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Test Monitor Acer X222Wbd
3/5

Bildqualität

Beim Acer X222W kommt ein TN Panel zum Einsatz, welches dank Frame Rate Control volle 16,7 Mio. Farben darstellen kann. Außerdem wartet das Gerät mit einem hohen Kontrastverhältnis von 1000:1 auf. In der Tat hinterlässt der X222W in Sachen Kontrast und Farbbrillanz einen ausgezeichneten ersten Eindruck. Unser Testgerät überrascht mit einem noch um einen winzigen Zacken besseren subjektiven Bildeindruck, als der derzeit 22 Zoll Klassenbeste HP w2207.

Für einen TFT-Monitor mit TN-Panel kann der subjektive Bildeindruck somit als ausgezeichnet gewertet werden, was vor allem auf das CrystalBrite getaufte Glare-Panel des Acer X222W zurückzuführen ist. Panelbeschichtungen dieser Art sorgen generell für leuchtendere, brillantere Farben. Nachteilig sind allerdings die bei Glare-Panels praktisch unvermeidbaren Lichtreflexionen auf dem Display, die je nach Beschichtung mal stärker, mal weniger stark ausfallen können.

Das Display des Acer X222W reflektiert einfallendes Licht etwas stärker als z. B. der ebenfalls mit einem Glare-Panel ausgestattete HP w2207. Dennoch halten sich die Spiegelungen auf dem Bildschirm in durchaus erträglichen Grenzen. Wer den X222W nicht gerade frontal zu einem Fenster positioniert und am Aufstellort auch sonst keine stärkeren Lichtquellen im Rücken hat, wird kaum reflexionsbedingte Nachteile durch das Glare-Panel erfahren.

Die maximale Helligkeit des Monitors wird vom Hersteller mit 300 cd/m² angegeben. Unsere eigenen Messungen ergeben einen minimalen Helligkeitswert von sehr guten 26 cd/m² und als Maximum eine Helligkeit von 279 cd/m². Da als normale Helligkeit im Betrieb üblicherweise ein Wert zwischen 120 und 150 cd/m² gewählt wird, erachten wir die Helligkeitsreserven des X222W als absolut ausreichend.

Bei der Ausleuchtung weist unser Testgerät leichte Aufhellungen am oberen und unteren Panelrand auf. Hier scheinen die CCF-Lampen (Hintergrundbeleuchtung) etwas stärker durch. Damit verhält sich der Acer X222W quasi identisch zu allen anderen bislang von uns getesteten 22-Zoll Breitbild-TFTs. Wirklich auffällig werden die Ausleuchtungsschwankungen allerdings erst im abgedunkelten Raum, wenn ein komplett schwarzes Bild angezeigt wird.

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Die Helligkeitsverteilung des Acer X222W im abgedunkelten Raum.

Die Helligkeitsverteilung wurde über die gesamte Anzeigefläche an 15 Messpunkten ermittelt. Der Richtwert für die Helligkeit liegt dabei in der Bildmitte.

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Messergebnisse unseres Homogenitätstests am X222W.

Die Helligkeit des Acer X222W nimmt von der rechten Bildschirmseite ausgehend, nach links hin immer weiter ab, wobei wir die größten Abweichungen von unserem Richtwert am linken unteren Rand messen. Um ganze 35 Prozent weicht hier die Helligkeit im Vergleich zum Bildmittelpunkt ab. Die durchschnittliche Abweichung beträgt 16 Prozent.

Diese Werte lesen sich zunächst dramatischer als die Homogenität der Ausleuchtung tatsächlich wahrgenommen wird. Unter normalen Umgebungslichtbedingungen fallen die Homogenitätsschwankungen nämlich kaum auf. Dennoch können wir dem Acer X222W in Sachen Homogenität nur ein ‚befriedigend‘ vergeben, da andere 22″ Widescreen-Modelle in diesem Punkt doch teilweise deutlich besser abschneiden.

Der Blickwinkel des X222W wird vom Hersteller horizontal und vertikal mit jeweils 160 Grad angegeben. Speziell bei Monitoren mit TN-Panel sind die offiziellen Blickwinkelangaben der Hersteller so gut wie immer unrealistisch. Beim Acer X222W verhält es sich nicht anders.

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Seitlicher Einblickwinkel von rechts und bei frontaler Ansicht.
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Das obere Bild zeigt den Blickwinkel bei Sicht von unten, das untere Bild zeigt den Blickwinkel von oben.

In der Praxis bleibt der Acer X222W bei seitlichen Einblickwinkeln bis etwa 135 Grad relativ farbstabil. Wie bei allen anderen von uns getesteten 22-Zoll TFTs, kommt es auch beim Acer vor allem beim Blick von unten zu besonders starken Farb- und Kontrastverschiebungen. Für ein TN-Panel liegen die Blickwinkelverhältnisse des X222W aber insgesamt in einem normalen Rahmen. Der Acer liegt hier gleichauf mit dem HP w2207.

Die CrystalBrite-Oberflächenbeschichtung verhilft dem Acer X222W bei der subjektiven Farbwiedergabequalität zu erstaunlich guten Ergebnissen. Eine leichte Streifenbildung ist bei feinen Farbverläufen auszumachen. Bei linearen Grauverläufen kommt es ebenfalls zu einer schwachen Treppenbildung.

