Test Monitor ASUS VG278H
3/4

0
3092

Interpolation

Der Monitor kann kleinere als die native Auflösung als Vollbild oder im 4:3 Format anzeigen, ein seitengerechtes Format kann nicht ausgewählt werden, eine 1:1 Darstellung fehlt ebenfalls. Der Schärferegler ist in den beiden wichtigen Modi Standard und sRGB zudem ausgegraut und bietet damit keine Korrekturmöglichkeit. Im Gamermodus ist er allerdings verfügbar, so dass Spieler, die alte Spiele mit einer bestimmten Auflösung spielen möchten, etwas nachkorrigieren können.

Monitor Nativgitter
Monitor 720gitter
Testgrafik, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 Vollbild.
Monitor Nativtext
Monitor 720text
Textwiedergabe, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 Vollbild.

Bei der ersten Testgrafik konnte eine leichte Unschärfe ausgemacht werden. Es ist dort auch erkennbar, dass die Vergrößerung durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewerkstelligt wird.

Bei dem Text der Textwiedergabe verschwand diese Unschärfe allerdings fast vollständig und zwar bei verschiedenen kleineren Auflösungen, in diesem Bereich kann das Gerät daher sehr gut abschneiden. Die leichten Unschärfen bei der ersten Testgrafik und die sehr geringen Einstellmöglichkeiten führen insgesamt aber nur zu einer guten Bewertung.

Reaktionsverhalten

Den VG278H haben wir in nativer Auflösung bei 60 und 120 Hz am DVI-Anschluss vermessen. Der auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Das Datenblatt beziffert die Reaktionszeit mit 2 Millisekunden (GtG), ein Unterschied zwischen 60 und 120 Hz wird nicht gemacht. Bei 60 Hz und der Werksvorgabe TraceFree 60 messen wir den schnellsten Grauwechsel mit 3,8 Millisekunden und Schwarz-Weiß mit 4,9 Millisekunden. Die über alles gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) für unsere 15 Messwerte ist mit 9,1 Millisekunden schon deutlich länger.

Monitor Reaktion 60 60
Monitor Over 60 60
60 Hz, TraceFree 60: sehr kurze Schaltzeiten, sehr moderates Beschleunigungsverhalten.

Erwartungsgemäß lassen sich die Schaltzeiten durch die Overdrive-Option TraceFree deutlich verändern. Die langsameren Einstellungen 40, 20 und 0 liefern sukzessive immer längere Schaltzeiten, bei TraceFree 0 erreicht die über alles gemittelte Bildaufbauzeit schließlich 21,9 Millisekunden. Wegen des sehr moderaten Overdrives ist aber die andere Richtung interessanter: lassen sich mit TraceFree 100 noch schnellere Schaltzeiten erreichen?

Monitor Reaktion 60 100
Monitor Over 60 100
60 Hz, TraceFree 100: noch kürzere Schaltzeiten, aber deutliche Überschwinger.

Tatsächlich werden insbesondere die Anstiegszeiten bei den dunkleren Messpunkten noch etwas kürzer, die über alles gemittelte Bildaufbauzeit sinkt auf extrem schnelle 4,7 Millisekunden. Die gemessenen Helligkeitsverläufe zeigen jetzt aber eine sehr kräftige Beschleunigung, die starke Überschwinger mit sich bringt.

Bei 120 Hz ändern sich die Messwerte kaum. In der Werksvorgabe TraceFree 60 erhalten wir für den schnellsten Grauwechsel 3,4 Millisekunden und für Schwarz-Weiß 4,4 Millisekunden. Auch die über alles gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) für unsere 15 Messwerte ist mit 8,5 Millisekunden praktisch genauso lang wie bei 60 Hz. Dasselbe gilt auch für die übrigen Einstellungen.

Monitor Reaktion 120 60
Monitor Over 120 60
120 Hz, TraceFree 60: kein Unterschied zu 60 Hz.

Insgesamt erscheint uns die Werksvorgabe TraceFree 60 optimal, für sehr schnelle Spiele könnte man auch TraceFree 80 wählen.

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Bei 60 Hz Bildfrequenz messen wir eine kurze Signalverzögerung von 3,3 Millisekunden. Bis zur Soll-Helligkeit vergehen im Durchschnitt weitere 4,6 Millisekunden (TraceFree 60), die mittlere Gesamtlatenz fällt daher mit insgesamt 7,9 Millisekunden noch kurz aus.

