Test Monitor Acer T230Hbmid
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deltaE-Abweichung

Erläuterung der Abweichung deltaE: Die Abweichung der Farbwerte wird in deltaE 94 (dE) angegeben. Gemessen werden mehrere Grauabstufungen, die primären (RGB) und die sekundären (CMY) Grundfarben. Ein deltaE-Wert von eins entspricht dem kleinsten Farbunterschied, den das menschliche Auge üblicherweise wahrnehmen kann.

Bei den Farben erkennen die meisten Menschen Unterschiede ab einem Wert von drei. Unsere Augen sind allerdings für Grüntöne besonders empfindlich, sodass bei diesen bereits kleinere Unterschiede wahrgenommen werden. Die durchschnittliche Abweichung sollte unter drei dE liegen, das Maximum unter zehn dE, besser unter sechs dE. Bis zehn deltaE haben zwei Farben jedoch noch genügend Ähnlichkeit zueinander.

Vergleich der Werkseinstellung „Farbe normal“ mit dem sRGB-Standard

Der T230H bietet vier Presets, die mit Text, Standard, Grafik und Film bezeichnet sind. Zum Vergleich die Werkseinstellung „Standard“ verwendet, weil viele Benutzern annehmen dürften, dass sie am ehesten zum sRGB-Standard passt.

Werkseinstellung sRGB-Standard Erreicht
6500 6640
140 190
0,00 0,23
Nativ 825
sRGB (~2,2) 1,24
Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Standard Srgb
 

Typische Nachteile vieler Werkseinstellungen zeigt auch der Acer T230H. Die Leuchtdichte ist viel zu hoch eingestellt, das Gamma ist variabel und insgesamt viel zu niedrig. Die Farbtemperatur ist allerdings beinahe korrekt. Die Abweichungen vom sRGB-Standard sind nicht zu übersehen. Die deltaE-Abweichungen der Grau- und Farbwerte sind mit einem Durchschnitt von 5,9 deltaE groß. Vor allem die Grauwerte zeigen sehr große Abweichungen, aber auch Blau hebt sich hervor. Der statische Kontrast erreicht mit 825 einen guten Wert.

Insgesamt liefert der Monitor mit der Werksvorgabe Standard ein zunächst durchschnittliches Bild: Blau ist überbetont, die Helligkeit ist hoch. Die Graustufendarstellung ist jedoch schlecht und bestätigt unsere Empfehlung K30.

Profilgenauigkeit sRGB

Nach dem Kalibrieren auf sRGB überprüfen wir zunächst die Profilgenauigkeit im kalibrierten Zustand. Geringe Abweichungen lassen, sofern das Messgerät exakt arbeitet, darauf schließen, dass die Monitorcharakteristik korrekt erfasst wurde und stabil bleibt. Das CMM (Color Management Module) farbmanagementfähiger Software kann damit möglichst (die Grenze setzt spätestens der Monitorfarbraum) ideal in Monitor-RGB transformieren. Steigen die Abweichungen zu einem späteren Zeitpunkt spürbar an, ist es Zeit für eine neue Kalibrierung und anschließende Profilierung.

Von den im Zug der Kalibrierung durchgeführten Änderungen an Bildschirmeinstellungen und Grafikkarten-LUT (bzw. in diesem Fall Monitor-LUT), die zu einer neutralen Grauachse, gewünschter Gradation und Weißpunkt führen sollen, profitiert man auch in ungemanagten Umgebungen.

Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Profilgenau
 

Für die Kalibrierung auf den sRGB-Standard mit 140 cd/m² haben wir die Farbeinstellungen im OSD zunächst deutlich korrigiert. Der Weißpunkt wurde mit folgenden Werten voreingestellt: K30 / H68 / R100 / G93 / B97. Das anschließend mit iColor erstellte Profil entspricht dem berechneten Idealverlauf sehr gut.

Vergleich des kalibrierten Farbprofils mit dem sRGB-Standard

Kalibriert Ziel Erreicht
6500 6483
140 140
0,00 0,20
Nativ 699
sRGB (~2,2) 2,17
Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Kalibriert Srgb
 

Um einen ersten Eindruck von den tatsächlichen Abweichungen in farbmanagementfähiger Software zu geben, haben wir in Adobe Photoshop entsprechende Testpattern erzeugt, mit dem jeweiligen Profil des Arbeitsfarbraumes – im Falle des Acer T230H dem sRGB Profil – versehen und ausgemessen. Als CMM kam Adobe (ACE) zum Einsatz.

Durch die Kalibrierung wurde die Graustufenwiedergabe auf ein gutes Niveau gebracht. Lediglich bei den dunkelsten Grauwerten liegt die Abweichung mit einem deltaE von 1,8 noch über der Wahrnehmungsgrenze. Bei den Farben sieht das Ergebnis nicht ganz so gut aus, wieder fällt Blau aus dem Rahmen. Weißpunkt, Helligkeit und Schwarzpunkt liegen dagegen fast am Optimum. Das Gamma sinkt in den dunkleren Graustufen etwas zu stark. Der Kontrast ist auf 700:1 zurückgegangen, was aber für 140 cd/m² durchaus noch gut ist. Im Amateurbereich kann der kalibrierte T230H somit auch für die Bearbeitung von Fotos verwendet werden.

Die Kalibrierung des Acer T230H gestaltet sich recht einfach. Nach der Kalibrierung sind die Abweichungen vom Sollwert gering. Störend wirkt lediglich das zuvor beschriebene verzögerte Einpendeln der Messwerte.

Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Korrekturkurve
Darstellung der RGB-Korrekturkurve der Grafikkarte nach der sRGB-Kalibrierung. Je näher die drei Farblinien an der 45°-Achse liegen, umso weniger Farben müssen zur korrekten Kalibrierung von der Grafikkarte verworfen werden und umso lückenloser bleiben Farbverläufe.

Wie die Korrekturkurve zeigt, müssen die Tonwertkurven kaum angepasst werden. Nur ein Knick bei den niedrigen Werten zeigt, dass die Abstimmung hier nicht so gut ist.

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