Test LG 35BN77C-B: Allrounder mit überzeugendem Ergebnis
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Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Für die Kalibrierung im OSD wurden folgende Werte eingestellt:

Bildmodus: „Anwender“
Helligkeit: 42
Kontrast: 70
Gamma: Modus3
Farbtemperatur: Benutzer
RGB: 47/49/50
Color-Gamut: k.A.
DUE Priority: k. A.
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Schnell

Der ab Werk voreingestellte Wert für das Gamma („Modus2“) liefert ein sichtbar zu niedriges Ergebnis. Mit der Einstellung „Modus3“ liegt man zwar minimal zu hoch, aber auf jeden Fall wesentlich näher am gewünschten Gamma-Zielwert von 2,2.

Profilvalidierung

Diagramm: Profilvalidierung
Profilvalidierung

Der LG 35BN77C-B zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die Graubalance und die Farbwerte sind jeweils gut bis sehr gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch.

Erst nach der Software-Kalibrierung zeigt sich, wozu der LG 35BN77C-B eigentlich auch ab Werk schon fähig sein müsste. Die Graubalance wie auch die Farbwerte sind ausgezeichnet. Selbst die Maximalabweichung bei den Buntfarben bleibt unter einem Delta E94 von 2.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz und bei 100 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 5 ms für GtG genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden. Hier gibt es die Stellungen „Aus“, „Normal“, „Schnell“ und „Schneller“. Als Standardwert ist „Schnell“ voreingestellt.

Overdrive 60 Hz

60 Hz, Overdrive „Aus“

Bei 60 Hz und ausgeschaltetem Overdrive messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 11,2 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 9,5 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 25,4 ms, und der CtC-Wert wird mit 21,6 ms ermittelt.

Mit abgeschaltetem Overdrive sind die Reaktionszeiten recht gemächlich, dafür bleibt die Abstimmung völlig neutral. Überschwinger sind keine zu beobachten.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm 60 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz (Overdrive „Aus“): keine Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Aus“): keine Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Schnell“

In der Werkseinstellung „Schnell“ werden die Schaltzeiten dagegen ausgesprochen effektiv gekürzt. Der Schwarz-Weiß-Wechsel reduziert sich jetzt auf 7,1 ms, und den schnellsten Grauwechsel messen wir mit 3,7 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt flotte 10,7 ms. Der CtC-Wert kommt mit 10,8 ms ebenfalls in einen akzeptablen Bereich.

Trotz der sehr deutlichen Kürzung der Reaktionszeiten treten hier noch keine störenden Überschwinger auf.

Diagramm 60 Hz (Overdrive „Schnell“): schnelle Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Schnell“): schnelle Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz (Overdrive „Schnell“): minimale Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Schnell“): minimale Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Schneller“

In der höchsten Overdrive-Stufe kann der LG 35BN77C-B zwar noch einmal etwas zulegen, die weitere Kürzung der Reaktionszeiten fällt aber nur sehr gering aus. Den Schwarz-Weiß-Wechsel ermitteln wir hier mit 7 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 3 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt flotte 8,2 ms. Einen richtig deutlichen Zugewinn gibt es hier eigentlich nur beim CtC-Wert, den wir mit 6,4 ms ermitteln.

In der höchsten Overdrive-Stufe „Schneller“ treten leider im Gegenzug teilweise auch stärkere Überschwinger auf. Die Werkseinstellung „Schnell“ ist daher für fast alle Anwendungszwecke bereits optimal gewählt.

Diagramm 60 Hz (Overdrive „Schneller“): sehr schnelle Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Schneller“): sehr schnelle Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz (Overdrive „Schneller“): teilweise stärkere Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Schneller“): teilweise stärkere Überschwinger

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