Test ASUS PA32DC: OLED-Monitor für Content-Creator
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31,5 Zoll großes 4K-Display aus der ProArt-Serie von ASUS bietet VESA DisplayHDR 400 True Black und unterstützt HDR10, HLG und Dolby Vision

Messungen vor Kalibration und Profilierung

Dynamische Regelungen werden, sofern möglich, vor den nachfolgenden Tests deaktiviert.

Werkseinstellung (Farbmodus: Standard)

Die Werkseinstellung des ASUS ProArt PA32DC überzeugt. Alle von uns erfassten Parameter korrelieren gut mit den jeweiligen Einstellungen im OSD. Die Graubalance ist ausgezeichnet. Der Weißpunkt liegt, analog zur Werkseinstellung des LG 32BP95E, zwar etwas von der Tageslichtkurve entfernt. Das ist aber noch völlig unproblematisch.

Diagramm: Werkseinstellung
Werkseinstellung

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Farbmodus sRGB im Vergleich mit sRGB

Diagramm: Farbmodus sRGB
Farbmodus sRGB

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Farbmodus Adobe RGB im Vergleich mit Adobe RGB

Diagramm: Farbmodus Adobe RGB
Farbmodus Adobe RGB

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Farbmodus DCI-P3 im Vergleich mit DCI-P3 RGB

Diagramm: Farbmodus DCI-P3
Farbmodus DCI-P3

Auch die von uns getesteten SDR-Bildmodi überzeugen. Geringe Abweichungen in den bunten Farben belegen präzise Farbraumtransformationen. Entsprechende Inhalte können damit bereits ohne weitere Maßnahmen sehr ansprechend auch in nicht Farbmanagement-fähigen Anwendungen wiedergegeben werden. Die Graubalance ist nach wie vor sehr gut.

Sehr ärgerlich ist allerdings eine im sRGB-Modus auf rund 80 cd/m² fixierte Leuchtdichte. Hier interpretiert ASUS die Spezifikation, die noch Röhrenbildschirme ins Kalkül zog, viel zu eng. In den beiden anderen Bildmodi (Adobe RGB und DCI-P3) kann die Leuchtdichte im OSD angepasst werden. Abhilfe für die sRGB-Emulation mit höherer Leuchtdichte schafft erst eine Hardware-Kalibration mit entsprechender Zielvorgabe.

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Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde der ASUS ProArt PA32DC aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt. Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Tonwertkurve, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Die Hardware-Kalibration kam aufgrund ihrer Einschränkungen hier nicht zum Zug.

Profilvalidierung (Modus „Standard“)

Diagramm: Profilvalidierung
Profilvalidierung

Der ASUS PA32DC zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Shaper-/Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die Graubalance ist gut.

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Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

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Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)
Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)

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Vergleich mit ECI-RGB v2 (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit ECI-RGB v2 (farbtransformiert)
Vergleich mit ECI-RGB v2 (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Monitorprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Das gelingt für den ASUS ProArt PA32DC einwandfrei.

In sRGB und Adobe RGB treten aufgrund seines großen Farbumfangs keine Out-of-Gamut-Farben auf. Einige gesättigte Tonwerte, vornehmlich im Grünbereich, können in ECI-RGB v2 dagegen nur näherungsweise durch eine Abbildung auf die Farbraumgrenze dargestellt werden. Damit steigt auch die Gefahr von Tonwertabrissen in diesen Bereichen.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

UDACT („UGRA-Test“)

Vor dem Test haben wir den Bildschirm auf folgende Zielwerte kalibriert, die den Empfehlungen der UGRA für Softproofing-Aufgaben entsprechen (alternativ: L*-Gradation):

Helligkeit Weißpunkt (CCT) Weißpunkt (XYZ, norm.) Gradation
Ziel 160 cd/m² 5800 K 95.37 100.00 97.39 Gamma 1.8

Im Rahmen des Zertifizierungsprozesses wird unter anderem der UGRA/FOGRA-Medienkeil CMYK auf Basis der ausgewählten Druckbedingung vermessen. Wir definieren hier die durch die FOGRA39-Charakterisierungsdaten beschriebene Offset-Druckbedingung (glänzend bzw. matt gestrichenes Bilderdruckpapier). Die Zertifizierung stellt für den ASUS ProArt PA32DC auch im Rahmen der Software-Kalibration keine Hürde dar.

