Test ViewSonic VP2768a: Beeindruckende Bildhomogenität

Hardware-kalibrierbarer Monitor für die Bildbearbeitung überzeugt im Test mit einer erstklassigen Bildqualität zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis

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Einleitung

Mit dem VP2768 hatten wir bereits vor knapp vier Jahren einen sehr günstigen Grafikmonitor mit Hardware-Kalibration von ViewSonic im Test, der uns nicht nur beim Preis, sondern auch bei der Leistung sehr angenehm überrascht hat.

Mit dem ViewSonic VP2768a ist jetzt der brandneue Nachfolger auf dem PRAD-Prüfstand. Dabei wäre der „Alte“ aufgrund seines sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnisses eigentlich immer noch sehr aktuell. Auf den ersten Blick trägt der „Neue“ primär der zunehmenden Bedeutung der USB-C-Schnittstelle Rechnung. Mit LAN-Anschluss und Power-Delivery von bis zu 90 Watt hat ViewSonic dessen Möglichkeiten gleich zu einer vollwertigen Docking-Station aufgewertet. Davon profitieren vor allem Besitzer moderner Notebooks und Tablets.

Ansonsten scheint äußerlich wie auch beim Blick unter die Haube alles gleich geblieben zu sein. Das nahezu rahmenlose Design konnte bereits beim Vorgänger überzeugen. Das Display bildet auch beim ViewSonic VP2768a ein IPS-Panel mit WQHD-Auflösung (2560 x 1440 Pixel). Es ist ab Werk vorkalibriert mit einer Farbgenauigkeit von Delta E ≤ 2 und soll den sRGB-Farbraum zu 99 % abdecken.

Mit den Kolorimetern von X-Rite kann das Gerät auch Hardware-seitig kalibriert werden, um die Farbgenauigkeit dauerhaft zu erhalten. Intern verwendet der VP2768a dabei zur Berechnung eine 3D-LUT mit 14 Bit und liefert damit eine Farbpalette von 4,3 Milliarden Farben.

Die Maximalhelligkeit beträgt 350 cd/m² bei einem nativen Kontrastverhältnis von 1000:1. Zusätzlich bietet der Proband sogar eine Regelung der Flächenhomogenität – sowohl über das OSD als auch über die Kalibrierungs-Software.

Zum Zeitpunkt der Testerstellung war der ViewSonic VP2768a im Onlinehandel bereits für 469 Euro zu haben und damit sogar günstiger als sein Vorgänger (zu seiner Zeit). Und ohne den Test vorwegnehmen zu wollen: Es hat sich doch mehr geändert, als auf den ersten Blick zu sehen ist.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im Datenblatt des ViewSonic VP2768a.

Lieferumfang

Der Lieferumfang unterstützt die Signaleingänge DisplayPort und USB-C mit entsprechenden Kabeln. Neben dem Stromkabel liegt ferner ein Typ-B-auf-Typ-A-Kabel für den USB-Hub bei.

In gedruckter Form finden wir eine Schnellstart-Anleitung und den Report mit den Ergebnissen der Werkskalibrierung. Darin ist auch eine individuelle Seriennummer genannt, die mit dem Aufkleber auf unserem Testgerät übereinstimmt.

Lieferumfang
Lieferumfang des ViewSonic VP2768a

Das Handbuch, die Treiber und ein Standard-Farbprofil sind direkt auf der Produkt-Website des ViewSonic VP2768a zu finden. Bei der Qualität des Handbuchs bleibt sich der Hersteller leider treu. Es wirkt lieblos zusammengeschustert und lässt an vielen Stellen wichtige Informationen vermissen. Dabei ist der Funktionsumfang des Gerätes teilweise durchaus erklärungsbedürftig.

Optik und Mechanik

Geliefert wird der ViewSonic VP2768a mit bereits vormontiertem Standbein. Das Lösen ist allerdings nicht wie bei der 4K-Variante durch ein einfaches Klicksystem möglich. Stattdessen müssen vier Schrauben gelöst werden.

Montage des Standbeins am Display
Montage des Standbeins

Zum Fertigstellen der Montage muss man ab Werk nur noch die Bodenplatte aufstecken und mit einer Flügelschraube fixieren. Alternativ kann der ViewSonic VP2768a an einem Schwenkarm oder einer Wandhalterung nach VESA-Standard (100 x 100) angebracht werden. Hier ist dann die geschraubte Display-Standbein-Verbindung von Vorteil, da man keinen zusätzlichen Adapter benötigt.

Montage des Standbeins, Monuitorfuß am Monitorarm
Montage des Standbeins
Fixierung vom Fuß mit Flügelschraube am Arm
Fixierung mit Flügelschraube

Optisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger ViewSonic VP2768 nicht viel geändert. Auf den ersten Blick sehen beide Geräte fast identisch aus. Allerdings wirkt die Rückansicht des Gerätes jetzt insgesamt etwas wärmer. Im ehemals rein silbernen, helleren Part des Standbeins ist nun ein Hauch von Bronze beigemischt.

Gleich geblieben ist das nahezu rahmenlose Design. Der äußere Rahmen misst nur ca. 2 mm. Im Betrieb kommt dann noch einmal ein ca. 6 mm breiter Rahmen durch die nicht genutzte Display-Fläche hinzu. Dieser insgesamt 8 mm breite Rahmen ist aber an allen Seiten gleich. Das findet man eher selten. Der ViewSonic VP2768a eignet sich damit ganz exzellent für das Zusammenstellen von Mehrschirmsystemen.

