Test ASUS PA32DC: OLED-Monitor für Content-Creator
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31,5 Zoll großes 4K-Display aus der ProArt-Serie von ASUS bietet VESA DisplayHDR 400 True Black und unterstützt HDR10, HLG und Dolby Vision

Juddertest

Um die vom ASUS ProArt PA32DC unterstützten Frequenzen und Wiedergabe-Eigenschaften zu testen, haben wir verschiedene Signale zugespielt und das Ergebnis bewertet.

Juddertest am ASUS PA32DC
Juddertest am ASUS PA32DC

Unsere von 24 bis 75 Hz reichenden Testsignale werden bis 60 Hz unterstützt. Die Darstellung ist mit allen, insbesondere für die Videowiedergabe wichtigen Bildwiederholfrequenzen (24 Hz, 50 Hz, 60 Hz) judderfrei.

Deinterlacing

Da ein LC-Display immer vollbildbasiert (progressiv) arbeitet, muss ein eingebauter Deinterlacer aus eingehenden Halbbildern (interlaced) eine Vollbildfolge erstellen.

Wir überprüfen das Deinterlacing mit Halbbildfolgen im 3:2- und 2:2-Rhythmus und spielen danach noch echtes Videomaterial mit nicht zusammenhängenden Halbbildern zu. Im Optimalfall kann der Deinterlacer in den beiden ersten Fällen die Originalvollbildfolge verlustfrei rekonstruieren.

Der ASUS ProArt PA32DC erkennt die originären Vollbilder zuverlässig bei einer in Europa für SD-Filmübertragungen üblichen 2:2-Kadenz. Bildfolgen im 3:2-Rhythmus werden dagegen nicht erkannt und wie Videomaterial behandelt. Das ist ungewöhnlich. Normalerweise ist die Erkennung einer 3:2-Kadenz für den Deinterlacer einfacher. Dieses Verhalten haben wir auch schon beim LG 32BP95E festgestellt. Das nährt die Vermutung, dass der gleiche Scaler zum Einsatz kommt.

Das Deinterlacing gelingt aber insgesamt gut. Kamm-Artefakte bleiben selbst bei schlechtem Material mit wenig Im-Bild-Bewegung aus. Für einen Monitor ist das bereits ein sehr ordentliches Ergebnis.

Keine Erkennung von 3:2-Signalen
Keine Erkennung von 3:2-Signalen
2:2-Signale werden dagegen korrekt verarbeitet
2:2-Signale werden dagegen korrekt verarbeitet
Test des Video-Mode-Deinterlacings
Test des Video-Mode-Deinterlacings

Signalpegel und Farbmodell

Der ASUS ProArt PA32DC verarbeitet digitale RGB- und YCbCr-Signale. Eine Anpassung des Dynamikbereichs ist über den Schalter „Input Range“ möglich. Die Einstellung „Full“ wird für Quellen verwendet, die den vollen Dynamikbereich nutzen (PC-Level, Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 0–255). Eine nach der Auswahl von „Limited 16–235“ durchgeführte Tonwertspreizung sorgt für die korrekte Darstellung von Signalen mit eingeschränktem Dynamikbereich (Videolevel, Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 16–235). „Limited 16-254“ erhält dagegen mögliche Informationen in den Lichtern (Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 16–254).

OSD: Input Range
OSD: Input Range

Ausleuchtung

Die Ausleuchtung des ASUS ProArt PA32DC ist zwangsläufig perfekt, weil die Pixel nicht von einer Hintergrundbeleuchtung durchschienen werden. Es erübrigt sich damit auch jeder Versuch, das in einem Bild festzuhalten.

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert.

Diagramm der Helligkeitsverteilung [%]
Helligkeitsverteilung [%]
Diagramm der Farbreinheit [Delta C]
Farbreinheit [Delta C]

Ein sehr erfreuliches Ergebnis fördert unser Test zur Helligkeitsverteilung zutage: Hier positioniert sich der ASUS ProArt PA32DC mit einer durchschnittlichen Abweichung von gerade einmal 2 % ganz weit vorn. Der Farbdrift fällt demgegenüber ab, obwohl er über weite Teile des Panels absolut im Rahmen bleibt. Eine entsprechend befriedigende Bewertung verhindert nur der sichtbare Farbstich in der unteren rechten Ecke. Eine Messung gemäß den originären Anforderungen in ISO 12646 würde diesen Bereich nicht erfassen und das Resultat entsprechend verbessern.

