Test Monitor Acer T230Hbmid
4/9

0
820

Auflösung

Die Auflösung des T230H erreicht mit 1.920 x 1.080 Punkten den aktuellen Standardwert für 16:9-Panels bei einer Größe von 24 Zoll. Diese native Auflösung reicht für die Filmbetrachtung mit Full-HD. Auch der zweite digitale Eingang unterstreicht die Eignung als Display für HD-Zuspieler wie Blu-Ray Player und HDTV Sat-Receiver.

Graustufen

Bei Grauverläufen zeigt der T230H eigentlich keinerlei Banding. In den hellen Graustufen leistet sich der Monitor allerdings einen krassen Patzer. Auch bei einem preiswerten TN-Panel darf das nicht passieren.

Auch bei der Graustufendarstellung schneidet der T230H nicht allzu gut ab: die sieben dunkelsten Werte werden verschluckt, von den hellen Werten zeigt er gar keinen an.

Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Grau Banding
Banding in hellen Bereichen

Das wollten wir nun doch nicht so recht glauben, ein derart schlechtes Ergebnis ist wirklich ungewöhnlich. Daher veränderten wir die Bildeinstellungen im OSD und fanden heraus, dass ausschließlich der Kontrastregler verantwortlich war. Erst bei 30 Prozent oder weniger ergibt sich ein akzeptables Graubild und der Bandingfehler verschwindet. Während sich die hellen Graustufen auf nur 3 fehlende drastisch verbessern, saufen bei den dunklen Werten noch 2 weitere ab, insgesamt also neun. Leider sinkt auch die maximale Leuchtdichte in dieser Einstellung.

Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Bildquali Sw
Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Bildquali Ws
Die Differenzierung von hellen und dunklen Graustufen gelingt sehr schlecht

Vor allem bei den dunklen Werten ist dieses ernüchternde Ergebnis zusätzlich sehr stark vom vertikalen Blickwinkel abhängig, schon bei 5 Grad unterhalb der Horizontalen verschwinden weitere 5 der dunklen Werte, während bei 10 Grad über der Horizontalen weitere 4 sichtbar werden. Bei Betrachtung genau im rechten Winkel invertieren die nicht mehr differenzierten Graufelder teilweise und zeigen ein totales Schwarz. Der Bildeindruck bei großem Tonumfang wird also von der relativen Kopfposition sehr stark beeinflusst.

Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Bildquali Sw 23
Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Grau Banding 23
Bessere Differenzierung mit Kontrasteinstellung 30 Prozent

Dunkle Film- und Spielszenen wird dieses Gesamtverhalten nicht so sehr beeinträchtigen, für die digitale Fotobearbeitung auch im Amateurbereich ist es dagegen ein KO-Kriterium. Das gilt für alle Werks-Presets, weil sie ausnahmslos zu hohe Kontrastwerte zwischen 50 und 60 Prozent einstellen.

Die Ausleuchtung des Displays bei einem vollkommen schwarzen Testbild kann beim T230H nicht überzeugen, vor allem am unteren Bildrand zeigen sich deutliche Lichthöfe. Betrachtet man den Monitor nicht nur aus ganz zentraler Position, werden Lichthöfe an allen vier Bildrändern sichtbar. Die Ausleuchtung der Panelfläche ist ungleichmäßig und lässt den schwarzen Bildschirm wolkig erscheinen.

Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Ausleuchtung
Die Ausleuchtung des T230H ist ungleichmäßig

Sichtbar nachteilig für diese Beurteilung ist die glänzende Displayoberfläche. Fremdlichtquellen im Raum führen zu störenden Spiegelungen auf dem Display, egal ob sie direkt auf den Bildschirm scheinen oder ob sie reflektiertes Licht an Wänden, Einrichtungsgegenständen oder Fensterflächen erzeugen. Die Frontfotos zeigen, dass schon eine indirekte Deckenbeleuchtung ein Regal im Rücken des Betrachters auf dem Display sichtbar werden lässt.

Farbstufen

Die möglichen Farbstufen von 0 bis 255 differenziert der Acer T230H bei Blau im Bereich von sechzehn bis 248, bei Grün von 16 bis 252 und bei Rot von 12 bis 248. Banding tritt bei keinem der Farbverläufe auf, solange der Kontrastregler nicht auf mehr als 30 Prozent eingestellt wird.

Die Darstellung vor allem bei den niedrigen Farbstufen ist wie bei den Graustufen wieder sehr blickwinkelabhängig. Während des Testverlaufs entsteht der Eindruck, dass der optimale Blickwinkel bei etwa 10 Grad von oben betrachtet liegt.

Schwarzwert

Eine Schwäche der TN-Technik ist der Schwarzpunkt. Beim T230H ist das Ergebnis mit rund 0,21 cd/m² bei Werkseinstellung (Helligkeit 77 Prozent) jedoch als gut zu werten. Bei maximaler Helligkeitseinstellung ergeben sich 0,28 cd/m².

Unterhalb von 5 Prozent Helligkeit war mit dem Colorimeter kein stabiler Messwert mehr zu ermitteln, dasselbe gilt bei aktiviertem ACM. Somit kann der Acer T230H einen ungewöhnlich niedrigen Schwarzwert von nahezu Null erreichen.

Helligkeit

Helligkeitsregler Hersteller cd/m² Leuchtdichte cd/m² Schwarzwert cd/m² max. Kontrast (:1)
300 245 0,28 875
k.A 189 0,21 900
k.A 116 0,13 892
k.A. 15 0,02 750

Das Datenblatt des T230H gibt eine maximale Helligkeit von 300 cd/m² an. Bei der Einstellung auf 100 Prozent Helligkeit und 50 Prozent Kontrast (H100 / K50) konnten wir nur 245 cd/m² in der Bildschirmmitte messen, die Herstellerangabe wird also erheblich unterschritten. Dieser Betriebspunkt empfiehlt sich auch nur für unkritische Anwendungen, denn er führt zu sichtbaren Qualitätseinbußen bei der Auflösung von Farb- und Graustufen.

Mit der zuvor ermittelten Reduzierung des Kontrastreglers auf 30 Prozent (H100 / K30) sinkt die maximale Leuchtdichte auf nur noch 221 cd/m², der statische Kontrast erreicht rechnerisch nur noch knapp 800:1. Dennoch ist der Bildeindruck in dieser Einstellung erheblich ausgewogener.

Die tatsächliche Leuchtdichte hängt somit sowohl vom Helligkeits- als auch vom Kontrastregler ab. Eine arbeitsplatzgerechte Leuchtdichte von 140 cd/m² ergibt sich in der Einstellung H56 / K50, oder besser H64 / K30. Wird die Helligkeit auf 5 Prozent eingestellt, messen wir noch eine Mindesthelligkeit von 15 cd/m², in Nullstellung sind es sogar nur noch 9 cd/m².

Daraus ergibt sich für den Acer T230H ein großer Regelungsbereich für die Bildhelligkeit von 235 cd/m². Die untere Helligkeitsgrenze ist extrem niedrig und in der Praxis nicht nutzbar. Der obere Wert ist für den PC-Betrieb mehr als ausreichend, für die Betrachtung von Filmen in taghellen Räumen reicht es knapp.

Bei den Messungen zeigte sich ferner, dass der Acer T230H auf Änderungen des Helligkeitsreglers mit deutlicher Verzögerung reagiert. Minutenlang zeigen die Messwerte ein ausgeprägtes Kriechverhalten. Hier könnte im Hintergrund doch noch eine Kontraststeuerung arbeiten, obwohl ACM im OSD ausgeschaltet war.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!