Test Monitor Acer T230Hbmid
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Anwendungen

Wie bei jedem Monitor mit einer Größe ab 22 Zoll ist viel Platz für Anwendungen jeder Art vorhanden. Mailclient, Fotobearbeitung und Videoschnitt können sich auf dem 16:9-Bildschirm so richtig breit machen. Für Officeanwendungen und Browser wäre 16:10 dagegen vorteilhafter, da der vertikale Rollbalken bei diesen Programmen viel häufiger benutzt wird als der horizontale.

Am interessantesten ist natürlich die neue Multitouch-Steuerung. Unter Windows 7 bietet sie die Möglichkeit, mit bis zu zwei Fingern gleichzeitig auf der Bildfläche Eingaben machen zu können. Dies funktioniert analog zur Maus, allerdings sind mit zwei Fingern auch komplexere Gesten möglich. Damit kann der PC ähnlich bedient werden wie ein Handy mit Touchscreen.

Die einfachste Geste ist das Antippen von Symbolen auf dem Desktop oder im Startmenü mit einem Finger. Durch Bewegen des Fingers lässt sich ein Symbol verschieben. Auch Fenster lassen sich verschieben, wenn man sie am oberen Rand berührt.

Mit zwei Fingern auf einem Bild, die sich aufeinander zu oder voneinander weg bewegen, kann man ein Bild verkleinern oder vergrößern. Setzt man einen Finger auf das Bild und macht mit dem zweiten Finger eine Drehbewegung, dreht sich das Bild mit. Auch ein rechter Mausklick ist möglich: einen Finger aufs Objekt setzen, mit dem zweiten daneben tippen.

Für die Texteingabe kann man zwischen Bildschirmtastatur und Handschrifterkennung wählen. Dabei können auch Wortverschläge abgerufen werden, ähnlich wie bei T9 für Mobiltelefone.

Multitouch bei Texten

Sobald sich der Cursor in einem Texteingabefeld befindet, kann man mit einer Fingerbewegung die Bildschirmtastatur aufziehen. Das Schreiben von Texten klappt damit zunächst zügiger, als man es ohne Übung erwarten würde. Dennoch ist diese Art zu schreiben wesentlich langsamer und mühsamer als mit einer Tastatur und man wird mit der Zeit nur wenig schneller. Wer die herkömmliche Tastatur gar mit 10 Fingern beherrscht, der wird über die Vorstellung lächeln, dass er längere Texte in den Bildschirm eintippen sollte.

Multitouch bei Office- und Web-Anwendungen

Die vorwiegende Anwendung im Browser ist das Anklicken von Links. Bei verlinkten Grafiken und Bildern klappt das ganz gut, aber für Textlinks waren die Finger des Testers oft zu dick. Wenn mehrere Textlinks bei normaler Schriftgröße direkt übereinander liegen, wird das Antippen des richtigen Links zum Glücksspiel.

Auch die Bedienung von Rollbalken ist nicht immer zielgenau. Vor allem die kleinen Pfeile ober- und unterhalb der Balken sind mit dem Finger nur schwer zu treffen.

Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Touch 1
Kniffelige Bedienung bei OpenOffice

Multitouch bei Spielen

Derzeit sind noch keine Spiele im Handel, die Multitouch unterstützen. Der Versuch, aktuelle Spiele dennoch über Bildschirmgesten zu steuern, lässt dann auch keine Freude aufkommen. Manche Spiele erkennen zwar noch die einfachen Mausbewegungen, aber komplexere Gesten sind entweder ergebnislos oder unkontrollierbar. Unter XP, das noch immer von vielen Gamern bevorzugt wird, ist Multitouch ohnehin nicht verfügbar.

Die Crux des Ganzen liegt in der geringen Effizienz, denn die meisten Eingabeaktionen lassen sich schneller und sicherer mit Tastatur und Maus erledigen. Bei der Gestensteuerung könnte es anders aussehen, denn da ist die Maus vielen Anwendern nicht intuitiv genug.

Aus ergonomischer Sicht wäre allerdings noch viel zu verbessern, denn mit frei schwebend am Bildschirm agierenden Händen erlebt man ungeahnte Ermüdungserscheinungen im Bereich von Arm und Schulter. Fazit: bislang nur ein netter Marketinggag.

DVD und Video

Der T230H kann gleichzeitig mit zwei digitalen Zuspielern verbunden werden. Eine Bild-in-Bild-Funktion oder andere Features, die die seine Multimediatauglichkeit unterstreichen würden, fehlen dem Monitor allerdings. Sein Einsatzzweck ist eher der eines PC-Monitors mit Wiedergabemöglichkeit für Filme – für ein zentrales Multimedia-Display ist er zu mager ausgestattet.

Auch neuere Konsolen wie die Playstation 3 oder XboX 360 können direkt an den HDMI-Eingang angeschlossen werden. Kopiergeschützte Inhalte kann der T230H durch HDCP-Unterstützung am digitalen Eingang problemlos wiedergeben.

Am PC sollte der Monitor stets in seiner nativen Auflösung betrieben werden. Aktuelle Videoplayer wie VLC, PowerDVD oder Windows Media Player wählen dann automatisch die richtige Bildformatanzeige und verhindern dadurch eine beschnittene oder verzerrte Videowiedergabe. Abweichende Bildformate werden wo nötig mit schwarzen Streifen oben und unten bzw. links und rechts aufgefüllt.

Acer T230hbmid Monitor Acer T230h Dvd
Szene aus „Batman begins“.

Im OSD gibt es einen speziellen Film-Modus, aber wir empfehlen ihn nicht. Er stellt definitiv zu hohe Kontrastwerte ein, bei denen die Zeichnung in den hellsten und dunkelsten Bildanteilen verloren geht. Daher haben wir die DVD im kalibrierten Zustand bei voller Helligkeit (H100 / K30) betrachtet. Auch ohne erweiterten Farbraum zeigt das scharfe Bild natürlich wirkende und kräftige Farben, auch Hauttöne werden gut dargestellt. In dunklen Szenen sind sehr viele Details erkennbar, obwohl vom Filmmaterial her sicher noch einiges mehr möglich wäre. Schlieren oder Bewegungsunschärfen treten auch bei schnellen Kamerafahrten oder bewegten Objekten nicht auf.

Die beschränkte Bildqualität von DVDs wird gelegentlich deutlich sichtbar, erst mit Full-HD-Filmmaterial kann die hohe Auflösung des T230H voll ausgenutzt werden. Die Wiedergabe von HD-Videos ist einwandfrei, mit stimmigen Farben und sehr gutem Kontrast. Bei normalem Sitzabstand kann man die Auflösungen 720p und 1080p kaum mehr unterscheiden. Der Schwarzwert ist für einen Monitor mit TN-Panel gut, dadurch stimmen auch dunkle Szenen. Allerdings nimmt man die Lichthöfe an den Bildrändern deutlich wahr, wenn das Bild von schwarzen Balken gesäumt ist.

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