Test ASUS F1 – Mobiler Kurzdistanz-LED-Beamer überzeugt
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Graustufen und Farbverläufe

Deutliche Schwächen zeigt der ASUS F1 auch bei der Graustufendarstellung. Die hellsten Stufen lassen sich mit freiem Auge zwar noch weitgehend unterscheiden – nur die hellste Stufe wird abgeschnitten und verschmilzt mit Weiß. Bei den dunkelsten Stufen ist eine Differenzierung aber nur noch bis einschließlich Stufe 10 möglich. Alle anderen Stufen verschwinden in einem einheitlichen Dunkelgrau. Feine Grauverläufe gelingen dem ASUS F1 dagegen recht gut. Auch Farbschimmer sind nicht auszumachen.

Graustufen-Testbild 1
Graustufen-Testbild 1
Graustufen-Testbild 2
Graustufen-Testbild 2
Graustufen-Testbild 3
Graustufen-Testbild 3

Farbwiedergabe

Beim ersten Einschalten des ASUS F1 fällt sofort auf, dass das Gerät Farben sehr leuchtend und kräftig darstellt. Mit Blick auf die Farbraumgrafik unten ist der Grund sofort zu erkennen: Der native Farbraum geht über den Standard-sRGB-Farbraum (bzw. die HDTV-Norm Rec. 709) deutlich hinaus.

Im Burosch-Testbild oben sieht man aber in den Farbverläufen ein ähnliches Problem wie bei den Graustufen. Die farbigen Streifen zeigen die drei Grundfarben in gleichmäßigen Helligkeitsabstufungen von Schwarz nach Weiß. In der Mitte ist die Farbsättigung am höchsten.

Kräftige Farben, passable Hauttöne
Kräftige Farben, passable Hauttöne

Vor allem bei Grün geht in der Bildmitte die Differenzierung längere Zeit völlig verloren. Bei Rot und Blau ist das Problem auch vorhanden, aber nicht ganz so großflächig. Grundsätzlich ist das auch bei anderen Farben und sehr feinen Farbverläufen zu beobachten. Das heißt, dass hier Bildinformation in stärker gesättigten Bereichen verloren geht und diese Bereiche dann unter Umständen wie eine gleichmäßige Fläche aussehen.

Durch eine Kalibrierung des Gerätes ließe sich das sicher verbessern, doch geht das eigentlich an der Zielgruppe des F1 vorbei. Für eine Kalibrierung notwendige Einstellmöglichkeiten wie der RGB-Regler sind im OSD des Beamers zudem gar nicht erst vorhanden.

Die Farbtemperatur messen wir im Werksmodus mit 10 795 K. Mit dem entsprechenden Regler („normal“, „kühl“, „warm“) im OSD lässt sie sich zwar anpassen, aber nur sehr geringfügig. Der ermittelte Einstellbereich reicht von 9271 bis über 12000 K. Das Gerät ist also sehr kühl abgestimmt, ohne dass uns das im Praxistest irgendwie gestört hätte.

Diagramm: Farbraum im Standardmodus
Farbraum im Standardmodus

Beim Helligkeitsverlauf sieht man nahezu deckungsgleiche Kurven für die Primärfarben. Im Durchschnitt ist der Helligkeitsanstieg aber merklich über der Norm. Richtig bedenklich ist hingegen der Gammaverlauf, der auch für so manche Probleme in den Graustufen verantwortlich sein dürfte. Der Durchschnitt liegt bei 1,85. Statt einer ansteigenden Kurve sehen wir aber eine, die viel zu hoch beginnt, dann konstant abfällt und schließlich bei 80 % komplett nach unten wegknickt.

Diagramm: Standardmodus: Helligkeitsanstieg
Standardmodus: Helligkeitsanstieg
Diagramm: Standardmodus: Gammaverlauf
Standardmodus: Gammaverlauf

Auch bei der Farbtemperatur sehen wir Auffälligkeiten. In dunkleren Bildbereichen ist sie erheblich wärmer als im Durchschnitt. Erst ab 20 % erreicht sie ein einigermaßen gleichmäßiges Niveau. Das mag auch den Rotstich im Schwarzbildtest erklären. Subjektiv sind diese Farbtemperaturschwankungen im bewegten Bild ebenfalls wahrnehmbar. Allerdings nur dann, wenn man darauf achtet, anstatt sich auf die Handlung zu konzentrieren.

