Test ViewSonic VP2768-4K – Monitor für Bildbearbeitung
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Software „Coloribration“

Eine kurze Erwähnung der Software zur Hardware-Kalibration mit dem fantasievollen Namen „Coloribration“ ist zwar vorhanden, ein eigenes Handbuch dazu gibt es aber nicht. Die Taste F1 zum Aufruf der Hilfe bringt in der Software nur eine leere Seite zum Vorschein.

Wer bereits die Software von X-Rite zur Software-Kalibrierung kennt, wird sich dennoch damit sofort zurechtfinden. Es handelt sich um eine für ViewSonic gebrandete und um die Fähigkeit der Hardware-Kalibration erweiterte Variante. Auf der CD war sie nicht enthalten. Der Weblink im Handbuch brachte uns aber ohne Umwege zur aktuellen Version, die wir nach der Installation als Version 1.5.0 identifizieren konnten.

So viel vorweg: Äußerlich scheint die Software im Vergleich zur Version 1.3.0 (Test VP3268-4K) unverändert. Unter der Haube hat ViewSonic aber offensichtlich einiges getan und viele Fehler und Kritikpunkte des letzten VP-Tests behoben.

HKL: Einstieg (Screenshot COLORBRATION)
HKL: Einstieg (Screenshot COLORBRATION)
HKL: Monitor-Optionen (Screenshot COLORBRATION)
HKL: Monitor-Optionen (Screenshot COLORBRATION)

Die Startseite dient primär der Erkennung von Monitor und Kolorimeter und der Wahl des Workflows (Profilieren oder Qualitätsüberprüfung). Wir haben hier den Modus „Erweitert“ gewählt, um die maximal vorhandenen Einstellmöglichkeiten zu sehen.

Auf der zweiten Seite wird unter „RGB-Primärfarben“ der Farbraum ausgewählt, auf den kalibriert werden soll. Hier haben wir sRGB und als Zielhelligkeit wie üblich 140 cd/m² eingestellt.

Die Profil-Optionen kann man ruhig auf Standardeinstellungen belassen. In den letzten beiden Schritten werden die Anzahl der Messfelder, die Option zur Verbesserung der Gleichförmigkeit und der im Monitor für die Kalibrierung zu verwendende Speicherplatz ausgewählt und schließlich die Kalibrierung gestartet.

Wie wir bereits gezeigt haben, bringt die GLK eine mehr als deutliche Verbesserung bei der Homogenität. Alle anderen Werte (Farbgenauigkeit und Graubalance) sind im Rahmen der Messgenauigkeit praktisch identisch. Da die Software in der Version 1.5.0 auch annehmbar flott und ohne die bisher beobachteten stundenlangen Hänger und Abstürze zu Werke geht, ist es sehr zu empfehlen, die GLK einzuschalten.

HKL: Profil-Optionen (Screenshot COLORBRATION)
HKL: Profil-Optionen (Screenshot COLORBRATION)
HKL: Mess-Optionen (Screenshot COLORBRATION)
HKL: Mess-Optionen (Screenshot COLORBRATION)

Der Kalibrierungsvorgang läuft dann vollständig automatisch ab und dauert bei mittlerem Messfeldsatz ca. 15 Minuten. Mit GLK dauert es etwas länger. Das erstellte Farbprofil wird automatisch in die Farbverwaltung des Betriebssystems eingetragen. Anschließend hat man noch die Möglichkeit, das Kalibrierungs-Ergebnis zu überprüfen. Zum Abspeichern der Kalibrierungs-Ergebnisse sind drei Speicherplätze bei den Bildmodi vorgesehen. Die Auswahl wird beim Kalibrierungsvorgang getroffen. Somit hat man die Möglichkeit, das Gerät auf unterschiedliche Ziele zu kalibrieren und über das OSD die Kalibrierung zu wechseln.

Allerdings muss man dann auch den Profilwechsel in der Farbverwaltung manuell entsprechend nachziehen. Ansonsten bekommt man in Farbmanagement-fähigen Anwendungen eine falsche Darstellung. Eine Funktion, die diesen Wechsel automatisch übernimmt (wie beim „Color Navigator“ von EIZO), bietet ViewSonic nach wie vor nicht an.

HKL: Messung (Screenshot COLORBRATION)
HKL: Messung (Screenshot COLORBRATION)
HKL: Profil erstellen (Screenshot COLORBRATION)
HKL: Profil erstellen (Screenshot COLORBRATION)

Die Lösung zur Hardware-Kalibrierung mag bei Weitem nicht den gleichen Funktionsumfang und die gleiche Stabilität wie beispielsweise der „Color Navigator“ von EIZO besitzen. Sie ist aber auf jeden Fall besser als eine reine Software-Kalibrierung und zumindest bei einem sRGB-Monitor auch ganz brauchbar.

Profilvalidierung

Diagramm: Profilvalidierung
Profilvalidierung

Der ViewSonic VP2768-4K zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die Graubalance ist gut, und die Farbwerte sind sehr gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Die Farbwerte sind ausgezeichnet und zeigen keine Auffälligkeiten durch einzelne Ausreißer. Die Graubalance und damit auch die Gesamtwertung sind gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Farbraum-Emulationen

Farbraum-Emulationen dienen dazu, den Farbraum des Monitors auf einen gewünschten Zielfarbraum zu begrenzen. Das ist immer dann notwendig, wenn eine genaue Farbwiedergabe gefordert ist, aber die verwendeten Anwendungen bzw. Signalquellen kein Farbmanagement unterstützen. Das wären zum Beispiel Office-Anwendungen, die meisten Internetbrowser oder externe Signalquellen wie BD-Player.

Mit dem Werks-Preset für sRGB bringt der ViewSonic VP2768-4K praktisch bereits eine Farbraum-Emulation ab Werk mit. Wir haben im Folgenden getestet, ob sich diese mithilfe der Hardware-Kalibrierung noch einmal verbessern lässt. Das ist in diesem Fall aber die gleiche Kalibrierung wie oben, nur dass wir das erstellte Farbprofil in der Messung nicht berücksichtigen. Wie wir bereits bei den Farbraumgrafiken gesehen haben, wird durch die Hardware-Kalibrierung der ansonsten etwas größere native Farbraum sehr genau auf sRGB zugeschnitten.

Das ist aber auch bereits im Werks-Preset der Fall. Eine weitere Verbesserung finden wir hier also nicht. Allerdings kann die Hardware-Kalibrierung auf unterschiedliche Zielhelligkeiten und Farbtemperaturen erfolgen.

Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB

Diagramm: Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB
Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

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