Test LG 35BN77C-B: Allrounder mit überzeugendem Ergebnis
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Anschlüsse

Die Anschlüsse sind beim LG 35BN77C-B sehr gut zugänglich, da die Kabel horizontal statt vertikal von unten nach oben eingesteckt werden. Mit zweimal HDMI, einmal DisplayPort 1.4 und einmal USB-C (DP-Alternate-Modus) ist das Gerät auch sehr gut ausgestattet.

Anschlüsse auf der Minitorrückseite
Anschlüsse auf der Rückseite

Der USB-C-Eingang dient zugleich als Upstream für den USB-Hub, der zwei USB-Downstream-Ports versorgt. Ferner können externe Geräte mit bis zu 94 Watt geladen werden. Wem der Sound der integrierten Lautsprecher nicht reicht, der kann hier auch einen Kopfhörer oder externe Lautsprecher anschließen.

Bedienung und OSD

Die Bedienung erfolgt wie von LG gewohnt mittels 4-Wege-Joystick. Durch die zentrierte Anordnung bringt man bei der Bedienung das Display nicht zum Wackeln. Die Navigation ist beim Hersteller sehr intuitiv und hat Referenzcharakter.

Zentrale Bedienung mit Joystick-Button
Zentrale Bedienung mit Joystick-Button

Das Gleiche gilt für das OSD. Der erste Tastendruck führt zu einer Schnellauswahl, mit der sich wichtige Einstellungen direkt aufrufen lassen. Durch Bewegung der Taste nach links oder rechts lässt sich ferner die Lautstärke direkt regeln oder die Lautsprecher komplett stummschalten.

Das OSD von LG haben wir schon sehr oft ausführlich vorgestellt. Es ist hochauflösend und nutzt den Platz des Displays wirklich aus – ohne dabei zum Beispiel bei der Kalibrierung im Weg zu sein. Mangels Handbuch können wir hier leider nicht mit Screenshots aufwarten und verweisen daher auf den Test des LG 34CB98-B. Das OSD ist dort sehr ähnlich.

Bildqualität

Der Panel-Rahmen und die Oberfläche des Panels sind matt und wirksam entspiegelt. Seitlich einfallendes Licht oder auch ein Betrachter mit heller Kleidung erzeugt nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm.

Beim Reset (Werkseinstellungen) stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: „Anwender“
Helligkeit: 80
Kontrast: 70
Gamma: Modus2
Farbtemperatur: Benutzer
RGB: 50/50/50
Color-Gamut: k.A.
DUE Priority: k. A.
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Schnell

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Subjektiv macht die Graubalance bereits ab Werk einen recht guten Eindruck. Die Graustufen wirken sehr neutral und auch auf der linken und rechten Bildhälfte identisch. Die hellsten Stufen sind vollständig und die dunkelsten Stufen bis einschließlich Stufe 4 zu erkennen.

Graustufendarstellung vom VA-Panel des LG 35BN77C-B
Graustufen

Deutliche Schwächen finden wir aber beim genaueren Betrachten von feinen Grauverläufen. Hier sind deutliche Banding-Effekte bzw. Abstufungsprobleme – vor allem in den dunklen Bereichen – zu sehen. Das ist auch am DisplayPort mit 10-bpc-Zuspielung der Fall. Durch die Kalibrierung kann dieses Problem tatsächlich merklich abgeschwächt werden. Das ist eher ungewöhnlich und meistens andersherum der Fall.

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Frontal betrachtet ist die Ausleuchtung ausgesprochen gut gelungen. Bei mittiger Sitzposition sind weder echte Randeinstrahlungen noch die üblichen Aufhellungen in den Ecken bzw. an den Rändern zu erkennen.

Ausleuchtung vom VA-Panel bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung vom VA-Panel bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Schwenkt man das Display zur Seite, wird jedoch schnell deutlich, dass die Ausleuchtung tatsächlich doch nicht so gleichmäßig ist, wie es von vorn den Anschein erweckt. An den Rändern und in den Ecken werden teils deutliche Aufhellungen sichtbar – zum Teil mit starker oranger Einfärbung. Am stärksten wird die Aufhellung von schräg oben sichtbar. Die Aufhellung ist zwar insgesamt nicht so stark wie bei IPS, weist aber dafür eine bläuliche Einfärbung über die gesamte Bildfläche auf.

Für das normale Arbeiten ist jedoch die frontale Sicht entscheidend, und somit bekommt das Gerät in dieser Disziplin knapp noch ein „Sehr gut“ in der Endwertung.

Glow-Effekt horizontal
Glow-Effekt horizontal
Glow-Effekt von schräg oben
Glow-Effekt von schräg oben

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des LG 35BN77C-B
Helligkeits- und Kontrastverlauf des LG 35BN77C-B

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 275 cd/m². Das liegt 8 % unter der Herstellerangabe von 300 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 22 cd/m².

Nach der Kalibrierung steigt die Maximalhelligkeit auf 291 cd/m². Die Minimalhelligkeit erhöht sich minimal auf 23 cd/m². Das ermöglicht den Einsatz in einem breiten Umgebungsfeld bis hin zum Arbeiten im Dunkelraum.

Das Kontrastverhältnis des VA-Panels gibt der Hersteller mit 2500:1 an. Gemäß unseren Messungen liegt es nach der Kalibrierung im Durchschnitt bei ausgezeichneten 2628:1.

Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

diagramm der Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Diagramm der Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Bei der Helligkeitsverteilung mag der Maximalwert von 20 % noch als zufriedenstellend durchgehen, eine durchschnittliche Abweichung von 14,78 % ist aber definitiv nicht mehr befriedigend. Das Gleiche gilt für die Farbhomogenität, die ebenfalls kein befriedigendes Ergebnis in den Messungen erreicht (Delta-C-Average: 2,41; Delta-C-Maximum: 3,93).

Subjektiv würden wir die Bildhomogenität allerdings als durchaus zufriedenstellend bezeichnen. In der Bildmitte ist zwar ein gewisser Hotspot zu sehen, und auch sonst ist das Weißbild teils nicht völlig gleichmäßig. Stärkere Farbabweichungen sind uns hier dagegen nicht aufgefallen. Dass die subjektive Beurteilung besser ausfällt als die Messungen, ist eher ungewöhnlich. Wenn es hier zu einer Abweichung kommt, dann ist das normalerweise eher andersherum.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des LG 35BN77C-B
Coating des LG 35BN77C-B
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der LG 35BN77C-B besitzt eine matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

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