

Bedienung und OSD

Am Gerät selbst hat man die Möglichkeit den Projektor ein- und auszuschalten und die Quelle zu wechseln. Zwischen den beiden Tasten befindet sich eine LED, die den Temperatur-Zustand des Projektors anzeigt. Die Tasten sind ansonsten perfekt in das Gehäusedesign integriert und entsprechen in ihrer Haptik der hochwertigen Verarbeitung des ganzen Gehäuses.

Optoma Hd91 Beamer Tasten
Optoma Hd91 Beamer Fernbedienung
Bedienfeld am Projektor und Fernbedienung.

Alle weiteren Bedienschritte erfolgen komfortabel mittels Fernbedienung, die kaum Wünsche offen lässt. Sie liegt gut in der Hand, die verschiedenen Funktionsbereiche sind klar abgegrenzt und sinnvoll strukturiert. Die hervorgehobenen und gummierten Tasten lassen sich auch ohne Sichtkontakt leicht finden. Einzig der Druckpunkt wirkte manchmal etwas schwammig. Sobald man eine Taste benutzt, schaltet sich automatisch eine blaue Hintergrundbeleuchtung ein.

Für die Quell-Wahl und selbst für ausgefeilte Einstellmöglichkeiten gibt es Direktwahltasten. Nur leider nicht für die Bildmodi, die man im Alltag aber eigentlich deutlich häufiger nutzt. Insgesamt hinterlässt die Fernbedienung einen guten, wenn auch nicht ganz so hochwertigen Eindruck wie der Projektor selbst.

Optoma Hd91 Beamer ScreenS OSD 1
Optoma Hd91 Beamer ScreenS OSD 2
OSD Hauptmenü (Screenshot Handbuch OPTOMA).

Das Menü des HD91 ist trotz der vielfältigen Einstellmöglichkeiten erfrischend einfach gehalten. Dabei sind die Einstellungen klar gegliedert und auf insgesamt vier Hauptmenü-Ebenen verteilt. Sofern man ein Untermenü betritt, wird das im Balken ganz oben angezeigt, so dass die Orientierung stets erhalten bleibt.

Die OSD-Einblendung ist gemessen an der Gesamtbildfläche zwar nicht riesig, die Schrift ausreichend groß und kontrastreich gehalten und daher auch aus größerem Abstand noch gut lesbar.

Optoma Hd91 Beamer Foto OSD
OSD: übersichtlich und gut ablesbar.

Verwendet man die Direktwahltasten wird statt des „großen Menüs“ in der Regel eine kleinere Einblendung der jeweiligen Funktion angezeigt.

Bis hierher wäre die Bedienung des HD91 wirklich top. Im Test wurden leider auch ein paar ärgerliche Defizite sichtbar. Zum einen reagierte die Bedienung nicht immer flüssig. Gelegentlich kam es ohne erkennbaren Grund zu Verzögerungen. Manchmal wurde ein Tastendruck auch gar nicht akzeptiert. Zunächst hatten wir die Fernbedienung im Verdacht, es scheint sich aber eher um ein Problem der Elektronik des Gerätes selbst zu handeln.

Ferner reagiert das Umschalten zwischen den verschiedenen Bildmodi von Haus aus recht langsam. Das wäre an sich noch nicht weiter tragisch, nur kann man einzelne Bildmodi durch mehrfachen Tastendruck nicht überspringen oder gar direkt anwählen. Will man also vom Cinema-Modus (im Menü ganz oben) zum Benutzer-Modus (ganz unten) wechseln, summiert sich die Wartezeit ganz gehörig. Alle dazwischen liegenden Modi müssen erst aufgebaut werden, bevor man wieder zum nächsten springen kann.

Auch im Zusammenhang mit der Erkennung von Signalquellen ist Geduld gefragt. Bereits bei der Messung der Bereitschaftszeiten hat uns überrascht, dass der HD91 hier 14 Sekunden braucht, um mit der Suche nach einer Quelle zu beginnen und dann weitere 15 Sekunden, um diese auch zu erkennen. Wäre das nur nach dem Einschalten so, könnte man sicher gut damit leben. Der Wechsel zwischen den beiden HDMI-Eingängen benötigt aber grundsätzlich 15 Sekunden.

Leider bleibt man von dem geschilderten Problem auch dann nicht verschont, wenn man nur einen einzigen HDMI-Eingang mittels BluRay-Player nutzt und sogar alle anderen Eingänge im Menü deaktiviert. Auch in dieser Konstellation benötigt der HD91 zunächst knapp 15 Sekunden, um den BluRay-Player zu erkennen und dessen Hauptmenü anzuzeigen. Anschließend summiert sich das Problem mehrfach, da der Player bis zum eigentlichen Filmstart noch öfters ein schwarzes Bild anzeigt und erneut nach einer Signalquelle sucht. Am deutlichsten zeigte sich das im 3D- aber auch im 2D-Betrieb.

Nach dem Start der BluRay-Disc vergehen also weitere 18 Sekunden bis zur Anzeige des Disc-Menüs und weitere 18 Sekunden bis zum Start des 3D-Films (17 Sekunden bei 2D). Startet der 3D-Film zunächst mit einem Trailer, den man abbrechen muss, um ins Hauptmenü zu kommen, kommen weitere 18 Sekunden dazu.

Ein kleiner Bedienfehler (Stopp- statt Pause-Taste) und das Ganze beginnt von vorne. Das dürfte selbst bei geduldigen Naturen die Toleranzgrenze schnell überschreiten.

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