Test BenQ SW271C: Grafikmonitor für Profis überzeugt
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Technik

Betriebsgeräusch

Wir haben beim BenQ SW271C keine Betriebsgeräusche wahrnehmen können. Sowohl im Standby wie auch in Betrieb arbeitet der Monitor völlig geräuschlos – unabhängig davon, welche Helligkeit eingestellt ist. Allerdings kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.

Stromverbrauch

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 160 W 48 W
Betrieb typisch 37 W
140 cd/m² k. A. 29,8 W
Betrieb minimal k. A. 19,4 W
Energiespar­modus (Standby) 0,5 W < 0,5 W
Ausgeschaltet (Soft Off) 0,5 W < 0,5 W
Ausgeschaltet (Netzschalter)

Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

BenQ nennt im Datenblatt einen Maximalverbrauch von 160 Watt. Kein Grund zur Sorge, denn selbst wenn man die 60 Watt Power-Delivery des USB-C-Ports abzieht, kommen wir da mit unseren Messungen bei Weitem nicht heran.

Nach unseren Messungen liegt der maximale Strombedarf mit 48 Watt sogar 70 % darunter. Der Soft-off-Button senkt den Verbrauch fast auf null. Die Messung schwankt bei Werten unter 0,5 Watt. Das Betätigen des Soft-off-Schalters kann man sich aber getrost sparen, denn im Standby liegt die Leistungsaufnahme kaum höher. Einen Netzschalter, um den Monitor komplett vom Stromnetz zu trennen, hat der BenQ SW271C allerdings nicht.

Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz zeigt das Messgerät 29,8 Watt an. Die Effizienz bei dieser Helligkeit berechnet sich zu ausgezeichneten 0,9 cd/W. Isoliert betrachtet ein befriedigendes Ergebnis, doch angesichts des hohen Farbumfangs und der 4K-Auflösung durchaus ordentlich.

Anschlüsse

Mit Anschlüssen ist der BenQ SW271C wie gehabt sehr gut ausgestattet: 1 x DisplayPort (1.4), 2 x HDMI (2.0) und 1 x USB Typ C. Der USB-C-Anschluss ermöglicht jetzt auch die Stromversorgung angeschlossener Geräte mit bis zu 60 Watt. Zur Sound-Ausgabe gibt es einen Kopfhörerausgang. Neu ist zudem ein USB-Port, der aber nur zu Service-Zwecken dient.

Anschlüsse des BenQ SW271C: Modern, auch USB-C ist vorhanden
Anschlüsse: Modern, auch USB-C ist vorhanden

Der USB-3.0-Hub versorgt zwei Downstream-Ports und einen SD-Speicherkartenleser, die in einem Erker auf der linken Monitorseite untergebracht sind. Spätestens bei montierter Lichtschutzblende ist die Zugänglichkeit aber eher schlecht. Auch verwenden die wenigsten Profis Kameras mit SD-Karten.

USB-Hub und Speicherkartenleser im seitlichen Erker
USB-Hub und Speicherkartenleser im seitlichen Erker

Bedienung und OSD

Die Bedienung des BenQ SW271C erfolgt zunächst primär über sechs gut zu erreichende Multifunktionstasten auf der Vorderseite des Rahmens. Sie sind ausreichend groß, haben einen klaren Druckpunkt und insgesamt eine hochwertige Haptik.

Das Gleiche gilt für die sekundäre Bedienmöglichkeit mittels Hotkey-Puck. Beim neuen Knopf in der Mitte handelt es sich um ein Auswahlrad, das man zum Bestätigen auch drücken kann. Dank des neuen Drehknopfes kann man die Reaktionsfreudigkeit des OSDs so richtig ausreizen. Die Frage ist, ob man das wirklich braucht. Könnte man mit dem Hotkey-Puck auch Lightroom und Photoshop bedienen, wäre es wirklich genial.

Tasten und Bedienung des BenQ SW271C
Tasten und Bedienung

Eine Navigation analog zur 5-Wege-Taste ist damit ferner leider nicht möglich. Wechselt man zwischen Monitortasten und Puck hin und her, muss man daher jeweils umdenken. Im Test hat uns bereits die Bedienung über den Bildschirm direkt so gut gefallen, dass wir den Puck kaum genutzt haben.

Wer allerdings häufig zwischen verschiedenen Presets umschalten will, wird sich über die drei Direktwahltasten freuen. Wenn man sich an den Puck gewöhnt hat, will man ihn vermutlich auch nicht mehr missen. Aus unserer Sicht ist das auf jeden Fall eine gute Idee von BenQ.

Das ausgezeichnete OSD von BenQ muss man eigentlich kaum noch vorstellen. Der Hersteller hat daran löblicherweise immer wieder etwas gefeilt, wenn sich auch – zumindest im Deutschen – manche Übersetzungsschwächen hartnäckig halten, zum Beispiel die Bezeichnung „Vorgabe“ beim Rücksetzen auf die Werkseinstellungen.

