Test Monitor BenQ PV270
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Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Der BenQ PV270 besitzt eine „Gleichförmigkeit“ getaufte Option im OSD, um die Bildhomogenität zu verbessern. Ab Werk ist sie aktiviert.

Benq Pv270 Monitor Kontrast
Benq Pv270 Monitor Kontrast GLF Aus
Helligkeits- und Kontrastverlauf des BenQ PV270: Links „GLF ein“, rechts „GLF aus“

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 207 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 10 cd/m². Nach Kalibrierung sinkt die Maximalhelligkeit auf 199 cd/m². Mit einer Minimalhelligkeit von 8 cd/m² kann der BenQ PV270 extrem weit heruntergeregelt werden, so dass ein Arbeiten in absoluter Dunkelheit problemlos möglich ist.

Das Kontrastverhältnis des IPS-Panels gibt BenQ mit 1000:1 an. Mit der Option „Gleichförmigkeit ein“ erzielt der PV270 mit 692:1 aber nur einen zufriedenstellenden Kontrast und bleibt bei der Maximalhelligkeit immerhin 17 % unter der Herstellerangabe von 250 cd/m².

Die Option „Gleichförmigkeit“ ist beim BenQ nicht wie z. B. bei EIZO in einem Administratorenmenü versteckt, sondern kann jederzeit ein- und ausgeschaltet werden. Durch das Ausschalten erhöht sich auch im hardwarekalibrierten Modus die Helligkeit sofort erheblich und macht damit zugleich die sorgsame Kalibrierung zunichte. Nicht umsonst sind im kalibrierten Modus die Regler für Helligkeit und Kontrast deaktiviert. Einen Warnhinweis oder eine Erläuterung im Handbuch für weniger erfahrene Anwender findet man nirgends. Sinnvoller wäre es, die Einstellung „Gleichförmigkeit“ analog zum Helligkeitsregler an den kalibrierten Speicherplatz zu koppeln, dann zu deaktivieren und beim Speicherplatzwechsel ggfls. automatisch mit umzuschalten.

Schaltet man die Gleichförmigkeit aus, schnellt die Maximalhelligkeit auf 334 cd/m². Auch der Kontrast verbessert sich auf sehr gute 1159:1. Allerdings ist das nicht zu empfehlen, wie wir gleich an der Bildhomogenität sehen werden.

Bildhomogenität

Benq Pv270 Monitor Helligkeitsverteilung
Benq Pv270 Monitor Farbreinheit
Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität beim weißen Testbild – „GLF ein“

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in Prozent und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 Prozent.

Auch mit der Option „Gleichförmigkeit (GLF) ein“ erreicht der PV270 nur ein zufriedenstellendes Ergebnis. Zwar ist die Helligkeitsverteilung mit einem Durchschnittswert von 2,8 Prozent und einem Maximalwert von 6,73 Prozent sehr gut. Das Ergebnis wird aber durch die schlechte Farbhomogenität zunichte gemacht. Messtechnisch sind die Werte zufriedenstellend, subjektiv die ungleichmäßige Flächendarstellung selbst im Büro-Alltag bei Word-Dokumenten deutlich zu sehen.

Insofern halten wir das Ausschalten der Option „Gleichförmigkeit“ bei einem auf Farbgenauigkeit spezialisierten Gerät kaum für sinnvoll. Die höhere Maximalhelligkeit braucht man i. d. R. nicht, und der Kontrastgewinn wird teuer erkauft.

Benq Pv270 Monitor Helligkeitsverteilung GLF Aus
Benq Pv270 Monitor Farbreinheit GLF Aus
Helligkeitsverteilung und Farbhomogenität beim weißen Testbild – „GLF aus“

Die Farbreinheit bleibt auf dem bereits mäßigen Niveau. Der Gesamteindruck wird aber jetzt durch die Verschlechterung bei der Helligkeitsverteilung weiter gemindert.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Benq Pv270 Monitor Coating
Benq Pv270 Monitor Refcoat
Links das Coating des BenQ PV270, rechts das Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der BenQ besitzt eine leicht spiegelnde, aber noch stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.
Auch subjektiv hat man beim PV270 den Eindruck, dass die Oberfläche etwas stärker spiegelt als bei anderen IPS-Panels.

Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte.

Benq Pv270 Monitor Blickwinkel
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm des SW2700PT bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad. Auch bei extremeren Blickwinkeln bleiben die Farben dank des IPS-Panels sehr stabil. Wahrnehmbar sind v. a. die verminderte Helligkeit und eine etwas schlechtere Zeichnung in dunklen Bildbereichen. Der Kontrasteindruck selbst leidet kaum.

Die auf das Schwarzbild bezogene Blickwinkelabhängigkeit fällt bei einem Bild mit gemischten Inhalten wie unserem Testbild kaum auf.

Interpolation

Unsere Testsignale werden gut verarbeitet. Eine Skalierung durch die Grafikkarte verbessert die Darstellung nicht. Der Schärferegler steht ab Werk auf 5. Wir sahen keinen Grund, hier etwas zu ändern.

Für von der nativen Auflösung abweichende Eingangssignale bietet der BenQ PV270 die Optionen „Vollbild“ (ggfls. verzerrt), „Seitenverhältnis“ (unverzerrt) und auch eine pixelgenaue 1:1-Darstellung an.

Benq Pv270 Monitor Gitter Nativ
Benq Pv270 Monitor Gitter 720p
Testgrafik: Links nativ, rechts 1280-x-720-Vollbild
Benq Pv270 Monitor Text Nativ
Benq Pv270 Monitor Text 720p
Textwiedergabe: Links nativ, rechts 1280-x-720-Vollbild

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1280 x 720 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfeeindruck. Farbsäume treten nicht auf.

Aufgrund des ganzzahligen Teilers hat die Interpolation hier auch leichtes Spiel. Nicht ganz so gut fällt erwartungsgemäß das Ergebnis bei der für die externe BD-Wiedergabe wichtigeren Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) aus.

Benq Pv270 Monitor Gitter 1080p
Benq Pv270 Monitor Text 1080p
Testgrafik und Textwiedergabe bei 1920-x-1080-Vollbild

In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich. Erfreulich ist auch, dass in allen getesteten Auflösungen problemlos eine verzerrungsfreie, maximal flächenfüllende Darstellung möglich war.

Signal Verzerrungsfreie, maximal flächenfüllende Wiedergabe Unskalierte Wiedergabe
HD (1080p) Ja Ja
HD (720p) Ja Ja
PC (5:4) Ja Ja
PC (4:3) Nein Ja
PC (16:10) Teilweise Ja
PC (16:9) Ja Ja

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