Test BenQ PD3420Q: Design­View-Monitor erstmals in 21:9

34 Zoll großer Monitor für Grafiker, Architekten und 3D-Artists mit Mac-Kompatibilität

Einleitung

Mit Monitoren aus der DesignView-Reihe wendet sich BenQ an Anwender mit hohen Ansprüchen an die Farbreproduktion, die aber auf eine Hardware-Kalibration verzichten können. Im Gegenzug winkt ein attraktiver Preis. Für das von uns getestete Modell PD3240Q gibt es indes auch bislang gar kein Pendant aus der höher positionierten PhotoVue-Reihe.

Seine technischen Daten zeichnen den BenQ PD3240Q als Allrounder mit breitem Einsatzgebiet aus. Das ist wörtlich zu verstehen: Als Herzstück der Bildwiedergabe fungiert ein 34 Zoll großes LCD-Panel mit einer Auflösung von 3440 x 1440 Pixeln. Bei einem Seitenverhältnis von 21:9 ist reichlich Platz auf dem Desktop ebenso garantiert wie eine hohe Immersion in Spielen. Sie leidet allenfalls etwas unter der fehlenden Krümmung. Viele Anwendungen im Bereich von Layout und Bildretusche profitieren dagegen von der planen Fläche, die dank IPS-Technologie stets unverfälschte Einblicke gewährt.

Eine optimierte WLED-Hintergrundbeleuchtung soll den Farbumfang deutlich über sRGB hinaus in Richtung DCI-P3 RGB erweitern. Wir sind gespannt, ob gängige RGB-Arbeitsfarbräume im Bereich der Bildbearbeitung und Offset-Druckbedingungen ebenfalls hinreichend abgedeckt werden.

Ausgesprochen umfangreich nimmt sich auch die Konnektivität aus: BenQ stattet den PD3420Q mit zahlreichen Signal- sowie USB-Anschlüssen aus und setzt darüber eine einfache KVM-Funktionalität um: Für zwei angeschlossene Systeme muss entsprechend nur ein Satz Eingabegeräte vorgehalten werden.

Den bereits angesprochenen Allround-Charakter unterstreicht die DisplayHDR-400-Zertifizierung. Sie macht den BenQ PD3420Q zwar nicht zum HDR-Spezialisten, garantiert aber zumindest eine rudimentäre Unterstützung für entsprechende Inhalte.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im Datenblatt des BenQ PD3420Q.

Lieferumfang

BenQ liefert den PD3420Q erfreulicherweise mit zahlreichen Kabeln aus. Wir entnehmen dem Karton je ein Exemplar für Mini DisplayPort auf DisplayPort, für HDMI und für USB-C. Der interne USB-Hub kann optional über ein ebenfalls beigefügtes Typ-A-auf-Typ-B-Kabel mit dem Rechner verbunden werden. Auf ein Netzkabel wurde natürlich ebenso wenig verzichtet.

Darüber hinaus ist der sogenannte Hotkey-Puck beigelegt. Es handelt sich um einen Drehregler mit zusätzlichen Tasten, der über einen speziellen Anschluss mit dem Monitor verbunden wird. Sodann kann das OSD optional über diesen Regler gesteuert werden. Neben einer Kurzanleitung wurde dem Monitor ein umfangreicher Kalibrationsreport beigelegt.

Optik und Mechanik

BenQ greift für Monitore aus der PhotoVue-Reihe noch auf ein klassisches Gehäuse mit deutlichem Rahmen zurück. Dagegen bekam der BenQ PD3420Q genau wie seine aktuellen Geschwister ein modernes, fast rahmenloses Design spendiert. Letzteres trifft natürlich nur im ausgeschalteten Zustand zu. Dann verbleiben lediglich knapp 2 mm Einfassung. Im unteren Bereich messen wir dagegen gut 20 mm. Ein puristischer Auftritt setzt sich auch auf der schmucklosen Rückseite fort. Akzente setzen allenfalls das eingelassene Herstellerlogo und die silbergraue Standfußkonstruktion.

Der BenQ PD3420Q
Der BenQ PD3420Q

Die vom Rahmen eingefasste, nicht aktive Panel-Fläche misst etwa 10 mm. Auf dem Schreibtisch beansprucht der BenQ PD3420Q rund 25 cm. Ohne Standfuß verbleiben gut 6 cm.

Verbindung Standbein zu Display (VESA-Standard)
Standbein

Materialanmutung und Verarbeitungsqualität sind gut. Größere Spaltmaße können wir nicht ausmachen. Dank der hinreichend massiven Basisplatte wird der Monitor sicher auf dem Schreibtisch fixiert.

