Test ViewSonic VG2440V: Homeoffice-Monitor mit Webcam
2/6

0
5223

Bedienung

Auf dem Monitorrahmen befinden sich fünf Tasten zur Steuerung des OSDs und ein deutlich größerer Knopf zum Ein- und Ausschalten des Monitors. Die Bezeichnungen über den Tasten sind nur für die Schnellfunktionen interessant, im eigentlichen OSD werden die Funktionen der Tasten per Software eingeblendet. Die Bezeichnungen auf dem Monitorrahmen sind zudem sehr dezent, sodass sie bei schlechten Lichtverhältnissen kaum noch erkannt werden können. Die Taste mit dem Mikrofon-Symbol besitzt außerdem eine kleine LED. Diese leuchtet rot, wenn das Mikrofon stummgeschaltet wurde.

Mechanische Tasten auf dem Monitorrahmen
Mechanische Tasten auf dem Monitorrahmen

Die mechanischen Tasten haben einen sehr angenehmen kurzen Druckpunkt. Jeder Druck erzeugt zudem ein mechanisches Geräusch, wodurch ein direktes Feedback an den Nutzer gegeben wird. Eine Navigation im OSD war bequem möglich, und jeder Tastendruck hat auch zu einer Funktion geführt. Zu schnell darf allerdings nicht gedrückt werden: Mehr als etwa zwei Tastendrücke pro Sekunde können nicht verarbeitet werden.

Das Programm vDisplay Manager funktionierte bei uns mit dem Testgerät nicht. Damit könnten die Funktionen des Monitors auch bequem per Maus eingestellt werden. Auf der Hersteller-Homepage wurde die Software als Feature erwähnt, im Handbuch finden wir dazu aber keinen Hinweis mehr. Wir nehmen daher an, dass der Ausweis ein Fehler ist und das Programm bei diesem Monitor generell nicht funktioniert. Eventuell ist auch erst ein Update der Software notwendig.

OSD

Die ersten vier Tasten rufen Schnellfunktionen auf. Mit diesen kann der Sound leiser, lauter oder stummgeschaltet werden. Die letzte Taste schaltet das Mikrofon stumm. Für den Einsatzzweck des Monitors finden wir diese Tasten gut gewählt, da diese bei Videokonferenzen häufiger zum Einsatz kommen können.

Die fünfte Taste ruft das eigentliche OSD auf, das in sechs Abschnitte unterteilt ist. Der erste Reiter bietet dabei die Auswahl der Signaleingänge und der zweite Audio-Optionen an, die aber alle auch über die beschriebenen Schnellfunktionen verstellt werden können.

Einstellung der Bildmodi (Quelle: ViewSonic-Handbuch)
Einstellung der Bildmodi (Quelle: ViewSonic-Handbuch)
Farbeinstellungen (Quelle: ViewSonic-Handbuch)
Farbeinstellungen (Quelle: ViewSonic-Handbuch)

Der dritte Reiter enthält nicht nur die Bildmodi, sondern auch drei individuell verstellbare Modi, bei denen Optionen angeboten werden, die sonst im OSD nicht zu finden sind. Die Overdrive-Funktion kann zum Beispiel nur bei einem individuellen Modus verstellt werden. Dies finden wir nicht sehr glücklich gelöst, da wir diese auch gern im Standardmodus oder bei den Spielemodi eingesehen und gegebenenfalls angepasst hätten.

Der vierte Abschnitt bietet Farbanpassungen an. Dort sind neben vordefinierten Farbtemperaturen individuelle Einstellungen möglich. Der Gammawert kann erfreulicherweise ebenfalls festgelegt werden, und für externe Quellen ist die Auswahl des Farbraums und des Farbbereichs gedacht.

