Test Acer XF270HUA – Gaming-Monitor überzeugt
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Overdrive

60 Hz, Overdrive „Aus“

Bei ausgeschaltetem Overdrive liegt der Schwarz-Weiß-Wechsel bei 14,0 ms und der schnellste Grauwechsel bei 13,6 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt sogar 20,5 ms. Der CtC-Wert besitzt einen Wert von 16,8 ms und passt zu dem Gesamtbild, das für einen Gaming-Monitor nicht überzeugen kann. Überschwinger werden erwartungsgemäß nicht produziert.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm: 60 Hz („Aus“): langsame Schaltzeiten
60 Hz („Aus“): langsame Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz („Aus“): keine Überschwinger
60 Hz („Aus“): keine Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Normal“

„Normal“ ist die Werkseinstellung, bei der zudem nur geringe Überschwinger erzeugt werden. Sie ist daher auch für den Dauerbetrieb geeignet.

Der schnellste Grauwechsel sinkt auf 12,2 ms, und auch der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte verringert sich auf 14,4 ms. Der CtC-Wert halbiert sich auf 7,6 ms. Für einen Hardcore-Zocker könnten diese Werte noch nicht überzeugen und stellen lediglich befriedigende Schaltzeiten dar.

Diagramm: 60 Hz („Normal“): mittlere Schaltzeiten
60 Hz („Normal“): mittlere Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz („Normal“): neutrale Abstimmung
60 Hz („Normal“): neutrale Abstimmung

60 Hz, Overdrive „Extrem“

In der höchsten Overdrive-Einstellung erzielt der Monitor eine Schaltzeit von 7,6 ms bei einem Grauwechsel. Dies ist ein guter Wert, aber noch etwas entfernt von den Herstellerangaben (4 ms). Der CtC-Wert kann diese 4 ms dagegen erzielen. Erkauft wird diese Leistung durch starke Überschwinger, die im Praxiseinsatz sichtbare Qualitätseinbußen herbeiführen.

Diagramm: 60 Hz („Extrem“): schnelle Schaltzeiten
60 Hz („Extrem“): schnelle Schaltzeiten
Diagramm: 60 Hz („Extrem“): starke Überschwinger
60 Hz („Extrem“): starke Überschwinger

144 Hz, Overdrive „Aus“

Die Ansteuerung mit 144 Hz ändert an den Schaltzeiten kaum etwas, die Ergebnisse sind fast identisch zu den Messungen bei 60 Hz. Der Latenzwert kann als einziger Wert positiv hervorstechen und zeigt zum ersten Mal die möglichen Qualitäten des Gaming-Monitors.

Diagramm: 144 Hz („Aus“): mittelprächtige Schaltzeiten
144 Hz („Aus“): mittelprächtige Schaltzeiten
Diagramm: 144 Hz („Aus“): keine Überschwinger
144 Hz („Aus“): keine Überschwinger

144 Hz, Overdrive „Normal“

Im 144-Hz-Modus verringern sich die Schaltzeiten gegenüber dem 60-Hz-Modus ebenfalls nicht, sie erhöhen sich sogar. Der CtC-Wert erhöht sich deutlich und sticht mit 10,8 ms heraus. Insgesamt sind daher auch in diesem Modus keine großen Unterschiede bei den Schaltzeiten auszumachen. Einen Unterschied gibt es aber bei der Latenz und den Überschwingern, die im 144-Hz-Modus sehr neutral ausfallen.

Diagramm: 144 Hz („Normal“): gute Schaltzeiten
144 Hz („Normal“): gute Schaltzeiten
Diagramm: 144 Hz („Normal“): minimale Überschwinger
144 Hz („Normal“): minimale Überschwinger

144 Hz, Overdrive „Extrem“

Bei 144 Hz verbessern sich in der Einstellung „Extrem“ alle Werte leicht gegenüber 60 Hz. Entscheidend sind aber auch hier eher die deutlich geringeren Überschwinger. Diese fallen je nach Empfindlichkeit des Anwenders gering genug aus, um dieses Modus auch in der Praxis einsetzen zu können. Dies ist uns im Test aber nur mit einer NVIDIA-Grafikkarte gelungen, wie wir nachfolgend genauer erläutern werden.

Diagramm: 144 Hz („Extrem“): sehr gute Schaltzeiten
144 Hz („Extrem“): sehr gute Schaltzeiten
Diagramm: 144 Hz („Extrem“): minimale Überschwinger
144 Hz („Extrem“): minimale Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive „Aus“
60 Hz, Overdrive „Aus“
Diagramm: 144 Hz, Overdrive „Aus“
144 Hz, Overdrive „Aus“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive „Normal“
60 Hz, Overdrive „Normal“
Diagramm: 144 Hz, Overdrive „Normal“
144 Hz, Overdrive „Normal“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive „Extrem“
60 Hz, Overdrive „Extrem“
Diagramm: 144 Hz, Overdrive „Extrem“
144 Hz, Overdrive „Extrem“

Latenzzeit

Die Latenzzeit fällt bei 60 Hz mit 8,4 ms deutlich höher aus, als bei der Ansteuerung mit 144-Hz-Bildrate. Hier geht sie auf einen Spitzenwert von bis zu 0,2 ms zurück (kürzester Messwert aus mehreren Versuchen). Auch bei Hinzurechnung der halben mittleren Bildwechselzeit bleibt der Acer mit 144 Hz unter der 10-ms-Grenze und dürfte damit auch Profispieler überzeugen können.

