Test Monitor ASUS VG278H
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OSD

Das OSD ist logisch in fünf Punkte unterteilt, wobei die beiden Punkte „Splendid“ und „Eingangswahl“ auch in anderen Punkten hätten eingefügt werden können. Bei diesen kann nämlich nur der Modus oder die Eingangsquelle gewählt werden. Interessanter ist der zweite Reiter. Dort gibt es neben üblichen Einstellungen, die Punkte „Smart View“ und „Nvidia Lightboost“.

Mit der ersten Option soll die Anzeigequalität bei geneigtem Bildschirm verbessert werden. Bei frontaler Sicht erkennt man bei eingestelltem Smart View eine Art Grauschleier über dem Bild, bei geneigtem Bildschirm konnte dadurch aber keine Besserung erkannt werden, der schlechte Blickwinkel des TN-Panels bleibt bestehen. Die zweite Einstellung ist nur im 3D Modus verfügbar und bietet eine Anpassung der Helligkeit an.

Monitor Osd1
Optionen der Farbeinstellungen (Quelle: Handbuch).

Im dritten Abschnitt lassen sich die Schärfe, die Reaktionszeit, das Bildformat und der dynamische Kontrast einstellen.

Der letzte Wert ist aber nicht in den Modi sRGB und Standard verfügbar. Die beiden letzten Punkte sind nur für den Betrieb per VGA-Kabel interessant.

Monitor Osd2
Anpassungen der Bildeinstellungen (Quelle: Handbuch).

Im letzten Reiter lassen sich verschiedene Systemeinstellungen vornehmen. Der 3D-IR-Modus regelt die Ausgangsleistung des internen IR-Sensors, dies ist vor allem dann wichtig, wenn sich in der Umgebung noch weitere IR-Sender befinden. Das OSD lässt sich dort ebenfalls verstellen. Einstellbar sind die Position, die Anzeigedauer und die Transparenz des Hintergrunds.

Monitor Osd3
Systemeinstellungen (Quelle: Handbuch).

Bildqualität

Die matte Fläche des Panels und der ebenfalls matte Innenrahmen lassen kaum Spiegelungen zu. Der Rahmen selber spiegelt dagegen recht stark und kann je nach Lichteinfall auch bei der Betrachtung der eigentlichen Bildschirmfläche störend wirken.

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein: Helligkeit 90, Kontrast 80, Schärfe 50, Hautton Normal, Bildmodus Standard. Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Obwohl der Monitor in der Werkseinstellung wie üblich zu hell voreingestellt wurde, konnten beim Testbild keine negativen Effekten beobachtet werden und sogar fast alle Graustufen vom Hintergrund differenzieren werden.

Monitor Grau
Graustufen und -verlauf.

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so wie man es mit bloßem Auge sieht, hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Schon auf dem ersten Bild kann man deutlich erkennen, dass die Ausleuchtung des Monitors alles andere als optimal ist. Auf dem zweiten Bild ist kaum noch zu erahnen, dass es sich wirklich um ein komplett schwarzes Bild handeln soll. Auffällig sind neben den Lichthöfen im oberen und unteren Bereich leicht gelbe Bereiche an den Seiten.

Es sollte aber beachtet werden, dass beide Fotos bei einer eingestellten Helligkeit von 90 angefertigt wurden und sich der Effekt bei geringeren Werten entsprechend etwas abschwächt.

Monitor Schwarzesbild1
Monitor Schwarzesbild2
Schwarzer Hintergrund bei einer Belichtungszeit von 1/50 (links) und 1/5 (rechts).

Die gelben Bereiche an den Seiten entstehen nicht durch eine schlechte Ausleuchtung, sondern durch den schlechten Blickwinkel des TN-Panels, der zusammen mit der Größe des Panels dieses Effekt auch schon bei frontaler Sicht erkennen lässt. Bei seitlicher Betrachtung verschwindet dieser Bereich auf der einen Seite und tritt auf der anderen dafür umso deutlicher auf.