Mit dem Colorimeter Eye One Display 2 von Gretag Mac Beth und der iColor Kalibrierungssoftware von Quatographic haben wir den Acer X222W farblich kalibriert. Anschließend wurden der anzeigbare Farbraum sowie die Farbausgabequalität gemessen.

Kalibrierung

Ziel Erreicht
2.2 2.2
6500 6512
140 138
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Messdiagramme: Zur Vergrößerung und Erläuterung die Grafiken anklicken.

Der gemessene Farbraum des X222W deckt den sRGB-Arbeitsfarbraum größtenteils ab. Wie die meisten anderen derzeit erhältlichen 22-Zöller ist auch der Acer hiermit für farbunkritische Grafikanwendungen im Multimediabereich gerade noch zu gebrauchen. Denkbar wären hier der semi-professionelle Einsatz bei Webdesign und Videoschnitt. In der professionellen Bildbearbeitung haben Monitore mit TN-Panel wie der X222W allerdings nichts verloren.

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Der darstellbare Farbraum des Acer X222W als volumetrische 3D-Ansicht.
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Linkes Bild: Der Farbraum des X222W (farbige Linie) im Vergleich zum sRGB-Arbeitsfarbraum (grau/weiße Linie). Rechts der Vergleich zum Adobe-Farbraum.

In Sachen Bildqualität hinterlässt der X222W einen etwas zwiespältigen Eindruck. Einerseits überzeugt der subjektive Bildeindruck sofort und kann für ein Gerät mit TN-Panel als ausgezeichnet gewertet werden. Die CrystalBrite-Oberflächenbeschichtung verhilft dem X222W zu hoher Farbbrillanz und sehr guten Kontrast- und Schwarzwerten. Der Acer kann in diesem Punkt locker mit dem derzeitigen Klassenprimus HP w2207 mithalten.

Andererseits jedoch patzt unser Testgerät bei der Homogenität der Ausleuchtung leider etwas. An dieser Stelle muss allerdings darauf hingewiesen werden, dass die Qualität der Ausleuchtung generell einer gewissen Serienstreuung unterliegt.

UGRA

In der professionellen Bild- und Grafikbearbeitung finden bislang ausschließlich TFTs mit IPS oder VA-Panel Verwendung. Obwohl bei den TN-Geräten in den letzten Jahren deutliche Fortschritte bei der Farbdarstellung und Ausleuchtung zu verzeichnen waren, reicht es in dieser Panelklasse nach wie vor nicht zur vollen Prooftauglichkeit. Dies belegt auch unsere Prüfung mit dem UGRA Display Analysis and Certification Tool (UDACT).

Hierbei handelt es sich um ein von der UGRA herausgebrachtes Prüfmittel zur verbindlichen Zertifizierung von Grafiker Monitoren. Wir testen den Acer X222W in seinen werksmäßig voreingestellten Grafikmodi und in diversen kalibrierten Zuständen.

In unserem Test zeigt sich, dass der Acer X222W nicht alle Vorgaben des UDACT bestehen kann und wird vom Tool lediglich für die Verwendung im Layoutbereich als tauglich gewertet. Nur ein TFT, der sämtliche UGRA-Kriterien erfüllen kann, wird als geeignet für den Einsatz im Print-Bereich angesehen und entsprechend auch positiv für ISO-Drucknormen wie ISOcoated, ISOuncoated oder ISOnewspaper zertifiziert.

Überraschend ist dieses Ergebnis für uns nicht – bislang fiel die UDACT-Zertifizierung bei allen von PRAD getesteten 22-Zoll Widescreen-TFTs in etwa gleich aus.

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Das UGRA-Zertifizierungsprotokoll (Kurzfassung). Der ausführliche Report des UDACT kann als PDF Datei geladen werden.

Die Ergebnisse des UDACT sind in erster Linie für professionelle Grafiker interessant, die ihren TFT zum Softproofen in der Druckvorstufe einsetzen wollen. Ein Grafikmonitor sollte u. a. eine Helligkeit von mindestens 150 cd/m² aufweisen. Mit seiner maximalen Helligkeit von 279 cd/m² schafft der Acer zumindest in diesem Punkt die Anforderungen der UGRA mit links.

Die übrigen Mess-Szenarien des UDACT kann der Acer dann allerdings nicht mehr bestehen. Kein Wunder – gibt die UGRA für Profilgenauigkeit und Graubalance hier doch sehr enge Grenzen vor, was die erlaubten Abweichungen angeht. So darf bei den Graustufen die mittlere Abweichung DeltaC 1 nicht überschreiten, wobei die maximale Schwankungsbreite nicht über DeltaC 2 hinausgehen sollte.

Bei der Profilgenauigkeit toleriert das UDACT ein maximales DeltaE von nur 6 und im Mittel lediglich DeltaE 3. Außerdem wird der von Hardcopy-Proofsystemen bekannte UGRA/FOGRA Medienkeil 2.0 am Bildschirm vermessen, welcher innerhalb seiner 46 Farbfelder eine mittlere Abweichung von nur DeltaE 4 für zulässig erachtet.

Für einen TFT-Monitor mit TN-Panel sind das kaum zu erfüllende Vorgaben. Da aber der Acer X222W, wie alle anderen derzeit aktuellen 22″ Widescreens, in erster Linie für die Nutzung im Multimediabereich bestimmt ist, lässt sich das Ergebnis des UGRA-Tests relativ leicht verschmerzen.

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