Test Monitor BenQ PV270
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Im Test stießen wir beim BenQ PV270 auch immer wieder auf Ungereimtheiten. Beispielsweise im Moiré-Test (sukzessiver Aufbau eines grauen Bildes von oben nach unten) beginnt der PV270 erst grün, bevor er dann doch noch richtig auf Grau umschaltet. Im PixPerAn-Tool war die Gamma-Einstellung schlicht nicht möglich, da die Quadrate hier permanent grün, statt grau dargestellt werden.

Benq Pv270 Monitor Moire 1
Benq Pv270 Monitor Moire 2
Grüner, statt grauer Balken im Moiré-Test
Benq Pv270 Monitor Pixperan
Grüne, statt graue Quadrate in PixPerAn

In normalen Alltagssituationen ist das geschilderte Problem zwar im Testzeitraum nirgends aufgetreten. In Summe hinterlässt der BenQ PV270 aber schlicht und ergreifend keinen optimalen Eindruck.

Sound

Der BenQ PV270 besitzt weder eingebaute Lautsprecher noch einen Kopfhörerausgang. Konsequenterweise wird er am DisplayPort auch nicht als Audio-Ausgabegerät erkannt. Via HDMI wurde er von der Intel-Grafikkarte als solches erkannt, von der NVIDIA-Grafikkarte nicht. In jedem Fall muss das Splitting von Bild und Ton vor der Übertragung der Bildsignale an das Display erfolgen, da der Ton sonst ins Leere läuft.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des BenQ PV270 angeschlossen werden.

Benq Pv270 Monitor OSD 5
OSD: PiP-/PbP-Funktionen (Screenshot Handbuch BenQ)

Der PV270 bietet umfangreiche PiP-/PbP-Funktionen, um mehrere Quellen gleichzeitig darzustellen. Im PiP-Modus können sogar mit der Funktion „GamutDuo“ Videos gleichzeitig nebeneinander in unterschiedlichen Farbspektren wiedergegeben und verglichen werden. Auch Gamma und Farbtemperatur können unterschiedlich gewählt werden.

Das hört sich zwar zunächst toll an. Den realen Nutzen haben wir beim Ausprobieren aber nicht ganz verstanden. Spannend wäre schließlich, die Darstellung von ein und derselben Quelle in verschiedenen Farbräumen parallel zu sehen. Das ist aber nicht möglich und funktioniert nur, wenn zwei unterschiedliche Quellen angeschlossen sind. Ferner sind auch bei PbP-Darstellung die Fenster sehr klein. Das Bild wird schließlich horizontal und vertikal halbiert, so dass pro Quelle nur 1/4 der Display-Fläche genutzt wird.

Für die Darstellung von Filmen empfiehlt sich natürlich vorrangig der Rec.-709-Farbraum, also die HDTV-Norm, in der die meisten Filme gemastert sind. Der BenQ PV270 bietet aber für die Videobearbeitung ein DCI-P3-Preset an.

Um für Spielfilme einen stärker am Kino-Erlebnis orientieren Filmlook zu bekommen, kann man beim BenQ PV270 auch ohne weiteres den erweiterten Farbraum nutzen. Im nativen Farbraum erhält man aber stellenweise – v. a. in Rottönen – eine überzogen bunt wirkende Darstellung. Gut gefallen hat uns grundsätzlich das Adobe-RGB-Preset. Hier sind allerdings ab Werk die Hauttöne arg rötlich. Wir haben deshalb eine eigene Kalibrierung dafür angelegt, mit Adobe RGB als Farbraum und mit etwas Tuning der Farbtemperatur (auf ca. 6700 K).

In dieser Konfiguration kalibriert auf 140 cd/m2 haben wir ein HD-Video am PC betrachtet. Mit dieser Bändigung des nativen Farbraums zeigt der PV270 eine sehr gute Filmdarstellung mit gutem Kontrast. Auch mit aktivierter Gleichförmigkeitsschaltung ist der Im-Bild-Kontrast besser, als man aufgrund der Messwerte vermuten könnte.

Wir hatten gleichzeitig den EIZO CS2730 im Test. Stimmt man die Farbtemperatur der Geräte aufeinander ab, sieht man in der Videodarstellung zu Unterhaltungszwecken keinen Unterschied. Aufgrund des vorhandenen Schärfereglers ist die Darstellung des BenQ PV270 tendenziell noch einen Tick besser.

Da der PV270 speziell für die Videoverarbeitung und -wiedergabe gedacht ist, ist natürlich auch das 24p-Playback ein wichtiges Feature. BenQ verspricht durch Aktualisierungsraten von 48 Hz und 72 Hz ein echtes 24p-Playback ohne Mikroruckler.

Via DisplayPort zeigt der Grafikkarten-Treiber allerdings nur PC-Auflösungen an. Auch beim PC-Pendant zur 1080p-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) sind als Bildwiederholrate nur 60 Hz aktiv. Via HDMI sind in der nativen Auflösung ebenfalls nur 60 Hz möglich. Erst beim Herunterschalten auf die Full-HD-Auflösung kann man 24 Hz auswählen. Gänzlich flüssig und frei von Mikrorucklern schien uns aber auch dort die Darstellung unserer 24p-Testvideos nicht.

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