Monitor Schwarzesbild3
Schwarzer Hintergrund aus schräger Sicht.

Helligkeit, Kontrast und Schwarzwert

Monitor Kontrast
Helligkeits- und Kontrastverlauf.

Die Herstellerangaben von 300 cd/m² konnten mit 440 cd/m² deutlich übertroffen werden. Der geringste Wert lag bei 132 cd/m² und könnte damit Anwender, die einen Monitor üblicherweise sehr dunkel einstellen, noch zu hell sein.

Der Kontrast liegt fast durchgängig auf einem sehr guten Bereich von etwa 1100:1. Da er im kalibrierten Zustand aber deutlich abgesunken ist, vergeben wir in diesem Bereich trotzdem nicht die Bestnote.

Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität

Monitor Ausleucht
Monitor Homogen
Messwerte der Helligkeitsverteilung (links) und der Farbhomogenität (rechts).

Die Helligkeitsverteilung ist insgesamt gut. Größere Abweichungen sind nur in den oberen beiden Ecken messbar, aber auch diese liegen noch in einem optisch nicht sichtbaren Bereich. Die Farbhomogenität ist ebenfalls gut, alle Abweichungen liegen unter einem Wert von 1,5.

Blickwinkel

Monitor Blickwinkel
Horizontale und vertikale Blickwinkel.

Bei seitlicher Betrachtungsweise bleibt das Bild relativ stabil auch wenn der Kontrast abnimmt. Bei einer Sicht von oben wirkt das Bild stark überbelichtet, bei einer Betrachtung von unten entsteht der typische Negativeffekt. Der Monitor verhält sich damit typisch für ein Gerät mit TN-Panel. Die angepriesene „Smart View“ Funktion konnte daran auch nichts ändern und verändert den Effekt bei nicht frontaler Betrachtung nicht spürbar.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden ein X-rite Dtp94 und ein X-rite i1 Pro Spektrofotometer eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Monitor Vergleich Srgb1
Monitor Vergleich Srgb2
Abdeckung des sRGB-Farbraums.

Der ASUS VG278H konnte mit einer sehr guten sRGB-Farbraumabdeckung von 99 Prozent überraschen.

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir hier zusammengefasst: DeltaE Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, DeltaC Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Ausgemessen haben wir den voreingestellten Bildmodus Standard mit unveränderter Werkseinstellung.

Monitor Werkseinstellung
Farbwiedergabe in der Standardeinstellung.

Positiv fallen der hohe Kontrast von über 1100:1 und der gute Gammaverlauf bis etwa 80 Prozent auf. Die Abweichungen der Farb- und Schwarzwerte sind aber deutlich zu hoch. Die Helligkeit ist mit über 400 cd/m² ebenfalls zu hoch voreingestellt.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Monitor Srgb
Farbwiedergabe, Einstellung sRGB.

Der sRGB Modus liefert auf den ersten Blick zwar das bessere Ergebnis, gerade im Bezug auf die Schwarzwerte, der Kontrast bricht aber sehr stark ein. Wir haben diesen Wert öfter nachgemessen, weil er uns zu gering vorkam, es konnten aber jedes Mal nur Werte um die 400:1 gemessen werden. Der sRGB Modus ist für die Bildbearbeitung damit unbrauchbar.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich des kalibrierten Monitors mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Durch die Kalibrierung und Profilierung wird eine möglichst hohe Neutralität und Linearität der Farbwiedergabe erreicht. Farbechtheit (im Rahmen der Monitorgrenzen) wird erst im Zusammenspiel mit farbmanagementfähiger Software erreicht.

Monitor Kalibriert
Farbwiedergabe nach der Kalibrierung.

Nach der Kalibrierung liegen fast alle Werte in einem optimalen Bereich. Der Kontrast liegt mit 800:1 noch in einem akzeptablen Bereich, verschlechtert sich gegenüber dem Standardmodus aber deutlich. Insgesamt ist dies aber ein gutes Ergebnis wodurch der Monitor im Amateurbereich auch für die Bildbearbeitung eingesetzt werden kann.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

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