Test Monitor Asus VG248QE
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Kalibrierung – Teil 2

Vergleich des sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Nach der Werkseinstellung haben wir den sRGB-Modus vermessen ohne sonstige Einstellungen vorzunehmen.

Asus Vg248qe Monitor Srgb
Farbwiedergabe im sRGB-Modus.

Der sRGB-Modus zeigt sichtbare Änderungen gegenüber dem Standardmodus. Der Gammawert fällt zwar besser aus, auch wenn er vor allem in höheren Bereichen noch weit von der Ideallinie entfernt bleibt. Die Farbabweichungen bei den bunten Farben nehmen zwar ab, sind aber immer noch hoch.

Die Grauwerte verschlechtern sich dagegen sichtbar, insbesondere der Range-Wert ist extrem. Ebenfalls verschlechtert sich der Weißpunkt und da sich der Kontrast mit 664:1 deutlich reduziert, ist auch dieser Modus nicht empfehlenswert.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des kalibrierten Monitors mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Durch die Kalibrierung und Profilierung wird eine möglichst hohe Neutralität und Linearität der Farbwiedergabe erreicht. Farbechtheit (im Rahmen der Monitorgrenzen) wird erst im Zusammenspiel mit farbmanagementfähiger Software erreicht.

Asus Vg248qe Monitor Kalibriert
Farbwiedergabe nach der Kalibrierung.

Nach der Kalibrierung sind Abweichungen bei den Grauwerten deutlich zurückgegangen und auch der Range-Wert ist jetzt gelungen. Die Gammakurve liegt ebenfalls fast genau auf der Ideallinie und auch der Weißpunkt wird nahezu exakt getroffen. Erfreulicherweise liegt der Kontrast mit 1064:1 ebenfalls wieder in einem sehr guten Bereich.

Für die Bildbearbeitung ist der Monitor aber auch nach einer Kalibrierung nicht zu empfehlen, hier spielt der eingeschränkte Blickwinkel und die sRGB Farbraumabdeckung von nur 88 Prozent eine Rolle.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Interpolation

Für Interpolationszwecke stehen zwei Auswahloptionen zur Verfügung. Die kleinere Auflösung kann entweder gestreckt im Vollbild oder im 4:3 Modus dargestellt werden. Wobei der letztgenannte Modus auch nur bei tatsächlichen 4:3 Auflösungen gewählt werden kann.

Eine Auflösung von 1.024 x 768 wird in diesem Modus seitengerecht vergrößert mit schwarzen Balken an den Seiten dargestellt. Eine Auflösung von 1.680 x 1.050 kann dagegen nie seitengerecht, sondern immer nur im Vollbildmodus dargestellt werden, auch eine verzerrte Darstellung im 4:3 Betrieb ist nicht möglich. Alle anderen gewünschten Darstellungsoptionen müssen daher über die Grafikkarte erzwungen werden.

Für die Schonung der Grafikkarte sollte daher wenn möglich eine kleinere 16:9 Auflösung gewählt werden. Wir haben dafür die Auflösung mit 1.280 x 720 Pixeln gewählt und dem nativen Bild gegenüber gestellt. Die Interpolationsleistung war in diesem Fall gut, es war nur eine leichte Unschärfe erkennbar, die im Betrieb per DVI im Standardmodus auch nicht beseitigt werden konnte, da der Schärferegler in diesem Betrieb nur ausgegraut dargestellt wird.

Asus Vg248qe Monitor Nativegitter
Asus Vg248qe Monitor 720gitter
Testgrafik, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 Vollbild.
Asus Vg248qe Monitor Nativtext
 
Asus Vg248qe Monitor 720text
Textwiedergabe, oben: nativ; unten: 1.280 x 720 Vollbild.

Reaktionsverhalten

Den VG248QE haben wir in nativer Auflösung bei 60, 120 und 144 Hz am DisplayPort vermessen. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Das Datenblatt nennt die extrem kurze Reaktionszeit von nur 1 Millisekunde. Für die Beschleunigung kann die Option TraceFree von 0 bis 100 in 20er Schritten eingestellt werden. Voreingestellt ist die Stufe 60.

In dieser Einstellung und bei der Bildfrequenz 60 Hz messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 5,0 Millisekunden und den schnellsten Grauwechsel mit 5,6 Millisekunden. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 6,8 Millisekunden.

Asus Vg248qe Monitor Response 60 60
60 Hz, TF 60: flinke Schaltzeiten mit noch moderaten Überschwingern.

Der Helligkeitsverlauf im rechten Chart zeigt den Grauwechsel zwischen 50 und 80 Prozent. Diese auch für die TN-Technik schon flinken Schaltzeiten bringen bereits deutliche Überschwinger mit sich, die sich aber noch in sehr moderaten Grenzen halten. Der Overdrive ist also bereits aktiv, hält sich aber noch zurück. Sehr schön: die Schaltzeiten sind an allen Messpunkten ähnlich lang. Mit stärkeren Artefakten im Bild ist noch nicht zu rechnen.

Asus Vg248qe Monitor Response 60 100
60 Hz, TF 100: sehr schnell, aber teils extreme Überschwinger.

Richtig zur Sache geht der Overdrive in der höchsten Einstellung TraceFree 100. Den Schwarz-Weiß-Wechsel kann das nicht mehr beeindrucken, aber die übrigen Messpunkte werden nochmals um gut 30 Prozent beschleunigt. Verkürzt werden vor allem die Anstiegszeiten, was teilweise extreme Überschwinger verursacht. Diese Einstellung ist für ambitionierte Gamer gedacht, denen die letzten Zehntel Millisekunden in jedem Fall wichtiger sind als die Bildqualität.

Asus Vg248qe Monitor Response 120 100
120 Hz, TF 100: sehr schnell, aber teils extreme Überschwinger.

Auch bei 120 Hz kann das TN-Panel locker mithalten, die Schaltzeiten verkürzen sich sogar noch ein wenig. Dennoch deuten sich die Grenzen bereits an: die ansteigende Flanke des Helligkeitssignals neigt sich schon ein kleines bisschen, und die Überschwinger werden nicht etwa kleiner, weil sich der Overdrive zurückhält, sondern weil die Zeit nicht mehr reicht. Viel zu sagen hat das alles noch nicht, 120 Hz meistert der VG248QE mit Bravour.

Asus Vg248qe Monitor Response 144 100
144 Hz, TF 100: ganz erstaunliche Leistungsreserven.

Doch selbst bei 144 Hz kann der VG248QE noch einmal mit kürzeren Schaltzeiten aufwarten, das Panel mobilisiert durch die heftige Beschleunigung doch erstaunliche Reserven. Mit rasanten 2,1 Millisekunden sehen wir eine extrem kurze Grau-zu-Grau-Zeit, die selbst den vor 6 Monaten getesteten Asus VG278HE noch übertrifft (dessen Panel allerdings auch weit weniger heftig angetrieben wurde).

Der schon bei 120 Hz beobachtete Trend setzt sich im Chart dennoch fort. Visuell wird das Bild ein wenig blasser und zeigt ein ganz leichtes aber unangenehmes Mikrozittern, was beides bei 120 Hz sofort wieder verschwindet. Panel und Monitorelektronik scheinen hier allmählich ausgereizt, die Bildartefakte werden immer deutlicher.

Für Videos, aber auch für Office- und Internetanwendungen empfehlen wir nach unseren Messungen lieber die neutralere TraceFree-Einstellung 40.

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