Test Monitor BenQ PV270
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Hardware-Kalibration – Teil 2

Man kann den Vorgang praktisch beliebig oft für unterschiedliche Kalibrierungsziele wiederholen. Im OSD gibt es immerhin zwei Speicherplätze. Hier ist aber in jeder Hinsicht Vorsicht geboten. Zum einen scheint die Auswahl in der Software nichts zu bewirken. Man muss vorher via OSD den richtigen Speicherplatz auswählen. Wechselt man ferner später im OSD die Kalibrierung, muss man auch in der Windows-Farbverwaltung auf das geänderte Profil umschalten. Ansonsten arbeiten Farbmanagement-fähige Anwendungen mit einem falschen Profil.

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PM: Kalibrierung laden und Finetuning (Screenshot PM)

Die angelegten Kalibrierungen lassen sich aber auch über PM laden. Allerdings ist auch hier Geduld gefragt. Das Laden einer anderen Kalibrierung dauert ca. 3 ½ Minuten – Start der Software nicht mitgerechnet. Zumindest wird dann von der Software auch in der Farbverwaltung automatisch das Profil getauscht.

Zum Vergleich: Beim „ColorNavigator“ von EIZO erfolgt das Umschalten inklusive automatischen Profilwechsels in der Farbverwaltung praktisch verzögerungsfrei über ein Icon in der Taskleiste. Da macht dann auch der schnelle Wechsel zwischen unterschiedlichen Farbraum-Emulationen wirklich Spaß.

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PM: Qualitätskontrolle CMYK-Proof-Simulation in „Palette Master“ (Screenshot PM)

Nach Abschluss von Kalibration und Profilierung kann eine Qualitätskontrolle durchgeführt werden. „Palette Master“ geht dabei über eine einfache Profilvalidierung hinaus und legt den Fokus auf eine Überprüfung der Präzision von Proof-Simulationen. Zu diesem Zweck stehen verschiedene CMYK-Testformen zur Verfügung, denen unterschiedliche Druckbedingungen zugeordnet werden können. Die geräteunabhängigen Sollwerte werden dann durch eine absolut farbmetrische Transformation ermittelt.

Für die nachfolgenden Messungen wurde der BenQ PV270 aus „Palette Master“ heraus kalibriert (Color-Gamut: „native“, Tonwertkurve: „Standard“, Gamma: 2,2, Farbtemperatur: 6500K (D65), Leuchtdichte: 140 cd/m2, Kontrastverhältnis: „nativ“, GLF: „ein“) und profiliert.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Profilvalidierung

Benq Pv270 Monitor Val
 

Der BenQ PV270 zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergibt keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele werden erreicht. Die Graubalance und die Farbwerte sind sehr gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Benq Pv270 Monitor Kal Srgb
 

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit Adobe RGB (farbtransformiert)

Benq Pv270 Monitor Kal Argb
 

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch. Das gelingt dem BenQ PV270 einwandfrei. In beiden Fällen erhalten wir ein nahezu perfektes Ergebnis mit minimalen Abweichungen.

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Vergleich mit ECI-RGB 2.0 (farbtransformiert)

Benq Pv270 Monitor Kal Eci Rgb
 

In sRGB und Adobe RGB treten aufgrund des großen Farbumfangs beim BenQ PV270 faktisch keine Out-of-Gamut-Farben auf. Einige gesättigte Tonwerte in ECI-RGB v2 können dagegen nur näherungsweise durch eine Abbildung auf die Farbraumgrenze dargestellt werden. Das erklärt die höheren Abweichungen bei Rot und Blau. Damit steigt auch die Gefahr von Tonwertabrissen in diesen Bereichen. Eine Abdeckung von 92 % dieses Farbraums ist dennoch bemerkenswert gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Farbraumemulationen

Farbraumemulationen dienen dazu, den Farbraum des Monitors auf einen gewünschten Zielfarbraum zu begrenzen. Das ist immer dann notwendig, wenn eine genaue Farbwiedergabe gefordert ist, aber die verwendeten Anwendungen bzw. Signalquellen kein Farbmanagement unterstützen. Das wären z. B. Office-Anwendungen, die meisten Internet-Browser oder externe Signalquellen wie BD-Player.

Mit den Werks-Presets für sRGB und Adobe RGB bringt der BenQ PV270 bereits zwei Farbraumemulationen ab Werk mit. Wir haben im Folgenden getestet, ob sich diese mit Hilfe von „Palette Master“ noch einmal verbessern lassen.

Vergleich der sRGB-Emulation mit sRGB

Benq Pv270 Monitor Emul Srgb
 

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Vergleich der Adobe-RGB-Emulation mit Adobe RGB

Benq Pv270 Monitor Emul Argb
 

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF Datei heruntergeladen werden.

Bereits die Werks-Presets waren extrem gut, konnten aber in beiden Fällen über die Farbraumemulation aus „Palette Master“ heraus noch weiter perfektioniert werden. Auch bei sRGB ist jetzt der Gammaverlauf normgerecht. Selbstverständlich können hier auch praktisch beliebig andere Farbraumziele verwendet werden.

Alle getesteten Farbraumtransformationen wurden wunschgemäß umgesetzt. Das ermöglicht eine definierte Darstellung auch abseits von Abläufen auf Basis von ICC-Profilen.

Reaktionsverhalten

Den BenQ PV270 haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 5 ms für GtG genannt. Eine von BenQ „AMA“ getaufte Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden. In der Werkseinstellung ist sie aktiviert. Die Reaktionszeiten werden damit effektiv gekürzt und es entstehen nur dezente Überschwinger.

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