Test LG 35BN77C-B: Allrounder mit überzeugendem Ergebnis
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Overdrive 100 Hz

100 Hz, Overdrive „Aus“

Mit den Reaktionszeiten könnte man auch bei 60 Hz durchaus recht zufrieden sein. Hier stört aber der recht ausgeprägte Input-Lag. Glücklicherweise lässt sich der aber dank der 100-Hz-Technik des LG 35BN77C-B ebenfalls sehr gut kürzen. Die Reaktionszeiten fallen mit 100 Hz jedoch leider im Vergleich durch die Bank etwas schlechter aus.

Bei ausgeschaltetem Overdrive messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel und den schnellsten Grauwechsel jeweils mit 12,4 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 21,1 ms, und der CtC-Wert wird mit 23,6 ms ermittelt.

Erwartungsgemäß sind auch hier keine Überschwinger zu beobachten.

Diagram 100 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
100 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
Diagramm: 100 Hz (Overdrive „Aus“): keine Überschwinger
100 Hz (Overdrive „Aus“): keine Überschwinger

100 Hz, Overdrive „Schnell“

Deutlich flotter wird es auch bei 100 Hz in der Werkseinstellung „Schnell“. Der Schwarz-Weiß-Wechsel reduziert sich jetzt auf 8,4 ms. Den schnellsten Grauwechsel messen wir mit 3,6 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt flotte 10,9 ms. Insgesamt bleiben die Reaktionszeiten hier am nächsten an den Messungen bei 60 Hz. Der CtC-Wert lässt mit 15,8 ms allerdings noch Wünsche offen.

Die Überschwinger sind dafür auf einem noch niedrigeren Niveau.

Diagramm 100 Hz (Overdrive „Schnell“): schnelle Schaltzeiten
100 Hz (Overdrive „Schnell“): schnelle Schaltzeiten
Diagramm 100 Hz (Overdrive „Schnell“): minimale Überschwinger
100 Hz (Overdrive „Schnell“): minimale Überschwinger

100 Hz, Overdrive „Schneller“

Noch etwas flotter geht es tatsächlich in der höchsten Overdrive-Stufe „Schneller“, allerdings auch hier mit dem Preis einer reduzierten Bildqualität durch teilweise recht deutliche Überschwinger. Den einzigen echten Mehrwert erhält man im Gegenzug beim CtC-Wert, der sich jetzt auf 9,6 ms reduziert. Die anderen Werte verbessern sich nur marginal.

Der Schwarz-Weiß-Wechsel wird mit 9,6 ms sogar etwas schlechter. Den schnellsten Grauwechsel ermitteln wir mit 3 ms und den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte mit 10,1 ms.

Diagramm 100 Hz (Overdrive „Schneller“): sehr schnelle Schaltzeiten
100 Hz (Overdrive „Schneller“): sehr schnelle Schaltzeiten
Diagramm 100 Hz (Overdrive „Schneller“): teilweise stärkere Überschwinger
100 Hz (Overdrive „Schneller“): teilweise stärkere Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen im Pegel und in der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Aus"
60 Hz, Overdrive „Aus“
Diagramm: 100 Hz, Overdrive "Aus"
100 Hz, Overdrive „Aus“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Schnell"
60 Hz, Overdrive „Schnell“
Diagramm: 100 Hz, Overdrive "Schnell"
100 Hz, Overdrive „Schnell“
Diagramm: 60 Hz, Overdrive "Schneller"
60 Hz, Overdrive „Schneller“
Diagramm: 100 Hz, Overdrive "Schneller"
100 Hz, Overdrive „Schneller“

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Hinsichtlich Signalverzögerung kommt bei 60 Hz mit 20,8 ms wenig Freude auf. Zum Spielen empfiehlt sich daher auf jeden Fall der Betrieb mit 100 Hz, da sich die Signalverzögerung auf 7 ms reduziert. Die halbe mittlere Bildwechselzeit erreicht in der höchsten Overdrive-Stufe 5,1 ms. Insgesamt macht das 12,1 ms für die Latenz.

