Test Monitor Asus PB279Q
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Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim ASUS PB279Q messen wir mit 4,4 Millisekunden eine sehr geringe Signalverzögerung. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 5 Millisekunden schnell. Insgesamt beträgt der Gesamtwert für die mittlere Gesamtlatenz kurze 9,4 Millisekunden.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des ASUS PB279Q arbeitet mit White LED und leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre.

Asus Pb279q Monitor Backlight
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung.

Subjektive Beurteilung

Die hohe Auflösung erfordert eine sehr potente Grafikkarte, um aktuelle Spiele mit mittleren Details anzeigen lassen zu können. Geachtet werden sollte zudem darauf, dass eine Karte mit aktuellem DP-1.2-Standard betrieben und im OSD eingestellt wird, da ansonsten nur 30 und nicht 60 Hz einstellbar sind. Dank der guten Interpolationsleistung kann das Gerät aber auch Spiele bei einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln sehr gut wiedergeben.

Der vordefinierte Gaming-Modus verändert die Farben stark, was Hardcore-Spielern aber egal sein dürfte, da diese die Vorteile der Einstellung mitnehmen und die Farbverfälschungen ignorieren. Die Vorteile liegen in der schnelleren Gegnerwahrnehmung, die der Modus ermöglichen soll. Da der Modus einfach wieder geändert werden kann, sollten Spieler diesen auf jeden Fall einmal ausprobieren und dann selber entscheiden, welche Option ihnen mehr zusagt.

Die ebenfalls vorhandene Einstellung GamePlus im OSD dürfte auch eher Hardcore-Spieler ansprechen. Einblendbar sind, wie weiter oben im Test ausführlicher beschrieben, ein dauerhaftes mittiges Zielkreuz oder ein Timer. Die erste Option kann bei bestimmten Ego-Shootern von Vorteil sein und die zweite Variante ist für Strategiespiele interessant. Bei diesen Optionen kommt es ebenfalls auf die persönlichen Vorlieben an, ob die Funktionen einen Mehrwert darstellen. Dass sie angeboten werden, ist auf alle Fälle positiv.

Leichte Schlieren waren auf dem Gerät zu beobachten, aber das ist bei jedem Monitor der Fall, der nicht auf 120 oder 144 Hz setzt. Die schnelle Reaktionszeit und die kurze Latenz haben uns ansonsten aber überrascht und machen das Gerät mit nur leichten Einschränkungen sogar für Hardcore-Spieler interessant. Gelegenheitsspieler dürften dagegen auch die leichten Schlieren ignorieren können beziehungsweise erst gar nicht sehen und damit voll zufrieden mit dem Gerät sein. Vorausgesetzt, sie besitzen eine potente Grafikkarte oder spielen interpoliert.

Sound

Tonsignale können per HDMI, DisplayPort oder Audio-In zugespielt werden. Der Monitor kann diese entweder über seine beiden Zwei-Watt-Lautsprecher ausgeben oder an eine Kopfhörerbuchse weiterleiten. Um die Qualität zu testen, haben wir ein Musikvideo mit typischen 50 Euro teuren PC-Lautsprechern und danach mit den eingebauten Lautsprechern ausgegeben.

Im Vergleich fehlte bei den internen Lautsprechern die Tiefe deutlich, die Stimmen klangen zudem leicht blechern; zwar klar, aber nicht klangvoll. Für kurze YouTube-Videos und Windows-Sounds sind die eingebauten Komponenten daher völlig ausreichend. Genussvoll Musik hören oder einen Film ansehen ist aber eher nicht möglich. Die Lautstärke war ausreichend laut einstellbar, so dass auch in Umgebungen mit vielen Hintergrundgeräuschen eine Wiedergabe möglich ist.

DVD und Video

Der PB279Q besitzt vier HDMI-Anschlüsse, einen haben wir für die Verbindung mit dem Blu-ray-Player genutzt. Die volle Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln lässt sich über diesen Anschluss nur mit 30 Hz darstellen. Die kleinere Auflösung 1.920 x 1.080 kann dagegen wie gewohnt auch mit 60 Hz betrieben werden. Der HDMI-Anschluss sollte daher nur für die Filmwiedergabe genutzt werden, für einen Anschluss an den PC empfehlen wir den DisplayPort.

