Test ViewSonic VP2768-4K – Monitor für Bildbearbeitung
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Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 285 cd/m². Das liegt immerhin 19 % unter der Herstellerangabe von 350 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 30 cd/m².

Helligkeits- und Kontrastverlauf des ViewSonic VP2768-4K
Helligkeits- und Kontrastverlauf des ViewSonic VP2768-4K

Nach der Software-Kalibrierung bleibt die Maximalhelligkeit mit gemessenen 283 cd/m² nahezu unverändert. Das Gleiche gilt für die Minimalhelligkeit, sodass der ViewSonic VP2768-4K auch für das Arbeiten in dunklen Umgebungen gut geeignet ist.

Das Kontrastverhältnis des IPS-White-LED-Panels gibt der Hersteller mit 1300:1 an. Diesen Wert konnten wir mit unseren Messungen nicht annähernd nachvollziehen. Gemäß unseren Messungen liegt es nach der Kalibrierung im Durchschnitt bei guten 939:1.

Üblicherweise wird das Kontrastverhältnis durch eine wirksame Gleichförmigkeitskorrektur (kurz: GLK) signifikant reduziert. Da die GLK beim ViewSonic VP2768-4K aber nur in bestimmten Bildmodi wie dem sRGB-Modus aktivierbar ist und danach die Helligkeit nicht verändert werden kann, können wir hier nicht mit einer vollumfänglichen Grafik aufwarten und haben zum Vergleich nur die fix eingestellte Helligkeit gemessen. Im sRGB-Modus sinkt das Kontrastverhältnis durch Aktivierung der GLK überdurchschnittlich stark auf 487:1 (1016:1 bei Deaktivierung).

Bildhomogenität

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild ohne Gleichförmigkeitskorrektur
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild ohne Gleichförmigkeitskorrektur
Farbhomogenität beim weißen Testbild ohne Gleichförmigkeitskorrektur
Farbhomogenität beim weißen Testbild ohne Gleichförmigkeitskorrektur

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Auch beim ViewSonic VP2768-4K haben wir die Homogenität zunächst im Werksmodus nach einer Software-Kalibration auf D65 gemessen. Sowohl die Helligkeitsverteilung (Durchschnitt: 9,63 %, Maximum: 18,14 %), als auch die Farbhomogenität (Delta-C-Average: 1.53, Delta-C-Maximum: 2.92) fallen hier nur zufriedenstellend aus.

Der ViewSonic VP2768-4K besitzt allerdings auch eine Funktion zur Gleichförmigkeitskorrektur – zum einen als Schalter im OSD, zum anderen als Option während der Hardware-Kalibrierung. Der Schalter im OSD ist reichlich gut versteckt unter „Manuelle Bildanpassungen“ zu finden und nur in bestimmten Standardfarbmodi wie zum Beispiel „sRGB“ aktivierbar.

Wir haben die Homogenität daher viermal gemessen:

  • Im Werksmodus nach einer Software-Kalibration auf D65 – GLK nicht aktivierbar
  • Im Werks-Preset „sRGB“ mit aktivierter GLK
  • Nach einer Hardware-Kalibrierung ohne die Option „Gleichförmigkeit verbessern“
  • Nach einer Hardware-Kalibrierung mit der Option „Gleichförmigkeit verbessern“

Aus Anwendersicht machen der Schalter im OSD und die Option während der Hardware-Kalibrierung nicht das Gleiche. Ersteren muss man einfach nur aktivieren. Bei der Hardware-Kalibrierung verlängert sich der gesamte Ablauf, da tatsächlich zusätzliche Messungen an 3 x 3 bzw. 5 x 5 über die gesamte Display-Fläche verteilten Stellen durchgeführt werden und auf dieser Basis dann eine Korrektur vorgenommen wird.

Insgesamt ist das ein eher ungewöhnlicher Ansatz. In unseren bisherigen Tests zur VP-Serie haben beide Möglichkeiten gleichermaßen enttäuscht und sich praktisch als nutzlos erwiesen. Selbst die Homogenität und/oder die Graubalance bzw. die Farbabweichungen haben sich eher noch verschlechtert.

Daher hatte der ViewSonic VP2768-4K hier für uns eine echte Überraschung parat. Sowohl über den OSD-Schalter als auch über die Option „Gleichförmigkeit verbessern“ während der Hardware-Kalibrierung bekamen wir messtechnisch plötzlich ein exzellentes Ergebnis. Subjektiv mag man im Gegensatz zu teureren Grafikmonitoren noch leichte Abweichungen in einem ganz schmalen Streifen an den extremen Rändern erkennen. EBV-tauglich ist die Performance des ViewSonic VP2768-4K aber jetzt allemal.

Bezogen auf die vier oben genannten Varianten sind die Ergebnisse – trotz der unterschiedlichen Herangehensweise – zwischen Software- und Hardware-Kalibrierung ohne GLK versus Software- und Hardware-Kalibrierung mit GLK jeweils identisch. Daher beschränken wir uns hier auf nur zwei Grafiken.

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild mit aktivierter Gleichförmigkeitskorrektur
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild mit aktivierter Gleichförmigkeitskorrektur
Farbhomogenität beim weißen Testbild mit aktivierter Gleichförmigkeitskorrektur
Farbhomogenität beim weißen Testbild mit aktivierter Gleichförmigkeitskorrektur

Sowohl die Helligkeitsverteilung (Durchschnitt: 1,68 %, Maximum: 4,21 %) als auch die Farbhomogenität (Delta-C-Average: 0.55, Delta-C-Maximum: 0.86) sind jetzt erstklassig. Allerdings muss man wie zu erwarten mit einem verminderten Kontrast leben. Mit GLK messen wir ein Kontrastverhältnis von knapp 500:1 – für die EBV immer noch ein brauchbarer Wert. Wir empfehlen daher, für die Bearbeitung von Fotos, Grafiken und Videos die Gleichförmigkeitskorrektur zu aktivieren bzw. selbige entsprechend in der Hardware-Kalibrierung zu verwenden.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des ViewSonic VP2768-4K
Coating des ViewSonic VP2768-4K
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der ViewSonic besitzt eine stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion. Aufgrund der hohen Auflösung und geringen Bilddiagonale sind sie entsprechend klein.

Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm des VP2768-4K bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad. Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte.

Horizontale und vertikale Blickwinkel des ViewSonic VP2768-4K
Horizontale und vertikale Blickwinkel

ViewSonic hat beim VP2768-4K ein IPS-Panel verwendet, die Blickwinkelneutralität ist erwartungsgemäß ausgezeichnet. Die Farben bleiben auch bei extremen Blickwinkeln stabil und die Sättigung konstant. Das gilt für horizontale wie vertikale Blickwinkel. Wahrnehmbar sind vor allem die verminderte Helligkeit und eine etwas schlechtere Zeichnung in dunklen Bildbereichen. Der Kontrasteindruck selbst leidet dennoch kaum. Auch die Farbtemperatur bleibt insgesamt gleich. Nur bei extremen Blickwinkeln von oben scheint sie etwas kühler zu werden. Insgesamt ist das ein sehr gutes Ergebnis.

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