Test ASUS PA32DC: OLED-Monitor für Content-Creator
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31,5 Zoll großes 4K-Display aus der ProArt-Serie von ASUS bietet VESA DisplayHDR 400 True Black und unterstützt HDR10, HLG und Dolby Vision

OSD

Das OSD gliedert sich in neun Hauptmenüpunkte. Nach dem Aufruf des OSDs stehen dabei zunächst 14 Voreinstellungen zur Verfügung, die insbesondere Farbumfang, Tonwertkurve und Weißpunkt beeinflussen. Alle weiteren Einstellungen variieren stark mit dem hier gewählten Bildmodus.

Für SDR-Signale sind dabei im Standard-Bildmodus die umfangreichsten Anpassungen möglich. Über einen Helligkeitsregler wird die Intensität der Hintergrundbeleuchtung verändert. Der gewünschte Weißpunkt kann über Voreinstellungen in Kelvin oder drei RGB-Gain-Regler verändert werden. Die RGB-Gain-Regler verbleiben, unabhängig von der Auswahl der Farbtemperatur, in ihrer Grundstellung. Besser wäre an dieser Stelle ein expliziter Benutzer-Modus, der Einstellungen ausgehend vom nativen Panel-Weißpunkt erlaubt. Ein Gamma-Regler beeinflusst die Tonwertkurve (fünf Einstellungen von 1.8 bis 2.6).

Vier Skalierungseinstellungen erlauben die flächenfüllende und unskalierte Anzeige eingehender Signale. Ihr Dynamikbereich findet ebenfalls Berücksichtigung. In Abhängigkeit von der Auflösung ist noch eine 4:3-Einstellung auswählbar. Außerdem kann die Darstellung über einen mehrstufigen Schärfefilter an die persönlichen Vorlieben angepasst werden. Ziemlich umfangreich nimmt sich auch die Konfiguration für die Bild-in-Bild- bzw. Splitscreen-Anzeige aus.

Die Farbraum-Emulation umfasst diverse Ziele, darunter sRGB, Adobe RGB, DCI-P3 RGB und Rec. 2020. Der eingangs bereits erwähnte Standard-Bildmodus macht den nativen Farbumfang nutzbar. Das ist insbesondere im Zusammenhang mit einem Einsatz in Farbmanagement-fähiger Umgebung wichtig.

Ein wichtiges Feature sind die ebenfalls über das OSD zugänglichen HDR-Bildmodi. Hier kann eine auf HDR10 und HLG abgestimmte Ausgabe, unabhängig von der Zuspielung, erzwungen werden. Für HDR10-basierte Quellen stehen dabei drei Optionen zur Verfügung, die die Gradations-Charakteristik (PQ-Transferfunktion) steuern, und zusätzlich zwei Optionen, die den Farbumfang der Quelle berücksichtigen. Außerdem unterstützt der ASUS ProArt PA32DC Dolby Vision.

Die Option „Uniform Brightness“ steuert den ABL („Automatic Brightness Limiter“). Nach Aktivierung wird die maximale Leuchtdichte auf etwa 250 cd/m² begrenzt. Im Gegenzug bleiben jegliche vom Bildinhalt abhängige Helligkeitsanpassungen aus. Für die SDR-Wiedergabe ist diese Einstellung also unbedingt zu empfehlen. Nach Deaktivierung begrenzt der ABL die maximale Helligkeit abhängig vom Bildinhalt. Sie kann dann bis über 500 cd/m² hinausreichen.

Abstand nehmen sollte man von der dynamischen Helligkeits- und Weißpunktsteuerung („Ambient Effect“). Dagegen ist der Näherungssensor durchaus sinnvoll, da er das empfindliche OLED-Panel bei Abwesenheit abdunkelt bzw. abschaltet.

Menü (OSD): Bildmodi
Menü: Bildmodi
Menü (OSD): RGB-Gain
Menü: RGB-Gain
Menü (OSD): Gamma
Menü: Gamma
Menü (OSD): Signaleingänge
Menü: Signaleingänge

Bildqualität/ Signalverarbeitung

Allgemein

ASUS greift für den PA32DC auf ein 31,5 Zoll großes OLED-Panel von JOLED zurück. Es handelt sich um eine Matrix aus selbstleuchtenden RGB-Subpixeln – im Unterschied zu WOLED-Panels, die mit entsprechenden Farbfiltern ausgestattet wurden. Dieses Panel setzt auch der bereits getestete LG 32BP95E ein.

