Test Monitor Asus ML249H
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Latenzzeit

Neben kurzen Schaltzeiten, die für den schnellen Bildaufbau notwendig sind, ist vor allem die Latenzzeit (Verzögerung) eines Monitors von Bedeutung für das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Input Lag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input Lag Testverfahrens“). Wir messen zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens (10 Prozent der Endhelligkeit). Zu diesem Wert addieren wir noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück).

Erläuterung der Darstellung: Die Verzögerungszeit des LCD ergibt sich als die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal (rot) und dem Aufleuchten des Pixels (10%-Schwelle, grüne Kurve).

Asus Ml249h Monitor Latenz
Der ML249H hat eine sehr geringe Verzögerungszeit. (latenz.jpg)

Die gemessene Verzögerungszeit ist beim Asus ML249H mit nur 1,5 Millisekunden sehr kurz. Hinzu kommt jedoch die halbe mittlere Bildaufbauzeit von mindestens 13,7 Millisekunden (TF = 100), die mittlere Gesamtlatenz beträgt somit günstigstenfalls 15,2 Millisekunden. Eine Bildzwischenspeicherung erfolgt offensichtlich nicht.

Subjektive Bewertung

Die träge Reaktionszeit des Asus ML249H ist auch subjektiv stark zu spüren. In schnellen Shootern und Rennsimulationen kommt nicht wirklich Freude auf. Schnelle Bewegungen schlieren teilweise derart stark, dass einem fast schwindlig wird. In langsameren Strategiespielen ist der Bildaufbau des Asus ML249H gerade noch akzeptabel. Generell können wir diesen Monitor für Spielefans aber nicht empfehlen.

Asus Ml249h Monitor ML249H Schlierentest
Die extrem starke Schlierenbildung des Asus ML249H ist leider sehr störend in schnellen Spielen.

DVD und Video

Zuerst haben wir die Zuspielung von SD und HD Medien über den PC getestet. Die externe Zuspielung von Videoquellen mittels eines Blu-ray Player folgt im Kapitel Videosignalverarbeitung.

Kopiergeschützte Inhalte kann der Asus ML249H durch HDCP Unterstützung über alle digitalen Eingänge problemlos wiedergeben. Gängige Videoplayer wie VLC, PowerDVD oder Windows Media Player, wählen automatisch die richtige Bildformatanzeige und verhindern dadurch eine beschnittene oder verzerrte Darstellung, dafür sind unterschiedlich hohe schwarze Balken am oberen und unteren Bildrand zu sehen.

Auf Grund der Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel und dem 16:9 Bildformat des Asus ML249H ist die Zuspielung von FullHD Filmmaterial ideal. Eine scharfe, kontrastreise Darstellung ohne Aufhellungen an den Rändern sind positive Aspekte, der ausgeprägte Gamma-Shift und manchmal auftretendes Schlieren bei rasanten Szenen, sind leider die Kehrseite der Medaille.

Asus Ml249h Monitor ML249H Dvd01
Szene aus dem Full-HD Trailer „Fluch der Karibik 4“.

Dass SD Material in Form eines DVD Films entsprechend unscharf ist und Auflösungsartefakte zeigt, ist primär der schlechteren Signalqualität geschuldet, auch wenn die Interpolationsqualität des Asus ML249H nicht die Beste ist. Die homogene Ausleuchtung des ML249H ist besonders in dunklen Szenen ein großer Pluspunkt.

Asus Ml249h Monitor ML249H Dvd02
Szene aus dem DVD Film „Red Planet“.

Wie schon im Kapitel Bildqualität erwähnt, kann jedoch in bestimmten Szenen, besonders bei Mischfarben oder in dunklen Bereichen, der Gamma-Shift trotz zentralem Blickwinkel sehr auffällig sein.

Videosignalverarbeitung

Neben einer farbmetrisch korrekten Darstellung hängt die Bildqualität in erheblichem Maße von den Fähigkeiten der Elektronik ab. Wir testen die Qualität der Skalierung bei verschiedenen Signalen (von SD bis HD) und achten auf eine saubere, detaillierte und artefaktfreie Darstellung. Filterlösungen des Gerätes (insbesondere Schärfe- und Rauschfilter) werden dabei ebenfalls ausgewertet. Großen Einfluss auf die Qualität der Darstellung hat auch das Deinterlacing halbbildbasierender Signale. Zur Überprüfung kommen synthetische Tests und Realweltmaterial zum Einsatz. Anschließend testen wir die ruckelfreie (in den Grenzen der zeitlichen Auflösung des Materials) Wiedergabe von Signalen zwischen 24 Hz und 60 Hz. Damit decken wir die heute üblichen Zuspielungen ab. Schaltungen zur Zwischenbildberechnung werden ebenfalls überprüft, genau wie die Verarbeitung von RGB- und YCbCr-Signalen.

Skalierung

Im Videobereich liegt nur bei HD-Material ein quadratisches Pixelseitenverhältnis vor. Verfügt der Bildschirm im OSD über eine explizite „4:3“ und „16:9“ Option in den Skalierungseinstellungen, stehen die Chancen gut, entsprechendes Material korrekt anzeigen zu können.

Unsere Testbildreihe basiert auf einem anamorphen Video mit Kreisen, die bei korrekter Beachtung des Seitenverhältnisses absolut rund sein müssen (zugespielt über HDMI). Mit entsprechenden Einstellungen am Blu-ray Player können wir alle möglichen Zuspielungen simulieren.

Der Asus ML249H erlaubt über OSD die Anpassung des Bildformats. Bei externer Zuspielung per Blu-ray Player oder Spielekonsole stehen die Formate „Vollbild“, „4:3“ und „Overscan“ zur Auswahl. Im PC-Betrieb kommt es darauf an was für eine Auflösung eingestellt ist denn nur bei einer 4:3 Auflösung ist neben Vollbild und Overscan auch noch 4:3 als Option auswählbar.

Signal Unverzerrte Wiedergabe
Ja (auch pixelgenau)
Ja (auch pixelgenau)
Ja (auch pixelgenau)
Ja (auch pixelgenau)

Bei der Skalierung gibt sich der Asus ML249H keine Blöße. Unabhängig vom Signal, stellt er dieses – vorausgesetzt die Einstellungen in Player und OSD des ML249H stimmen überein – korrekt und weder verzerrt noch durch Overscan beschnitten dar.

Asus Ml249h Monitor ML249H Skalierung
Überprüfung der Skalierung am Asus ML249H: korrekte Darstellung egal welches Signal zugespielt wird.

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