Aufgrund der stärkeren Überschwinger empfehlen wir aber auch zum Spielen die Werkseinstellung „Schnell“. Die Latenz fällt hier mit 12,5 ms nur geringfügig schlechter aus – bei erheblich besserer Bildqualität. Kritische Farbübergänge bauen sich hier allerdings leider nicht sonderlich flott auf.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des LG 35BN77C-B arbeitet mit W-LED und leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre. Somit ist der Bildschirm selbst bei reduzierter Helligkeit für ein längeres Arbeiten geeignet.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Sound

Dank der integrierten Stereo-Lautsprecher mit MaxxAudio und je 7 Watt Ausgangsleistung ist der LG 35BN77C-B für die Sound-Wiedergabe gut gerüstet. Tonsignale kann das Gerät an allen auch für Videosignale geeigneten Eingängen entgegennehmen.

Stereo-Lautsprecher mit MaxxAudio und je 7 Watt
Stereo-Lautsprecher mit MaxxAudio und je 7 Watt

Bereits beim Einschalten überrascht das Gerät mit einem wohlklingenden Signalton, der an das Anschnallsignal im Flugzeug erinnert. Das Volumen und die Klangqualität sind definitiv überdurchschnittlich gut und reichen zu deutlich mehr als nur zur Wiedergabe von Systemklängen. Am besten funktioniert MaxxAudio allerdings bei der Wiedergabe von Spielfilmen. Bei Musik können die Lautsprecher nicht ganz überzeugen, aber sie liefern immerhin einen Sound, der um Längen besser als bei ansonsten in Monitoren verbauten Klanggebern ist.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des LG 35BN77C-B angeschlossen werden. Der Ton wird wahlweise an die integrierten Lautsprecher oder an den Kopfhörerausgang weitergeleitet.

Inwieweit ein Display im 21:9-Format besonders gut oder weniger gut zur Videowiedergabe geeignet ist, hängt sehr vom Standpunkt bzw. Eingangsmaterial ab. Cinemascope-Filme sehen auf so einem Monitor ohne Frage kinoreif aus. In der Regel liegt aber auch bei Cinemascope-Filmen das Quellmaterial für den Konsumenten im 16:9-Format vor und enthält eben oben und unten schwarze Balken. Auf einem 21:9-Bildschirm kann man das Bild allerdings entsprechend strecken und so die schwarzen Balken verzerrungsfrei zum Verschwinden bringen.

LG ist einer der wenigen Hersteller, die es schaffen, dazu auch entsprechende Skalierungsoptionen im OSD anzubieten („Cinema1“ und „Cinema2“ – mit oder ohne Untertitel).

Im TV-Bereich und auch bei Netflix-Serien wird allerdings meist nativ das 16:9-Format verwendet. Einen Vorteil bietet ein 21:9-Display dann nicht. Der zusätzliche Platz an den Seiten wird einfach nicht genutzt. Dank der sehr guten Ausleuchtung des LG 35BN77C-B sind hier aber keine störenden Aufhellungen bei den vertikalen schwarzen Balken zu sehen.

Auch sonst ist der LG 35BN77C-B für die Videowiedergabe gut gerüstet. Eine 24p-Wiedergabe scheint das Gerät aber generell nicht zu unterstützen. Bis auf 576p (im Treiber nicht vorhanden) konnten dafür auch alle älteren Video-Auflösungen verzerrungsfrei auf die maximale Größe skaliert werden.

Die Bildqualität hat uns ansonsten auch bei der Videowiedergabe sehr gut gefallen. Auffällig ist der für VA-Panels typische ausgezeichnete Schwarzwert. Der native Kontrast ist dadurch erstklassig. Das fällt selbst in schwierigen Szenen mit kleinen Glanzpunkten vor sonst sehr dunklem Hintergrund sofort positiv auf. Bei den Farben liegt der LG 35BN77C-B auf dem üblichen HDTV-Niveau.

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