Test Beamer & Projektor BenQ W1080ST+

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Einleitung

Im Test des BenQ W1080ST+ geht es um einen dem Kurzdistanz-Projektor, mit dem Hersteller BenQ an das Vorgängermodell (W1080ST) anknüpfen will und versieht es mit neuen Features für mehr Kino- und Spielvergnügen: Hochauflösende Bilder und Filme in Full-HD projiziert der W1080ST+ schon aus kurzer Entfernung.

Zusammen mit dem optional erhältlichen Wireless-Full-HD-Kit (WFHD) sogar kabellos in voller Auflösung – auch in 3D. Dank MHL (Mobile High Definition Link) lassen sich damit selbst Inhalte von mobilen Endgeräten übertragen.

Der W1080ST+ möchte jeden Raum in ein Heimkino oder eine Spielarena verwandeln – unabhängig von der Zimmergröße. Zum Beispiel soll der W1080ST+ aus nur 1,5 Metern Entfernung zur Projektionsfläche eine Bilddiagonale von 100 Zoll (2,5 Meter) darstellen können. Damit muss der Spieler von Konsolenspielen mit Bewegungssteuerung nicht mehr zwischen Projektor und Projektionsfläche agieren – störende Schattenbilder sind passé.

Dank seiner Lichtstärke von 2.200 ANSI-Lumen bei einem maximalen Kontrast von 10.000:1 eignet sich der W1080ST+ laut Hersteller insbesondere für Home-Entertainment-Anwendungen.

Der Preis für den BenQ W1080ST+ beträgt 1.099 Euro (UVP). Zum Zeitpunkt des Tests ist er im Online-Versand bereits für 849 EUR inklusive Versandkosten erhältlich.

PRAD: Hands on BenQ W1080ST+

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Im Test: Hands on Video BenQ W1080ST+

Lieferumfang

Der Lieferumfang des BenQ W1080ST+ beschränkt sich auf das Notwendigste: Projektor, Netzkabel, Fernbedienung und Handbuch auf CD. Erfreulich ist, dass der Projektor zum Schutz des großen Kurzdistanz-Objektivs eine Schutzkappe mitbringt und damit auch gut transportabel ist. Das Handbuch ist recht ausführlich und verständlich geschrieben.

Benq W1080st 2 Beamer Lieferumfang
Benq W1080st 2 Beamer ScreenS Lieferumfang
Lieferumfang (rechte Grafik aus Handbuch BenQ)

Anschlüsse

Bei den Anschlussmöglichkeiten gibt sich das Test-Gerät BenQ W1080ST+ dagegen großzügig. Von links nach rechts zeigt die Abbildung: 2 x HDMI (1 x MHL), DC-12V-Trigger (3.5-mm-Jack), 2 x USB (1 x Mini Typ B, 1 x Typ A), RGB BGA-Analog (D-Sub 15-Pin), RS232 (DB-9-Pin), Component Video, Composite Video in (RCA), Audio in: 2 x L/R-Cinch und 1 x 3,5-mm-Klinke, Audio out (3,5-mm-Klinke) und Stromanschluss.

Benq W1080st 2 Beamer Anschluesse
Anschlüsse des BenQ W1080ST+.

Netzwerkfunktionalität bietet der W1080ST+ nicht. Die USB-Anschlüsse dienen laut Handbuch nur zur Aktualisierung der Firmware.

Optik und Gestaltung

Äußerlich kommt der W1080ST+ sehr schick daher. Die grauen Einlagen sind in Metall-Optik gehalten, tatsächlich aber aus Plastik. Insgesamt kann die Haptik beim In-die-Hand-Nehmen nicht ganz mit dem optischen Eindruck mithalten.

Benq W1080st 2 Beamer Ansicht Vorne
Benq W1080st 2 Beamer Ansicht Hinten
Ansichten: vorne und hinten.
Benq W1080st 2 Beamer Ansicht Rechts
Benq W1080st 2 Beamer Ansicht Links
Ansichten: rechte und linke Seite.

Mit seinen Abmessungen von 312 x 104 x 244 (B x H x T in mm) und einem Gewicht von 2,85 kg ist der BenQ W1080ST+ zwar nicht mehr primär auf Portabilität ausgerichtet, aber immer noch gut transportabel.

Benq W1080st 2 Beamer ScreenS Abmessungen
Grafik Abmessungen (Handbuch BenQ)

Zur Gerätesicherung befindet sich auf der Rückseite die Öffnung für ein Kensington-Kabelschloss. Bohrungen an der Unterseite ermöglichen eine Deckenmontage.