Spektrale Strahlungsverteilung Weiß (Farbort ~D65) nach Farbfiltern (i1Pro 2; optischer Bandpass: 10 nm)
Spektrale Strahlungsverteilung Weiß (Farbort ~D65) nach Farbfiltern (i1Pro 2; optischer Bandpass: 10 nm)

Teil der Signalverarbeitung im Scaler ist eine programmierbare 3D-LUT. Damit ist eine wichtige Voraussetzung für die akkurate und verlustfreie Farbreproduktion erfüllt. Das ist auch im Hinblick auf die (leider recht eingeschränkte) Hardware-Kalibration via ProArt-Calibration-Software von großer Bedeutung, da hier auf ebendiese Tabellen zurückgegriffen wird. Gleiches gilt für die Schnittstelle zu den Lösungen von Portrait Displays und Light Illusion. Die angepeilte Zielgruppe wird dann auch vornehmlich diese zur Optimierung der Reproduktion wählen. Während unserer Tests blieben Farbabrisse stets aus, die Darstellung ist visuell und messtechnisch neutral.

Testbild, um Grauverläufe zu überprüfen
Testbild, um Grauverläufe zu überprüfen

Die subjektive Bildqualität wird maßgeblich durch das hochwertige OLED-Panel bestimmt. Hier beeindruckt der ASUS PA32DC durch einen exzellenten Kontrastumfang. Schwarze Pixel können komplett abgeschaltet werden und emittieren dann kein Licht mehr. In dunkler Umgebung ist das ein echter Quantensprung im Vergleich zu herkömmlichen LCDs. Das gilt selbst dann, wenn sogenanntes Local Dimming zum Einsatz kommt. Denn es kann selbst in den besten Implementierungen nicht Artefakt-frei agieren. Die Blickwinkelstabilität liegt ebenfalls auf ausgesprochen hohem Niveau

Im Unterschied zum LG 32BP95E ist ein sogenanntes Screen-Shifting immer aktiv. Das ist kein echter Nachteil, da man ein OLED-Panel im Computerbetrieb (lange statische Desktop-Anzeigen) ohnehin nicht ohne diese Schutzfunktion betreiben sollte. Das angezeigte Bild wird dabei regelmäßig um einige Pixel verschoben. Aus diesem Grund fasst die Pixelmatrix auch etwas mehr als 3840 x 2160 Pixel. Visuell ist das eher unauffällig und stört kaum.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des ASUS PA32DC
Coating des ASUS PA32DC
Referenzbild zum Coating
Referenzbild zum Coating

Ein mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der ASUS ProArt PA32DC besitzt eine dezent matte Oberfläche mit winzigen, mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion. Das Ergebnis kann am ehesten mit dem Attribut „semiglossy“ beschrieben werden. Dem Aufstellort ist für optimale Ergebnisse damit ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Dafür wird man unter kontrollierten Lichtbedingungen mit einer weiter gesteigerten Darstellungsqualität belohnt.

Interpolation

Unsere Testsignale werden ordentlich verarbeitet. Eine Skalierung durch die Grafikkarte verbessert die Darstellung nicht. Der Schärferegler sollte, wie meist üblich, mit Bedacht eingesetzt werden. Werte über der Neutralstellung (0) führen zu unschönen Doppelkonturen. Wir empfehlen höchstens Einstellwerte bis 20.

Bildsignale werden dann korrekt dargestellt, wenn sie ein Seitenverhältnis von 16:9 (Einstellung: „Full“) oder 4:3 (Einstellung: „4:3“) aufweisen. Das gilt auch für SD-Videosignale. Sie weisen kein quadratisches Pixelseitenverhältnis auf.

OSD: Skalierungsoptionen
Skalierungsoptionen

Die folgenden Bilder geben einen groben Eindruck über die Qualität der Skalierung wieder. Der Abstand der Kamera zum Bildschirm ist stets identisch, und es wird immer seitengerecht auf Vollbild skaliert.

Auflösung 3840 x 2160 (nativ)
Auflösung 3840 x 2160 (nativ)
Auflösung 2560 x 1440
Auflösung 2560 x 1440
Auflösung 1920 x 1080
Auflösung 1920 x 1080
Auflösung 1024 x 768
Auflösung 1024 x 768
Auflösung 3840 x 2160 (nativ)
Auflösung 3840 x 2160 (nativ)
Auflösung 2560 x 1440
Auflösung 2560 x 1440
Auflösung 1920 x 1080
Auflösung 1920 x 1080
Auflösung 1024 x 768
Auflösung 1024 x 768
Denis Freund

... ist seit 2008 dabei und hat Medieninformatik sowie Druck-/ Medientechnik studiert. Es ist für die Bereiche Farbmesstechnik, -metrik und -management zuständig und entwickelte die PRAD-Test-Software. Nach wie vor verfasst er Testberichte über Grafik-Monitore.

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