OSD: Schnelleinstieg (Screenshot: BenQ-Handbuch)
OSD: Schnelleinstieg (Screenshot: BenQ-Handbuch)

Das OSD ist erfreulicherweise passend zum Display hochauflösend und nicht nur optisch hübsch gestaltet. Die Funktionen sind auf fünf selbsterklärende Hauptebenen verteilt. Die Listen mit den Unterpunkten sind zwar teils recht lang. Alle wichtigen Bildeinstellungen sind dafür unter „Farbanpassungen“ („Color Adjustment“) zusammengefasst.

OSD: Display-Einstellungen (Screenshot: BenQ-Handbuch)
OSD: Display-Einstellungen (Screenshot: BenQ-Handbuch)

Dort sind auch umfangreiche und professionelle Einstellmöglichkeiten für Grafik-Experten zu finden. Die Farbtemperatur und das Gamma können beispielsweise als reale Werte eingestellt werden. Insgesamt ist der Funktionsumfang enorm und beinhaltet nicht nur die übliche PiP-Funktionalität. Mittels „GamutDuo“ können Bildinformationen simultan nebeneinander in verschiedenen Farbräumen dargestellt werden.

OSD: Farbjustierung (Screenshot: BenQ-Handbuch)
OSD: Farbjustierung (Screenshot: BenQ-Handbuch)
OSD: PiP/PbP (Screenshot: BenQ-Handbuch)
OSD: PiP/PbP (Screenshot: BenQ-Handbuch)

Dank der logischen Gliederung und der flüssigen Bedienung macht die Navigation durch das OSD des BenQ SW271C richtig Spaß. Allerdings wird man es vermutlich höchst selten brauchen. Mit dem eingangs gezeigten Schnelleinstieg kann man schnell zwischen verschiedenen Presets bzw. Farbräumen wechseln. Notfalls ist es dort auch möglich, die Helligkeit anzupassen und die Signalquelle zu ändern.

Mehr braucht man eigentlich nicht. Nur das manuelle Wechseln des Farbprofils darf man nicht vergessen – und das ist eigentlich vorprogrammiert. Einen automatischen Wechsel des Farbprofils bei Änderung des Farbmodus wie beim EIZO ColorNavigator gibt es auch beim BenQ SW271C leider nach wie vor nicht.

OSD: Systemeinstellungen (Screenshot: BenQ-Handbuch)
OSD: Systemeinstellungen (Screenshot: BenQ-Handbuch)
OSD: Controller-Einstellungen (Screenshot: BenQ-Handbuch)
OSD: Controller-Einstellungen (Screenshot: BenQ-Handbuch)

Bildqualität

Der Panel-Rahmen und die Oberfläche des Panels sind matt und wirksam entspiegelt. Seitlich einfallendes Licht oder auch ein Betrachter mit heller Kleidung erzeugt nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm.

Beim Reset (Werkseinstellungen) stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: „Adobe RGB“
Helligkeit: 60
Kontrast: 50
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: 6500 K
RGB: k. A.
Color-Gamut: Adobe RGB
DUE Priority: k. A.
Schärfe: 5
Reaktionszeit: Ein

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Die Graubalance macht ab Werk auf Anhieb einen ausgezeichneten Eindruck. Sie wirkt völlig neutral, und die linke wie die rechte Bildschirmhälfte sind komplett identisch. Die hellsten wie auch die dunkelsten Stufen sind praktisch vollständig zu erkennen.

Graustufendarstellung vom IPS-Panel des BenQ SW271C
Graustufen

Nicht völlig überzeugend ist dagegen die Graustufen-Darstellung. Sie wirkt zwar grundsätzlich größtenteils sehr gleichmäßig und fließend und ist frei von Farbschimmern sowie Banding-Effekten. Ganz astrein ist die Darstellung aber dennoch nicht.

Vom linken Rand weg bzw. beginnend mit Schwarz hat der BenQ quasi „Anlaufschwierigkeiten“. In einem ca. 2 cm breiten Streifen sieht man praktisch keinen Unterschied im Verlauf. Erst danach wird der Verlauf gleichmäßig heller. Ferner stören die Aufhellungen in den Ecken, sodass der Verlauf auch in der Vertikalen nicht überall völlig gleichmäßig wirkt.

Sehr gut ist dagegen bereits bei den Graustufen wieder die Blickwinkelneutralität. Es ist praktisch keine Farbtemperatur-Änderung zu erkennen, und die Zeichnung bleibt in den hellsten Stufen vollständig erhalten. In den dunkelsten Bereichen geht bei extremeren Blickwinkeln durch die Aufhellung der Kontrast allerdings sichtbar nach unten. Die ohnehin schon sehr gute Detailzeichnung leidet dabei aber nur geringfügig.

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