Monitor Ansicht vorn in der höchsten Stellung
Ansicht vorn in der höchsten Stellung
Monitor Ansicht hinten in der höchsten Stellung
Ansicht hinten in der höchsten Stellung
Monitor Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung
Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung
Monitor Ansicht hinten in der niedrigsten Stellung
Ansicht hinten in der niedrigsten Stellung

Auch die Rückseite verzichtet auf unnötige Schnörkel, wirkt aber durch die sanfte Wölbung und das verwendete Material recht edel. Das locker-leichte Design wird durch das geschwungene und in der Mitte geteilte Standbein nochmals unterstützt, sodass das Gerät trotz seiner 27-Zoll-Diagonale kaum am Schreibtisch aufträgt.

Display Ansicht 60°-Drehung nach links
Ansicht 60°-Drehung nach links
Display Ansicht 60°-Drehung nach rechts
Ansicht 60°-Drehung nach rechts

Auch die Ergonomie-Funktionen lassen keine Wünsche offen: 13 cm Höhenverstellung, Drehung nach rechts und links um je 60°, Neigung von -6° bis +21° und last but not least die Möglichkeit, das Display um 90° ins Hochformat zu schwenken.

ViewSonic VP2768a Ansicht seitlich
Ansicht seitlich
ViewSonic VP2768a Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten
Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten

Alle Verstellmöglichkeiten funktionieren zudem recht leichtgängig und bleiben stabil in ihrer Position. Lediglich die Höhenverstellung hört sich etwas rau an.

Ansicht Pivot seitlich
Ansicht Pivot seitlich
Ansicht Pivot von vorn
Ansicht Pivot von vorn

Die Teilung des Standbeins dient nicht nur der Optik, sondern auch zum Bündeln der Kabel. Während dieser Schlitz beim Vorgänger noch ganz bis zur Bodenplatte geöffnet war, wirkt das Standbein unten jetzt etwas stabiler.

Standbein des ViewSonic VP2768a
Standbein

Äußerst praktisch ist der Tragegriff am oberen Ende des Standbeins. Da das Gerät zudem nur knapp 7 kg wiegt, ist das Handling bei kleineren Transporten sehr angenehm.

Praktischer Tragegriff oben am Monitorarm
Praktischer Tragegriff

Lediglich die glänzenden Zier-Elemente in der Bodenplatte wirken weniger hochwertig und sind anfällig für Kratzer. Insgesamt machen die Verarbeitung und die verwendeten Materialien aber einen guten und der Preisklasse angemessenen Eindruck.

Die Kabelführung ist in den Monitorarm integriert
Kabelführung

Das Netzteil ist beim VP2768a wie gehabt direkt im schlanken Gehäuse untergebracht. Einen dedizierten Power-Switch gibt es trotzdem nicht. Auf der Rückseite sieht man im oberen Bereich dezente Lüftungsschlitze, die aber kaum benötigt werden. Auch nach längerem Betrieb konnten wir weder hier noch an anderer Stelle irgendeine nennenswerte Erwärmung feststellen.

Lüftungsschlitze an der Displaygehäuserückseite
Lüftungsschlitze

Technik

Betriebsgeräusch

Wir haben beim ViewSonic VP2768a keine Betriebsgeräusche wahrnehmen können. Sowohl im Standby wie auch in Betrieb arbeitet der Monitor völlig geräuschlos – unabhängig davon, welche Helligkeit eingestellt ist. Allerdings kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.

Stromverbrauch

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 35 W 25,41 W
Betrieb typisch 32 W
140 cd/m² k. A. 15,77 W
Betrieb minimal k. A. 10,62 W
Energiespar­modus (Standby) 0,3 W < 0,5 W
Ausgeschaltet (Soft Off) 0,3 W < 0,5 W
Ausgeschaltet (Netzschalter)

Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

ViewSonic nennt im Datenblatt einen Maximalverbrauch von 35 Watt. Nach unseren Messungen liegt er mit 25,41 Watt sogar 27 % darunter.

Das Ausschalten über den Soft-off-Button kann man sich sparen – bereits im Standby liegt der Strombedarf bei unter 0,5 Watt. Im Soft-off sinkt er geringfügig auf unter 0,3 Watt. Einen Netzschalter, um den Monitor komplett vom Stromnetz zu trennen, hat der ViewSonic VP2768a aber nicht.

Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz zeigt das Messgerät 15,77 Watt an. Die Effizienz bei dieser Helligkeit berechnet sich zu ausgezeichneten 1,8 cd/W. Das bereits extrem gute Ergebnis seines Vorgängers kann der VP2768a somit sogar noch einmal leicht übertreffen.

Anschlüsse

Die offensichtlichsten Veränderungen finden wir beim ViewSonic VP2768a im Bereich der Anschlüsse. Wie sein Vorgänger ist hier auch der aktuelle Proband vergleichsweise gut ausgestattet. Wie gehabt gibt es HDMI gleich zweimal. Anstelle des zweiten DisplayPort-Eingangs finden wir jetzt aber einen USB-C-Eingang.

Anschlüsse des ViewSonic VP2768a
Anschlüsse

Bei dem zusätzlichen DisplayPort handelt sich wie gehabt um einen reinen Ausgang, den man zum Daisy-Chaining verwenden kann. Daneben liegt ein analoger Kopfhörerausgang.

Beim USB-3.0-Hub muss man auf zwei Downstream-Ports verzichten. Dafür kommt jetzt aber ein Ethernet-LAN-Port (RJ45) dazu. Über USB-C angeschlossenen Geräten kann der ViewSonic VP2768a somit eine vollständige Docking-Station anbieten. Diese können gleichzeitig mit bis zu 90 Watt aufgeladen werden.

Diagramm der Anschlüsse des ViewSonic VP2768a
Diagramm der Anschlüsse

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