Bildanpassungen (Quelle: ViewSonic-Handbuch)
Bildanpassungen (Quelle: ViewSonic-Handbuch)
Allgemeine Einstellungen (Quelle: ViewSonic-Handbuch)
Allgemeine Einstellungen (Quelle: ViewSonic-Handbuch)

Die letzten beiden Abschnitte bieten Zugriff auf einige weitere Bildanpassungsmöglichkeiten und allgemeine Einstellungen. So kann das OSD zum Beispiel auch gedreht angezeigt werden, wenn der Monitor im Pivot-Modus betrieben wird. Insgesamt ein gut durchdachtes und für den Einsatzzweck des Geräts umfangreiches OSD.

Webcam und Mikrofon

Die auf dem oberen Rahmen des Monitors verbaute Webcam besitzt einen Schieber, der die Privatsphäre schützen soll. Neben der Linse wurde außerdem eine LED angebracht, die im Betrieb weiß leuchtet und so zusätzlich die Aktivität der Webcam anzeigt. Für den Betrieb der Webcam muss das USB-Kabel des ViewSonic VG2440V mit dem PC verbunden werden. Bei unserem Windows-10-Gerät war keine weitere manuelle Installation notwendig.

Webcam mit geschlossenem Schieber
Webcam mit geschlossenem Schieber
Webcam mit geöffnetem Schieber
Webcam mit geöffnetem Schieber

Wir haben die Webcam in der Praxis mit zwei üblichen Business-Notebooks von Dell und Lenovo vergleichen. Das Exemplar von ViewSonic besitzt 2 Megapixel, die beiden Laptop-Varianten nur etwa 1 Megapixel. Ein Unterschied bei der Bildqualität konnte aber nicht festgestellt werden. Die verbaute Webcam des ViewSonic konnte keine auffällig bessere Qualität liefern, in der Praxis konnte kein Gesprächspartner einen deutlichen Unterschied erkennen. Dies betrifft allerdings nur die Bildqualität, denn ein anderer Unterschied war dagegen deutlich sichtbar: Die Webcam ist weitwinkliger, als dies bei den beiden Laptop-Varianten der Fall ist, wodurch auch Videokonferenzen mit mehreren Personen vor dem Bildschirm möglich sein sollten. Wenn nicht gewünscht ist, dass ein größerer Teil der Umgebung gesehen werden kann, muss entsprechend Software-seitig ein anderer Hintergrund eingeblendet oder dieser unscharf gestellt werden. Eine eigene Software wird dafür nicht mitgeliefert, die gängigen Videokonferenzprogramme wie zum Beispiel Teams oder Skype bieten dies aber an.

Ein großer Vorteil ist zudem die Position der Webcam. Diese befindet sich direkt auf dem Hauptbildschirm und damit in einer angenehmen Höhe. Die Webcams von Business-Laptops sind deutlich niedriger und, wenn zusätzlich ein externer Bildschirm genutzt wird, zudem neben dem eigentlichen Hauptbildschirm. Die Linse des ViewSonic VG2440V kann außerdem um 5 Grad nach vorn oder hinten geneigt werden. Je nach Entfernung des Anwenders von der Linse macht dies mindestens eine halbe Kopfgröße aus, wodurch für sehr viele Sitzpositionen eine optimale Einstellung getroffen werden kann.

Der große Vorteil sind also die Position und die kleinen Extras wie die Einstellung der Neigung und des Schiebers. Die Bildqualität ist nicht besser als bei aktuellen Business-Laptops.

5-Grad-Neigung der Webcam nach vorn und hinten ist möglich
5-Grad-Neigung nach vorn und hinten möglich

Beim Mikron ergab sich ein sehr ähnliches Bild. Da die Lautsprecher nach unten ausgerichtet sind, bemerkten wir keine Probleme mit einem erzeugten Echo, das häufiger auftritt, wenn kein Headset genutzt wird. Bei der Soundqualität gab es dagegen keine Verbesserungen gegenüber den Laptop-Varianten. Die beste Qualität wird erreicht, wenn der Abstand zum Monitor 60 cm oder weniger beträgt. Danach muss deutlich lauter gesprochen werden, um angemessen wahrgenommen zu werden. Dies war bei den Laptop-Varianten aber ebenfalls der Fall, und auch die allgemeine Sprachqualität war sehr vergleichbar.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!