BenQ PD3240Q niedrigste Stellung von vorn
Niedrigste Stellung von vorn
BenQ PD3240Q niedrigste Stellung von hinten
Niedrigste Stellung von hinten
BenQ PD3240Q höchste Stellung von vorn
Höchste Stellung von vorn
BenQ PD3240Q höchste Stellung von hinten
Höchste Stellung von hinten

Der Regelungsbereich der Höhenverstellung umfasst 15 cm. In der niedrigsten Einstellung beträgt der Abstand von der Rahmenunterkante zur Tischoberfläche 6,5 cm. In der höchsten Position ermitteln wir 21,5 cm. Die maximale Neigung nach hinten wird bei 20 Grad erreicht. Eine Neigung in Gegenrichtung ist bis etwa 5 Grad möglich. Alternative Befestigungssysteme werden über die VESA-100-Verschraubung mit dem Monitor verbunden.

Display mit maximalen Neigungswinkel nach hinten
Maximaler Neigungswinkel nach hinten
Display mit maximalen Neigungswinkel nach vorn
Maximaler Neigungswinkel nach vorn

Der Standfuß erlaubt eine Drehung um 30 Grad in beide Richtungen. Leider verzichtet BenQ für alle Monitore der PhotoVue-Reihe auf eine Aussparung, um den Hotkey-Puck direkt am Display fixieren zu können.

Display seitliche Drehung nach rechts
Seitliche Drehung nach rechts
Display seitliche Drehung nach links
Seitliche Drehung nach links

Die im Betrieb entstehende Abwärme wird passiv über das Gehäuse mit seinen nur wenigen Lüftungsschlitzen abgeführt. Helligkeits- oder Kontrast-abhängige Störgeräusche bleiben erfreulicherweise völlig aus.

BenQ PD3240Q Rückseite mit Lüftungsschlitzen
Rückseite mit Lüftungsschlitzen

Stromverbrauch

Bei einer Leuchtdichte von 140 cd/m² ermitteln wir eine Effizienz von rund 1,4 cd/W. Das ist ein ordentlicher Wert. Mit aktivierter Ausgleichsfunktion zur Verbesserung der Flächenhomogenität (OSD-Einstellung: Uniformity „On“) sinkt der Weißpegel. Um die angestrebte Leuchtdichte zu erreichen, muss nun eine höhere Helligkeit im OSD gewählt werden. Die Effizienz sinkt auf 1,1 cd/W.

Im Energiesparmodus sinkt die Leistungsaufnahme hinreichend. Nach Betätigung der Ein-/Austaste liegt die Messung nahe null.

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal k. A. 45,1 W
140 cd/m² (Uniformity: Off) k. A. 26 W
140 cd/m² (Uniformity: On) k. A. 32,4 W
Betrieb minimal k. A. 19 W
Energiespar­modus 0,5 W 0,4 W
Ausgeschaltet 0 W 0 W

Anschlüsse

Der BenQ PD3420Q nimmt Videosignale über vier Anschlüsse entgegen. Dem Benutzer stehen dabei ein DisplayPort-Eingang nach Version 1.4, zwei HDMI-Eingänge nach Version 2.0 und ein USB-C-Eingang mit DisplayPort-Implementierung zur Verfügung.

Die Signaleingänge des BenQ PD3420Q
Die Signaleingänge des BenQ PD3420Q

Der integrierte USB-Hub stellt drei Downstream-Buchsen (Typ A) nach Version 3.1 bereit. Zwei befinden sich auf der rückwärtigen Anschlussphalanx. Ein weiterer wurde, zusammen mit einem USB-C-Port, seitlich eingelassen. Die Ausgabe von Audiosignalen erfolgt über die beiden eingebauten Lautsprecher (je 2,5 Watt) oder einen Kopfhörerausgang mit 3,5-mm-Klinke.

Die Datenübertragung zum Rechner erfolgt über einen dedizierten Upstream-Anschluss (Typ B) oder den USB-C-Signaleingang. Letzterer stellt auch Leistung bis 65 Watt für verbundene Geräte bereit. Zum vollständigen USB-C-Dock fehlt nur noch eine Netzwerkbuchse.

Seitliche USB-Anschlüsse des BenQ PD3240Q
Seitliche USB-Anschlüsse

Bedienung

Die vier Bedienelemente wurden auf der Rückseite eingelassen. Das ist nicht ideal, allerdings wird neben der Ein-/Austaste letztlich nur der Mini-Joystick benötigt. Er lässt den Benutzer durch das OSD navigieren. Mit dem Hotkey-Puck kann die Bedienung weiter vereinfacht werden.