Backlight

Das Hintergrundlicht des Monitors wird nicht durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert, deshalb entstehen auch keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flackern). Somit ist das Display auch bei reduzierter Helligkeit für längere Sessions geeignet.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Der Monitor besitzt einen FreeSync-Modus, der nur mit AMD-Grafikkarten betrieben werden kann. Dieser kann sowohl per DisplayPort als auch HDMI 2.0 eingesetzt werden. Beide Varianten bieten zudem einen großen Bereich von 40 bis 144 Hz für diese Technologie. Bei Aktivierung wird die Bildwiederholungsrate des Monitors mit der Grafikkarte abgeglichen und angepasst, um Ruckeleffekte oder Tearing zu vermeiden. Getestet haben wir dies vor allem mit einem schnellen Rennspiel, bei dem im eingeschalteten Modus ein „geschmeidigeres“ Bild angezeigt wurde. Subjektiv wirkt es angenehmer, allerdings nimmt es auch Einfluss auf die Reaktionszeit, weswegen Hardcore-Gamer bei schnellen Shootern diese Funktion nicht einschalten und auf die Vorteile der Bilddarstellungen gegenüber einer schnelleren Reaktionszeit in der Regel verzichten.

FreeSync-Bereich per DisplayPort
FreeSync-Bereich per DisplayPort
FreeSync-Bereich per HDMI
FreeSync-Bereich per HDMI

Das Handbuch weist darauf hin, dass bei eingeschaltetem FreeSync die Overdrive-Einstellungen nicht verändert werden können. Leider war dies im Test bei Verwendung einer AMD-Grafikkarte dauerhaft der Fall, wir konnten das System nur mit der Overdrive-Einstellung „Normal“ betreiben. Getestet wurde mit einer RX 570 und den aktuellsten Treibern, die Einstellungen ließen sich zu keinem Zeitpunkt ändern. Wir haben die Treiber deshalb restlos entfernt und den neuesten Treiber erneut installiert, was allerdings zu keiner Veränderung führte.

Das Verhalten der unterschiedlichen Overdrive-Einstellungen haben wir daher mit einer NVIDIA-Grafikkarte untersucht. Mit dieser Karte kann aber der FreeSync-Modus nicht genutzt werden. Wir konnten daher zum Beispiel die Kombination von FreeSync und dem Overdrive-Modus „Extrem“ nicht betreiben oder überprüfen.

Nicht änderbare Einstellungen bei einer AMD-Grafikkarte
Nicht änderbare Einstellungen bei einer AMD-Grafikkarte

Der bei AMD-Grafikkarten zwangsweise voreingestellte Overdrive-Wert „Normal“ ist unsere Empfehlung für den Dauerbetrieb, sodass die größte Anzahl der Anwender keinen Nachteil haben sollte. Zusammen mit 144 Hz werden in diesem Modus kaum Überschwinger erzeugt und so die beste, wenn auch nicht die schnellste Bilddarstellung geboten. FreeSync empfehlen wir grundsätzlich ebenfalls zu aktivieren, um ein noch angenehmeres Bild zu erhalten.

10 KOMMENTARE

  1. Das Bild des Monitors ist tatsächlich leicht unscharf, was besonders beim Lesen von Text nervt (beim Spielen merkt man es nicht). Bislang habe ich keinen Weg gefunden das zu beheben. Die Unschärfe lässt sich mit diesem Testbild hier „messen“: http://www.lagom.nl/lcd-test/sharpness.php
    Bild mit dem Acer XF270HUA: https://www.prad.de/board/core/attachment/12255-img-20190827-090107-0-jpg/?thumbnail=1
    Bild mit einem anderen Monitor, der keine Unschärfe aufweist: https://www.prad.de/board/core/attachment/12256-img-20190827-091914-1-jpg/?thumbnail=1

  2. Hallo, danke für den Test.
    Haben Sie die Overdrive-Einstellung „Normal“ mit dem Freesync getestet? Ist Overdrive wirklich aktiviert? Ich habe mir diesen Monitor gekauft und habe die alle Overdrive-Einstellungen ohne Freesync verglichen. Wenn ich Freesync einschalte, die Overdrive-Einstellung ist Normal im OSD, aber sieht es in Tests aber so aus, als Overdrive ist nicht aktiviert.

  3. Bei der Farbraumabdeckung steht für sRGB 79% vor und 99% nach der Kalibration. Im Text drunter steht:

    „Das Ergebnis ist nach der Kalibrierung etwas besser, in der Realität dürfte der Unterschied von einem Prozentpunkt dagegen nicht spürbar sein. “

    Liegt hier ein Fehler vor?

  4. Ist der Monitor eine gute Wahl? Oder ist die Bildqualität beim Predator XB271HUbmiprz nochmals deutlich besser? Welchen würdet ihr empfehlen, da der Predator doch nochmal deutlich teurer ist.

    Vielen Dank im Vorraus
    Christoph

  5. Danke für den Test. Ist mein Eindruck richtig, dass der Monitor nicht über eine Schärfe-Einstellung verfügt?

    Habe das Gerät im Markt aufgebaut gesehen und fand das Bild einen Tick zu weich. Beim kurzen Ausprobieren habe ich aber keinen Regler für die Bildschärfe gefunden. Der Super-Sharpness-Modus hingegen hat die Farbdarstellung verändert, sodass graue Schriften dunkle Konturen bekommen haben.

    Besten Dank für die Antwort.

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