Helligkeit, Schwarzwert, Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen (auch Local Dimming) deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeitsverlauf des ASUS PA32DC – D65
Helligkeitsverlauf des ASUS PA32DC – D65

Leuchtdichte Weiß:

Helligkeit D65 5800 K D50
100 % 265,5 cd/m² 256,4 cd/m² 250,4 cd/m²
50 % 134,2 cd/m²
0 % 6,4 cd/m²

Mit annähernd nativem Weißpunkt erreichen wir eine maximale Leuchtdichte von rund 265 cd/m². Sie wird auch bei vollflächiger Anzeige erzielt. Damit qualifiziert sich der ASUS ProArt PA32DC für die meisten SDR-Anwendungsbereiche. Die Präzision der Reproduktion wird durch keine Dynamiken beeinflusst. Der Kontrastumfang ist Technologie-bedingt riesig und nur durch Lichteinflüsse bzw. Reflexionen begrenzt.

In den HDR-Modi steigt die maximale Leuchtdichte bis auf rund 550 cd/m². Der jeweils konkret erreichte Wert ist dann abhängig vom Bildinhalt. Ein ABL („Automatic Brightness Limiter“) begrenzt die Leistungsaufnahme – und bewahrt die OLEDs so vor Schaden. Die bereits genannten 265 cd/m² stellen beim vollflächigen Weißbild auch im HDR-Betrieb das erreichbare Maximum dar. Aber bereits eine nur wenig geringere Messfeldgröße lässt die Helligkeit wieder deutlich ansteigen. Mehr dazu im Abschnitt „HDR“.

Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Die Angaben beruhen auf einem Restkontrast von 10:1. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Allerdings werden weitere farbmetrische Veränderungen nicht oder nur unzureichend in die Angabe einbezogen.

Blickwinkel vom OLED-Panel des ASUS PA32DC
Blickwinkel des ASUS PA32DC

Auch hinsichtlich des Blickwinkels kann das OLED-Panel des ASUS PA32DC voll überzeugen und die LCD-Konkurrenz abschütteln. Farbton- und Gradationsveränderungen fallen sehr gering aus. Und die Kontraststabilität rangiert ebenfalls auf höchstem Niveau. Viel besser geht es nicht.

Farbmetrische Tests

Farbraumvergleich in CIELAB (D50)
Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in CIELAB ist D50 (adaptiert mit Bradford).

Weißes Volumen: Bildschirmfarbraum
Schwarzes Volumen: Referenzfarbraum
Buntes Volumen: Schnittmenge
Vergleichsziele: sRGB, Adobe RGB, ECI-RGB v2, ISO Coated v2 (ECI), DCI-P3 RGB

Farbraum Abdeckung
ISO Coated v2 99 %
sRGB 100 %
Adobe RGB 99 %
ECI-RGB v2 92 %
DCI-P3 RGB 96 %

sRGB und Adobe RGB werden vollständig abgedeckt. Präzise kann auch die durch die FOGRA39-Charakterisierungsdaten beschriebene Offset-Druckbedingung reproduziert werden. Damit sind aussagekräftige Proof-Simulationen möglich. ECI-RGB v2, das vor allem in medienneutralen Workflows Verwendung findet, wird immerhin noch zu einem guten Teil eingeschlossen.

Für den Einsatz in HDR-Video-Workflows spielt die Abdeckung von DCI-P3 RGB eine große Rolle. Hier überzeugt der ASUS PA32DC ebenfalls. Die Differenzen in Bezug zur Werksangabe (99 %) sind teilweise auf die Vergleichsgrundlage (CIELAB versus Farbtafel) und die Aufbereitung der Daten zurückzuführen.

Diagramm: Abdeckung ISO Coated v2
Abdeckung ISO Coated v2
Diagramm: Abdeckung ISO Coated v2
Abdeckung ISO Coated v2
Diagramm: Abdeckung sRGB
Abdeckung sRGB
Diagramm: Abdeckung sRGB
Abdeckung sRGB
Diagramm: Abdeckung Adobe RGB
Abdeckung Adobe RGB
Diagramm: Abdeckung Adobe RGB
Abdeckung Adobe RGB
Diagramm: Abdeckung ECI-RGB v2
Abdeckung ECI-RGB v2
Diagramm: Abdeckung ECI-RGB v2
Abdeckung ECI-RGB v2
Diagramm: Abdeckung DCI-P3 RGB
Abdeckung DCI-P3 RGB
Diagramm: Abdeckung DCI-P3 RGB
Abdeckung DCI-P3 RGB
Denis Freund

... ist seit 2008 dabei und hat Medieninformatik sowie Druck-/ Medientechnik studiert. Es ist für die Bereiche Farbmesstechnik, -metrik und -management zuständig und entwickelte die PRAD-Test-Software. Nach wie vor verfasst er Testberichte über Grafik-Monitore.

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