Test Monitor Acer T230Hbmid
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UGRA-Test

Um die Tauglichkeit des Acer T230H für die digitale Druckvorstufe zu prüfen, haben wir ihn auf die Vorgaben der UGRA kalibriert (5800 Kelvin, Gamma 1,8 und 120 cd/m²). Der Weißpunkt wurde mit folgenden Werten voreingestellt: K30 / H61 / R100 / G89 / B88. Der T230H scheitert jedoch an der Graustufendarstellung und schafft die Zertifizierung nicht.

Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Ugra
Der ausführliche UGRA-UDACT-Report kann als PDF Datei heruntergeladen werden.

Sound

Im Acer T230H sind unsichtbar im Inneren des Monitorgehäuses zwei winzige Stereo-Lautsprecher eingebaut, die durch die rückseitigen Gehäuseöffnungen abstrahlen. Sie können entweder über HDMI oder über ein Audiosignal an der 3,5 mm Klinkenbuchse angesprochen werden. Die Lautstärke kann über die links-rechts-Taste am Monitor geregelt werden, ein Audio-OSD gibt es nicht. Der Sound erinnert sehr an das Klangbild eines billigen Küchenradios. Für die Systemklänge des Betriebssystems reicht das allemal, für Internetradio oder gar (Film-) Musik sind sie nicht geeignet. Einen Kopfhörerausgang gibt es nicht.

Interpolation

Das OSD des Acer T230H bietet keine Möglichkeit zur Beeinflussung des Bildformats. Auch das Handbuch macht hierzu keine Angaben.

Unser Test ergab, dass der Monitor bei der Skalierung kleinerer Bildformate ziemlich willkürlich vorgeht. Als Daumenregel kann gelten, dass die meisten nicht nativen Auflösungen auf Vollbild hochskaliert werden. Ausnahmen gibt es allerdings einige. Wide-Formate mit mindestens 1000 Pixeln Höhe werden z.B. pixelgenau dargestellt, dies gilt für 1.776 x 1.000, 1.680 x 1.050 und 1.360 x 1.024. Das HD-ready Format 1.360 x 768 wird etwas vergrößert, aber dennoch mit schwarzen Balken rundum abgebildet. 1.280 x 768 erscheint in voller Breite, aber mit schwarzen Balken rundum (siehe Foto zur Spiele-Interpolation).

Auch mit sehr niedrigen Auflösungen wie 800 x 600 und 640 x 480 synchronisiert der T230H noch problemlos, die Anzeige von Bootvorgängen, BIOS Menüs etc. macht keine Probleme.

Interpolation Text

In der nativen Auflösung 1.920 x 1.080 sowie den vorgenannten pixelgenauen Auflösungen ist die Lesbarkeit von Texten hervorragend. In allen anderen Auflösungen entstehen zwangsläufig Interpolationsartefakte.

Breitbildformate

Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Inter Txt Nativ
Native Auflösung des Acer T230H
Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Inter Txt 1440 900
Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Inter Txt 1360 768
Links: 1.440 x 900 und rechts 1.360 x 768

4:3-Formate

Es macht eigentlich keinen Sinn, ein 4:3 Bildformat wie 1.024 x 768 auf 16:9 gestreckt darzustellen. Leider zieht der T230H diese Formate ausnahmslos auf Vollbilddarstellung.

Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Inter Txt 1280 1024
Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Inter Txt 1024 768
Links 1.280 x 1.024 und rechts 1.024 x 768

Wie die Bilder zeigen, ist die Textdarstellung auch in den interpolierten Auflösungen dennoch überzeugend. Ein Bildschärferegler ist im OSD gar nicht vorhanden, und man vermisst ihn auch nicht. Die Interpolationsleistung bei Textdarstellung ist im Vergleich zu aktuellen LCD-Monitoren als gut bis sehr gut zu werten.

Interpolation Spiele

Mit einer nativen Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln werden viele Computer ohne eine teure High-End Grafikkarte überfordert, gute Detaillierungsgrade sind für sie nur bei kleineren Auflösungen erreichbar. Die Interpolationsleistung des Monitors ist deshalb für viele Spieler sehr wichtig. Interessant wäre auch eine pixelgenaue 1:1-Darstellung kleinerer Auflösungen, die das Bild in Originalgröße ohne interpolationsbedingte Verluste anzeigen könnte.