Aufstellung

Die Flexibilität bei der Aufstellung ist durchaus ein wichtiges Kaufkriterium, da der Projektor sich in der Regel möglichst einfach in einen Raum integrieren lassen soll.

Benq W1080st 2 Beamer Standbein
Seltsame Logik bei den Standbeinen.

An Stelle der sonst üblichen vier Standbeine setzt der W1080ST+ nur auf ein Dreibein. Das ist grundsätzlich ausreichend, allerdings sind nur zwei davon höhenverstellbar. Im voll eingefahrenen Zustand sind sie nicht gleich lang, so dass man auch bei perfekt waagrechter Aufstellfläche erst justieren muss, um das Bild auszurichten.

Bei dem vorderen Standbein handelt es sich um einen Schnellspann-Einstellfuß, der durch Drücken der darüber liegenden Taste herausgelassen werden kann. Das ist durchaus praktisch, allerdings wirkt die Ausführung etwas wackelig und zerbrechlich.

Weiter unten in der Übersicht zu den Projektionsgrößen finden sich auch die Angaben zum vertikalen Versatz. Der liegt zwar im üblichen Rahmen, ist beim W1080ST+ aber eher als ungünstig zu beurteilen, da es sich um einen Kurzdistanz-Projektor handelt, der vor dem Zuschauer positioniert wird.

Das heißt im Klartext für die am häufigsten genutzte Tischaufstellung: Stehend bei Konsolenspielen mit Bewegungssteuerung oder in aufrechter Sitzposition sieht man über den Projektor gut hinweg. Wer aber den Filmeabend seitlich auf der Couch liegend genießen möchte, hat unweigerlich irgendwo den Projektor im Bild.

Natürlich kann man das vordere Standbein weiter herauslassen, um das Bild vertikal nach oben zu kippen. Die elektronische Trapezkorrektur kann dann zwar die schräg werdenden Bildränder ausgleichen, nicht aber den Schärfeverlust und die Verzerrungen im Bild. Ein optisches Lens Shift bietet der W1080ST+ in dieser Preisklasse nicht.

Einzige Alternative ist die etwas aufwendigere Deckenmontage. An der Unterseite besitzt der Projektor dazu entsprechende Bohrungen. Die Bildlage kann dann im Menü von Tisch- auf Deckenprojektion umgestellt werden, auch Rückprojektion ist in beiden Positionen möglich. Eine entsprechende Halterung ist als optionales Zubehör erhältlich.

Die Bildgröße kann über einen 1,2-fach-Zoom reguliert werden. Das ist zwar nicht üppig, aber dennoch sehr hilfreich. Zur Schärfeeinstellung ist über die Oberseite ein geriffelter Fokussierring zugänglich (vorderer Ring). Er ist ordentlich breit, leichtgängig und agiert ohne Spiel. Auch bleibt das Bild beim Fokussieren ausreichend stabil, das heißt, es findet keine Verschiebung des projizierten Bildes statt.

Benq W1080st 2 Beamer Objektiv
Benq W1080st 2 Beamer Objektiv 2
Großes Weitwinkel-Objektiv mit Fokussierring und 1,2-fach-Zoom.

In Summe hinterlässt der BenQ W1080ST+ in dieser Disziplin einen etwas gemischten Eindruck. Bei einem Kurzdistanzprojektor wäre ein deutlich größerer vertikaler Versatz eigentlich wünschenswert.

Bildgröße

Für eine Projektion im nativen 16:9-Format kann man den Projektionsabstand zwischen 0,61 und 3,65 Metern variieren und erhält damit Diagonalen von 1,02 bis zu gigantischen 5,08 Metern. Ob Letzteres für eine ausreichende Lichtleistung noch sinnvoll ist, sei dahingestellt.

Bei einer typischen Leinwand mit 2 Metern Breite (2,3 Meter Diagonale) hat man beim Projektionsabstand die freie Wahl zwischen 1,37 und 1,64 Metern. Zum Vergleich: Der Optoma GT1080 schafft diese Bildgröße bereits aus einem Abstand von nur 1 Meter. Die 37 Zentimeter mögen wenig erscheinen, sind in der Praxis aber ziemlich viel. Vor allem entsteht hier ein ganz anderer Abstrahlwinkel, so dass der Optoma GT1080 auch bei niedrigeren Sitzpositionen nicht in das Bild gerät.

Die Distanztabellen unten zeigen die Aufstellungsmöglichkeiten detailliert für eine Projektion im 16:9-Format.

Benq W1080st 2 Beamer ScreenS Projektionsgroessen
Übersicht Projektionsgrößen (Screenshot Handbuch BenQ)

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