Diagramm: UDACT-Ergibnisse
UDACT-Ergibnisse

Die ausführlichen Testergebnisse des Ugra UDACT können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

ProArt-Calibration-Software

Hardware-Kalibration

Mittels der mitgelieferten ProArt-Calibration-Software kann der ASUS ProArt PA32DC kalibriert werden. Weil dabei direkt auf den Scaler bzw. dessen LUTs zugegriffen wird, handelt es sich um eine sogenannte Hardware-Kalibration. Als Messgeräte können i1Display Pro und i1Display Pro Plus von X-Rite, Spyder 5 und SpyderX von Datacolor oder das K10-A von Klein Instruments zum Einsatz kommen. Das integrierte Messgerät wird natürlich ebenfalls unterstützt. Die Umsetzung ist leider weiterhin recht spartanisch.

Das größte Manko ist der Verzicht auf eine abschließende Charakterisierung des Monitors, die in Form eines ICC-Profils gespeichert würde. Auf dieser Basis könnten Farbmanagement-fähige Anwendungen geeignete Transformationen vornehmen.

Im Preset-Mode werden nur die bereits vorhandenen Farbmodi rekalibriert. Zwei benutzerdefinierte Modi können dagegen individuell angepasst werden. Zur Auswahl stehen für SDR diverse Gamut-Optionen und Tonwertkurven (sRGB, DICOM und Gamma-Gradationen). Die gewünschte Leuchtdichte kann darüber hinaus ebenso definiert werden wie der Weißpunkt. Eine Kalibration mit nativem Farbumfang ist nicht möglich. Nachträgliche Charakterisierungen mit anderer Software (z. B. Argyll) sind daher insbesondere dann nicht sinnvoll, wenn der Simulationsfarbraum über den Monitorfarbraum hinausreicht. Das Gamut-Clipping wird vom Scaler umgesetzt. In diesem Fall müsste vielmehr ein zu den Einstellungen korrelierendes RGB-Arbeitsfarbraumprofil auf Ebene des Betriebssystems hinterlegt werden.

Für HDR-Workflows stehen „ITU-R BT. 2020“ und DCI-P3 RGB als Simulationsfarbräume zur Verfügung. Die Tonwertkurve folgt der PQ-Transferfunktion (gemäß SMPTE ST 2084) oder HLG („Hybrid Log Gamma“), während die maximale Leuchtdichte in Stufen von 300 cd/m² bis zum Maximum (entsprechend rund 550 cd/m²) angehoben werden kann.

Gut: ASUS hat eigene spektrale Charakterisierungsdaten für X-Rite i1Display Pro und i1Display Pro Plus hinterlegen lassen. Das steigert die Präzision zwar nicht erheblich, zeugt aber vom hohen Anspruch an das eigene Produkt. Ebenfalls erwähnenswert: Die aktuelle Version 3.0.1.2 macht einen wesentlich stabileren und ausgereifteren Eindruck als Version 2.2.08. Letztere hatten wir vor knapp einem Jahr beim Test des ASUS ProArt PA32UCG eingesetzt und mit einigen Abstürzen zu kämpfen.

Denis Freund

... ist seit 2008 dabei und hat Medieninformatik sowie Druck-/ Medientechnik studiert. Es ist für die Bereiche Farbmesstechnik, -metrik und -management zuständig und entwickelte die PRAD-Test-Software. Nach wie vor verfasst er Testberichte über Grafik-Monitore.

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