Die 1:1-Darstellung kleinerer Auflösungen bietet der T230H jedoch nicht, aber nach den Ergebnissen der Interpolation bei Texten erwarten wir auch bei Spielen eine gute Interpolationsleistung. Wir haben uns eine Szene aus „Dead Space“ von Electronic Arts in verschiedenen Auflösungen angeschaut.

Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Game Nativ
Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Game 1280 768
Links: native Auflösung 1.920 x 1.080 Pixel. Rechts: interpoliert auf 1.280 x 768 Pixel

Die Untersuchung der vergrößerten Bildschirmfotos zeigt wie erwartet deutliche Vergröberungen bei den hochskalierten Auflösungen. Subjektiv betrachtet fällt das jedoch kaum auf. Selbst bei 1.280 x 768 ist der Verlust an Detailzeichnung noch akzeptabel, bei noch geringerer Auflösung wird das Bild dann aber grobkörnig. Die Interpolationsleistung bei Spielen ist ebenfalls gut, die fehlende Option für die zumindest seitengerechte Darstellung älterer Formate ist wegen der verzerrten Geometrie dennoch sehr nachteilig.

Reaktionsverhalten

Im Acer T230H ist ein reaktionsschnelles TN-Panel verbaut. Das Datenblatt nennt eine Reaktionszeit von nur 2 ms. Leider wird nicht gesagt, ob es sich hierbei um den Wert für „Schwarz-Weiß“ oder um die realistischere „Grau-zu-Grau“-Zeit handelt. Auch fanden wir weder im Handbuch noch im OSD einen Hinweis auf eine Overdriveschaltung, die die Reaktionszeit der Flüssigkristalle verkürzen könnte. Bei 2 ms Reaktionszeit ist aber von einer Overdrive- Implementierung auszugehen.

Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Reaktion
Screenshot aus dem Ego-Shooter Call of Duty

Eine Bewegungsunschärfe tritt bei TFT-Monitoren physikalisch bedingt grundsätzlich auf. Durch eine geringe Reaktionszeit der Flüssigkeitskristalle kann sie aber auf einem geringen Maß gehalten werden. Der T230H zeigte diese Unschärfe jedoch nicht auffälliger als andere aktuelle TN-Panels, die mit vergleichbaren Reaktionszeiten beworben werden.

Inputlag

Neben der Reaktionszeit, die für den schnellen Bildaufbau notwendig ist, ist auch der Input-Lag eines Monitors von Bedeutung. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Ego-Shootern vorkommen. Vergeht zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt.

Im Clone-Modus haben wir den Acer T230H mit dem neuen Testprogramm SMTT gegen einen Sony Multiscan CPD-E200 Röhrenmonitor antreten lassen. Mit über 100 Fotos wurde der Input-Lag ermittelt. Links ist die Ausgabe des TFT, rechts die des CRT-Monitors zu sehen.

Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Lag
Durchschnittliche Latenz 17 ms

Die durchschnittliche gemessene Latenz betrug knapp 24 Millisekunden, das sind 1,5 Frames (ca. 16,7 ms). Die Messwerte verteilten sich im Verhältnis 2:1:1 auf die Zeiten 17, 26 und 34 Millisekunden. Hinzu kamen vereinzelte Ausreißer von 10 Millisekunden. Damit gehört der T230H zu den Geräten, die eine erhöhte Latenzzeit von einem bis zwei Bildern aufweisen, und ist für Hobbyspieler als befriedigend einzustufen.

Input-Lag-Messungen, basierend auf der hier benutzten Fotomethode, sind prinzipiell ungenau und können keine wirklich exakten Ergebnisse liefern. Zudem reagiert jeder Mensch anders auf die Verzögerungen, die nicht nur durch die Latenzzeit des Bildschirms, sondern auch durch die Latenzen der Maus und anderer Systemkomponenten entstehen.

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