Bei 120 Hz Bildfrequenz verkürzen sich diese Werte etwas, sie halbieren sich aber nicht. Die Signalverzögerung geht auf 2,3 Millisekunden zurück, die halbe Bildwechselzeit auf 4,2 Millisekunden (TraceFree 60). Die mittlere Gesamtlatenz ist daher mit insgesamt 6,5 Millisekunden bei 120 Hz nicht viel kürzer als bei 60 Hz.

Backlight

Die LED-Hintergrundbeleuchtung des VG278H ist PWM-gesteuert, bei Helligkeiten unterhalb von 100 Prozent werden kurze Dunkelzeiten eingelegt. Wegen der enormen Grundhelligkeit von 452 cd/m² muss beim VG278H allerdings extrem abgeregelt werden: 140 cd/m² am Arbeitsplatz werden schon bei der Reglerstellung 2 (von 100) erreicht.

Bei 60 Hz Bildfrequenz messen wir eine Umschaltfrequenz von nur 180 Hz, das Tastverhältnis beträgt sogar nur 31 Prozent. Bei empfindlichen Menschen könnte daher Backlight-Flimmern auftreten. Bei 120 Hz Bildfrequenz verdoppelt sich auch die Umschaltfrequenz auf 360 Hz, Backlight-Flimmern wird trotz des gleichbleibend niedrigen Tastverhältnisses ziemlich unwahrscheinlich.

Monitor Back 60
Monitor Back 120
Das PWM-gesteuerte Backlight bei 60 und 120 Hz.

Subjektive Beurteilung

Im subjektiven Test konnten die guten Messergebnisse bestätigt werden, es waren keine Schlieren oder andere negativen Effekte beobachtbar. Der Monitor ist daher auch für Hardcorezocker zu empfehlen.

ASUS VG278H 3D Vision 2 120Hz – Battlefield 3 als YouTube Video

3D Betrieb

Der Monitor kann über den Dual-Link-DVI Anschluss 3D Spiele oder Videos wiedergeben, über den HDMI 1.4 Anschluss können außerdem 3D Blu-Rays angezeigt werden. Für den PC-Betrieb wird zwingend eine Grafikkarte von Nvidia benötigt, mit Karten von AMD ist kein 3D Betrieb möglich. Einen IR Sensor für den Betrieb der Shutterbrille wird nicht benötigt, diese wurde in den oberen Rahmen des Monitors integriert. Der mittlere Teil ist zudem leicht beweglich und der Sensor so ausrichtbar.

Monitor Vg287h 3d
ASUS VG278H 3D Monitor mit 3D-Birlle (Bild ASUS).

Der Monitor besitzt eine LightBoost Funktion, die zusammen mit der neuen 3D Vision 2 Brille deutliche hellere 3D Bilder liefern soll. Beim Test des BenQ XL2420T haben wir aber festgestellt, dass diese Funktion auch schon bei der ersten Brillengeneration eine Verbesserung erzielt, die neue Brillenversionen aber zusätzlich noch mit größeren Gläsern punktet. Die normalerweise mitgelieferte Brille der zweiten Generation kostet zusammen mit einem Sensor im freien Handel etwa 120 Euro, dieser Betrag sollte bei einem Monitorvergleich daher mitberücksichtigt werden.

Monitor Sensor1
Monitor Sensor2
Bewegbarer IR-Sensor im oberen Monitorrahmen.

Sowohl in Spielen als auch in Videos konnten keine negativen Effekte beobachtet werden. Einem 3D Genuss steht mit diesem Monitor, dem integrierten Sensor und der mitgelieferten Brille daher nichts im Wege.

Ansprechen ließ sich der interne Sensor allerdings nur beim Betrieb mit einem HDMI-Kabel. Über DVI wurde bei der Einrichtung immer nach einem externen Sensor gefragt.

Sound

Der Monitor besitzt zwei eingebaute drei Watt Lautsprecher. Der Sound kann über die Schnelltaste bequem geregelt werden, eine Stummtaste gibt es nicht. Audiosignale können über den HDMI- oder Klinkenanschluss zugespielt werden, über die zweite Buchse kann der Sound auch an Lautsprecher oder Kopfhörer weitergeleitet werden.

Die Leistung der eingebauten Lautsprecher ist erstaunlich gut und auch ausreichend laut, so dass sich durchaus auch Filme mit nicht ganz so anspruchsvoller Soundausstattung gucken lassen. Mit einem richtigen Soundsystem ist die Qualität natürlich nicht zu vergleichen, es klingt aber auch nicht so blechern wie bei vielen Konkurrenzprodukten, so dass der Monitor in diesem Bereich punkten kann.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen