Test Projektoren & Beamer Optoma HD91
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Einstellräder

Die Einstellräder für das Lens-Shift sind unterhalb des Gerätes angebracht und soweit nach hinten versetzt, dass sie nur schwer zugänglich sind. Noch besser als im Foto ist das in der schematischen Abbildung oben rechts zu sehen. Bei Tisch- bzw. Regalaufstellung hat man selbst mit schlanken Fingern schon seine Mühe, die Einstellräder zu erreichen. Auch für eine Deckenmontage über Kopf ist diese Position sicher nicht optimal.

Die Einstellräder haben zudem beim Richtungswechsel sehr lange Leerlauf. Hat man das Bild z.B. etwas zu weit nach oben geschoben, dann dreht man erst mal eine ganze Weile in die andere Richtung, bis sich das Bild wieder nach unten verschiebt. Auch die Winkelverstellfüße machen bei der Aufstellung wenig Freude. Sie sitzen in einem relativ weit nach unten gezogenen Sockel und sind daher zum Ausdrehen nur schwer zugänglich. Mit etwas kräftigeren Händen dürfte es gar unmöglich werden, ohne das ganze Gerät anzuheben. Eine präzise Ausrichtung wird dann zum Geduldsspiel.

Zur Schärfeeinstellung besitzt das Objektiv einen geriffelten Fokussier-Ring (vorderer Ring). Er ist ausreichend breit, sehr leichtgängig und agiert ohne Spiel. Auch bleibt das Bild beim Fokussieren absolut stabil, d.h. es findet keine Verschiebung des projizierten Bildes statt. Das ist wichtig, wenn man das Bild exakt in eine vorgegebene Fläche – z.B. eine Rahmenleinwand – positionieren will. Das Verhältnis Drehung zu Fokusänderung ist ebenfalls ausreichend gewählt, um in Summe eine sehr präzise Fokussierung zu ermöglichen.

Optoma Hd91 Beamer Objektiv
Hochwertiges Objektiv mit Fokussierring, 1,9-fach Zoom und Lens-Shift.

Hinter dem Fokussierring liegt der ebenfalls geriffelte und etwas breitere Ring zur Verstellung des Zooms. Schmale Finger sind auch hier gefragt, ansonsten funktioniert das Zoomen sehr leichtgängig und präzise.

Der Blick in das Datenblatt untermauert die bereits eingangs geäußerte Vermutung, dass Optoma hier ein sehr hochwertiges Objektiv verwendet hat. Das Objektiv hat nicht nur einen enorm großen Durchmesser, sondern bietet mit F 2,0 auch eine Lichtstärke, die bei Kamera-Objektiven jedes Fotografen-Herz höher schlagen lässt.

In Summe bietet der HD91 bei der Aufstellung einerseits ein Höchstmaß an Flexibilität, hat aber in der Umsetzung auch einige Schwächen im Detail, die vielleicht der Preis für das schicke Design sind. Bei einer Decken-Installation sind sie zudem nicht unbedingt relevant.

Bildgröße

Für eine Projektion im nativen 16:9-Format kann man den Projektionsabstand zwischen 1 und 10 Metern variieren und erhält damit Diagonalen von 0,76 bis zu gigantischen 7,67 Metern. Ob Letzteres für eine ausreichende Lichtleistung noch sinnvoll ist, bezweifeln wir.

Die untenstehende Übersicht aus dem Handbuch gibt die erreichbaren Verhältnisse von Projektionsabstand zu Leinwandgröße an, will aber nicht so recht zu den Spezifikationen des Gerätes auf der Webseite passen.

Optoma Hd91 Beamer ScreenS Projektionsgroessen
Übersicht Projektionsgrößen (Screenshot Handbuch OPTOMA).

Inbetriebnahme

Die erste Inbetriebnahme gestaltet sich beim HD91 recht einfach: anschließen und loslegen. Ein Set-Up-Menü zur Ersteinrichtung gibt es nicht, die richtige Sprache war auch bereits voreingestellt.

Ein- und Ausschalten

Projektoren mit herkömmlicher Hochdrucklampe benötigen typischerweise eine Auf- und Abkühlphase. Dass solche Projektoren bis zur Anzeige des ersten Bildes ein bisschen Zeit benötigen, ist also durchaus normal. Projektoren mit LED-Technik gehen hier in der Regel deutlich flotter zu Werke und können nahezu „instant“ ein- und ausgeschaltet werden.

Auch der HD91 startet blitzschnell und beginnt nach nur 3 Sekunden mit der Bildwiedergabe. Danach lässt er sich aber gehörig Zeit: bis zum Beginn der Suche nach einer Eingangsquelle vergehen weitere 14 Sekunden, das Erkennen der bereits anliegenden HDMI-Quelle benötigt weitere 15 Sekunden. Die volle Bildhelligkeit wird dann zum Schluss wieder in weniger als 1 Sekunde aufgebaut. In Summe vergehen also ca. 33 Sekunden bis man mit der Filmvorführung/Präsentation beginnen kann.

Das Ausschalten gelingt deutlich flotter. Wie üblich wird zunächst noch 10 Sekunden lang mit erhöhter Lüfter-Drehzahl die Restwärme aus dem Gerät geblasen, danach herrscht wieder vollständig Ruhe.

In der Praxis sind das durchaus gute Werte, wenngleich für einen LED-Beamer nicht sonderlich überragend. Ähnliche Werte hat kürzlich in unserem Test auch der Preis-Leistungs-Hit IN8606HD von InFocus bereits mit herkömmlicher Lampentechnik geschafft.

Bereitschaftszeiten

Sekunden
Startzeit bis Bildwiedergabe 3
Startzeit bis Anzeige HDMI-Quelle 32
Startzeit bis Anzeige HDMI-Quelle bei voller Bildhelligkeit 33
Abkühlzeit 10

Betriebsgeräusch

Ein weiterer Vorteil der LED-Technik ist, dass im Vergleich zu UHP-Lampen deutlich weniger Abwärme entsteht und damit auch eine leisere Kühlung möglich wird. Das Betriebsgeräusch beträgt laut Hersteller auch lediglich 23 dBA im Eco-Modus. Der HD91 weckt hier daher gerade bei audiophilen Heimkino-Enthusiasten große Erwartungen.

Bei den meisten Geräten hängt die Lüfter-Lautstärke primär mit der gewählten Lampenleistung zusammen, die unabhängig vom gewählten Bild-Modus in zwei Stufen (Normal/Sparmodus) geregelt werden kann. Das Pendant dazu beim HD91 dürfte der Regler „LED-Helligkeit“ sein, der aber auch bei 100%-Einstellung nicht automatisch das Betriebsgeräusch erhöht.

Etwas lauter wird der HD91 nur bei Nutzung bestimmter Presets. Doch selbst der Modus „Hell“, der erwartungsgemäß die höchste Lichtleistung und auch das lauteste Lüftergeräusch liefert, bleibt messtechnisch unter 30 dBA und liegt kaum höher als die Modi „Film“ oder „Referenz“. Subjektiv ist der Unterschied aber schon deutlich wahrnehmbar.

Überzogene Erwartungshaltungen sind angesichts der positiven Messwerte trotzdem nicht angebracht. Als „flüsterleise“ würden wir den HD91 auch bei geringster Lüfterdrehzahl nicht mehr bezeichnen. Das Betriebsgeräusch bleibt auch beim HD91 in sonst lautloser Umgebung deutlich wahrnehmbar. Bei geringem Abstand vor dem Gerät (1 bis 1,5 Meter) kann man zudem gelegentlich aus dem Lüftergeräusch auch ein hochfrequentes Zirpen und Surren heraus hören, das vermutlich bei anderen Geräten im lauteren Lüftergeräusch untergeht.

Im Vergleich zu anderen Projektoren gehört das Betriebsgeräusch des HD91 dennoch zu den angenehmsten und leisesten, die wir bisher getestet haben und dürfte im Kino-Betrieb selbst in leisen Passagen kaum auffallen. Besonders positiv ist dabei, dass der HD91 auch den 3D-Betrieb in seiner geringsten Lüfter-Stufe bewältigt.

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