Diagramm: Standardmodus: Verlauf Farbtemperatur
Standardmodus: Verlauf Farbtemperatur
Diagramm: Standardmodus: Verlauf RGB-Niveau
Standardmodus: Verlauf RGB-Niveau

Der Verlauf des RGB-Niveaus zeigt einigermaßen parallel verlaufende Kurven. Da wir hier mit der HDTV-Norm vergleichen und die Farbtemperatur des F1 deutlich kühler ist, fallen die Kurven nicht zusammen.

Subjektive Beurteilung

Die beiden Aufnahmen unten zeigen links das Originaltestbild, das wir projiziert haben, und rechts ein Foto der Leinwand davon. Solche Vergleiche sind natürlich gerade bei Geräten mit erweitertem Farbraum mit Vorsicht zu genießen. Bei der Ausgabe müssen wir die Bilder für die Web-Anzeige zwangsläufig in sRGB konvertieren. Außerdem entstehen bei der Aufnahme einer Projektion Unterschiede im Dynamikumfang, die sich ebenfalls auf die Farben auswirken.

Originalfoto
Originalfoto
Foto von der Leinwand
Foto von der Leinwand

Wir selbst haben die Bilder an einem kalibrierten Monitor und natürlich vor allem im direkten Abgleich mit dem Projektor begutachtet. Entscheidend ist also die Schilderung des subjektiven Eindrucks.

Naturgegeben stellt der F1 stark gesättigte Bereiche noch etwas kräftiger dar, als eigentlich im Quellmaterial vorhanden. Die Farbdarstellung bleibt dabei aber erstaunlich stimmig.

Hauttöne werden zwar tendenziell etwas wärmer und eventuell manchmal etwas rötlich dargestellt. Das ist uns aber nur bei genauem Hinsehen in Standbildern aufgefallen. Im Gegensatz zum LG PF1500 empfanden wir die Farbdarstellung bei der Wiedergabe von Filmen nie als besonders kühl und selten als überzogen. Gamer dürfte das Plus an Farbkraft ohnehin eher begeistern.

Großes Kino mit gutem Kontrast und kräftiger Farbdarstellung
Großes Kino mit gutem Kontrast und kräftiger Farbdarstellung

Wir haben die Darstellungsqualitäten des F1 mit unterschiedlichen Signalquellen (PC mit Software-Player, LG-Blu-ray-Player, integrierter Mediaplayer) und verschiedenen Auflösungen getestet.

Der ASUS F1 hat uns dabei subjektiv auf Anhieb überrascht und sogar ein wenig begeistert. Bei der Bildqualität hatten wir von einem 800-EUR-Beamer nicht allzu viel erwartet. Tatsächlich besticht der Proband aber mit einer sehr scharfen und detailreichen Darstellung. Zu diesem Wow-Effekt trägt sicher auch die Farbdarstellung des LED-Projektors erheblich bei. In Netflix-Serien wie Versailles kommen die prachtvollen Gewänder noch imposanter rüber.

Hauttöne können manchmal etwas zu rötlich werden. Auffällig wird das aber selten
Hauttöne können manchmal etwas zu rötlich werden. Auffällig wird das aber selten
In den meisten Szenen wirken auch Hauttöne sehr natürlich
In den meisten Szenen wirken auch Hauttöne sehr natürlich

2 KOMMENTARE

  1. Danke für den ausführlichen Test. Wirklich sehr informativ.

    Zwei Anmerkungen:

    Bei der Bildgröße sind dem Autor aber einige Fehler unterlaufen. Die Tabelle bringt aber Aufklärung. Man könnte auch einfach das Projektionsverhältnis von 1:0,8 angeben denn kann sich jeder der die Grundrechenarten beherrscht alles ausrechnen.

    Die Bewertung finde ich anhand der Schwächen allerdings unangemessen. Als Preis-Leistung ja, aber nicht als Gesamturteil.

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