Die Tasten auf der Displaygehäuserückseite zur Menüsteuerung
Die Tasten zur Menüsteuerung

Es handelt sich beim Hotkey-Puck um einen externen OSD-Controller mit zentralem Wählrad und drei konfigurierbaren Tasten. Er wird über einen speziellen Anschluss mit dem BenQ PD3420Q verbunden und erleichtert die Bedienung deutlich.

Über das Wählrad kann in der Werkseinstellung die Helligkeit direkt verändert werden. Es fungiert aber auch als Taster, der das OSD aktiviert. Anschließend navigiert der Benutzer per Drehung durch das Menü und verändert Einstellwerte.

Die Hotkey-Puck-Steuerung (Ferbedienung) des BenQ PD3240Q
Die Hotkey-Puck-Steuerung

Die drei Tasten erlauben einen direkten Aufruf diverser OSD-Einstellungen. So können zum Beispiel drei Farbmodi zugewiesen werden. Allerdings ist man für alle drei Tasten jeweils auf eine Einstellungskategorie (in unserem Beispiel eben die zur Verfügung stehenden Bildmodi) festgelegt.

OSD

Das OSD gliedert sich in sieben Hauptmenüpunkte. Sie ermöglichen eine umfangreiche Anpassung der Darstellung – sowohl im Rahmen einer Software-Kalibration als auch rein visuell.

Über einen Helligkeitsregler wird die Intensität der Hintergrundbeleuchtung verändert. Der gewünschte Weißpunkt kann über Voreinstellungen in Kelvin oder über drei RGB-Gain-Regler verändert werden. Eine Anpassung der Tonwertkurve ist über den Gamma-Regler möglich. Abseits fixer Werte (1.8–2.6) kann erfreulicherweise nun auch die sRGB-Charakteristik ausgewählt werden.

Diverse Bildmodi referenzieren Voreinstellungen, die dem BenQ PD3420Q mit auf den Weg gegeben wurden. Anpassungen sind dabei, bis auf die Helligkeit, kaum möglich. Vollen Zugriff auf alle Parameter erlaubt allerdings der benutzerdefinierte Modus (Color-Mode: „User“). Im Unterschied zum bereits von uns getesteten BenQ PD3220U befinden sich Farbton- und Sättigungseinstellungen nach Aufruf der Werkseinstellungen in der Neutralstellung. Damit entfallen die für eine korrekte Darstellung sonst notwendigen Eingriffe.

Lediglich zwei Skalierungseinstellungen erlauben Anpassungen im Hinblick auf das Seitenverhältnis des Eingangssignals (flächenfüllend und unskaliert). Ein mehrstufiger Schärfefilter hebt auf Wunsch Objektkanten hervor. Zudem kann die Darstellung auf den Dynamikbereich des Eingangssignals angepasst werden.

Weitere Optionen umfassen die Auswahl der Menüsprache, die Zuschaltung der Pixelbeschleunigung AMA (Overdrive) und die Konfiguration der PiP- und PbP-Modi zur parallelen Darstellung mehrere Signalquellen.

Die KVM-Funktionalität wird über einen eigenen Menüpunkt konfiguriert. Hier weist der Benutzer dem USB-Upstream-Anschluss einen Videoeingang (DisplayPort oder HDMI) zu. Die Konnektivität zum zweiten Rechner erfolgt über den USB-C-Eingang. Es ist sogar möglich, zwei Computer an jeweils einem eigenen Monitor (einer davon der via USB-C verbundene BenQ PD3420Q) zu betreiben. Die Daten werden dann auf Knopfdruck weitergeleitet.

Menü (OSD): Input
Menü: Input
Menü (OSD): Picture
Menü: Picture
Menü (OSD): Color ("Color Temperature")
Menü: Color („Color Temperature“)
Menü (OSD): Color (Gamma)
Menü: Color (Gamma)
Menü (OSD): KVM-Switch
Menü: KVM-Switch
Menü (OSD): Custom-Key
Menü: Custom-Key
Denis Freund

... ist seit 2008 dabei und hat Medieninformatik sowie Druck-/ Medientechnik studiert. Es ist für die Bereiche Farbmesstechnik, -metrik und -management zuständig und entwickelte die PRAD-Test-Software. Nach wie vor verfasst er Testberichte über Grafik-Monitore.

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