Das 16:9-Format bietet sich natürlich für die Filmbetrachtung an, da keine zusätzlichen Balken eingeblendet werden müssen. Der flexible Standfuß und der stabile Blickwinkel sind in diesem Bereich ebenfalls positiv zu erwähnen. Auch der PiP-Modus und die verbauten Lautsprecher bringen Pluspunkte. Den Filmmodus fanden wir dagegen nicht gut umgesetzt. Der Kontrast wurde deutlich angehoben und das Bild überschärft dargestellt. Wir würden daher auch den Standardmodus für die Filmbetrachtung empfehlen.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

1.080p- und 720p-Signale lassen sich bildschirmfüllend und ohne Verzerrungen anzeigen. 4:3-Signale können ebenfalls ohne Verzerrungen dargestellt werden, allerdings nur mit recht großen schwarzen Balken an allen Seiten. Eine 1:1-Darstellung muss für alle anderen Signale verwendet werden, da keine allgemeine seitengerechte Vergrößerung möglich ist.

Wie erwähnt, kann die volle Auflösung per HDMI nur mit 30 Hz angesprochen werden. Werden wie üblich 1.920 x 1.080 Pixel gewählt, sind auch 24, 50 und 60 Hz möglich.

Asus Pb279q Monitor 24hz
 
Asus Pb279q Monitor 50hz
24-Hz- und 50-Hz-Signale können dargestellt werden.

13 KOMMENTARE

  1. Hallo,
    ich hatte sehnlichst auf diesen Test gewartet, um zu erfahren wie es sich um den Adobe-RGB-Farbraum verhält. Das der Monitor 100% sRGB kann wissen wir ja vom Hersteller schon zu genüge. Für professionelle Bildbearbeitung ist doch annähernd 100% Adobe-RGB notwendig, oder sehe ich das falsch?
    PS:ASUS bewirbt ja auch die professionelle größere Version (ASUS PA328Q) mit 100% Adobe-RGB-Farbraum.
    Danke für eine erliche Antwort 😉

  2. Guten Tag. Was für eine Software benutzt ihr für die Messungen, insbesondere die Homogenitäts-Messungen ? Danke !

  3. @sasparilla
    Der Effekt ist mir nicht aufgefallen, ansonsten hätten ich ihn auch beschrieben. Überschärft ist mir das Bild im allgemeinen Betrieb daher ebenfalls nicht aufgefallen.

  4. Das stimmt wohl. Allerdings hatte ich bei den anderen IPS 4k Displays in der Preisklasse ähnliche Werte (~650:1) gefunden.

    Daher bin ich erfreut, aber auch etwas vorsichtig.
    Ich hatte PB287Q schon hier, war aber nicht 100% zufrieden.. als Update von meinem guten alten 205BW.

    Da ich viel Spiele, aber auch Foto- und Videobearbeitung mache, bin ich auf einen gewissen Kompromiss angewiesen. 😉

  5. Also wer einen Wert von 0,00 ermittelt und Kontrastwerte von mehr als 14000:1 nennt, hat etwas grundsätzliches bei der Messung missverstanden. Hier reicht die Qualität der Sonde einfach nicht mehr aus. Ich persönlich finde die Werte im PRAD-Test plausibler.

  6. Mmmh, jetzt noch mal den Dell P2715Q testen, damit man einen Vergleich hat, wo der Asus bzw. der Dell steht. Dann steht wohl die nächste Anschaffung an.
    Bis DP1.3 und angemessene 5K Displays in ±27″ auf den Markt kommen, vergehen noch 1-3 Jahre.

  7. Hatte den Monitor auch hier, was mir daran garnicht gefallen hat ist, dass der Monitor im Standardmodus das Bild künstlich nachgeschärft hat und man das auch nicht verändern konnte. Ist euch das auch aufgefallen?

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