Test Monitor BenQ PV270
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Technik

Betriebsgeräusch

Wir haben beim BenQ PV270 keine Betriebsgeräusche wahrnehmen können. Sowohl im Standby als auch in Betrieb arbeitet der Monitor völlig geräuschlos, unabhängig davon, welche Helligkeit eingestellt ist. Allerdings kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.

Stromverbrauch

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 73 W 49,0 W
Betrieb typisch k.A.
140 cd/m² k.A. 39,8 W
Betrieb minimal k.A. 15,9 W
Energiesparmodus (Standby) < 0,5 W 0,3 W
Ausgeschaltet (Soft Off) < 0,5 W 0,14 W
Ausgeschaltet (Netzschalter) k.A. 0 W

* *Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

BenQ nennt im Datenblatt einen Maximalverbrauch von 73 Watt. Nach unseren Messungen liegt der Maximalverbrauch mit 49 Watt sogar 33 Prozent darunter. Interessanterweise mindert die Einstellung „Gleichförmigkeit ein“ zwar die maximale Helligkeit, aber nicht den dabei gemessenen Stromverbrauch.

Dem Einsatzzweck des PV270 entsprechend haben wir die Option „Gleichförmigkeit“ in der Werkseinstellung „Ein“ belassen. Bei einem Grafikmonitor – insbesondere angesichts der Ergebnisse im Kapitel „Bildhomogenität“ – macht etwas anderes aus unserer Sicht auch keinen Sinn. Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz zeigt das Messgerät 39,8 Watt an. Die Effizienz bei dieser Helligkeit berechnet sich zu mäßigen 0,7 cd/W. Das ist quasi der Preis, den man für die verbesserte Gleichförmigkeit bezahlen muss.

Der Power-Button senkt den Verbrauch fast auf null, es sind lediglich noch 0,14 Watt messbar. Im Standby-Modus messen wir 0,3 Watt, die Vorgaben der aktuellen EU-Richtlinie werden sehr gut eingehalten. Mittels Netzschalter kann der Stromverbrauch auch komplett auf null gesenkt werden.

Anschlüsse

Hinsichtlich Connectivity bietet der PV270 alle wichtigen Digital-Anschlüsse. Der DisplayPort ist sowohl als Mini-DP- als auch in normaler Ausführung vorhanden.

Benq Pv270 Monitor Anschluesse
Anschlüsse

Ein USB-3.0-HUB ist ebenfalls vorhanden. Die beiden Ports liegen zusammen mit einem integrierten SD-/SDHC-/SDXC-Card-Reader gut zugänglich auf der linken Seite im Display-Rahmen. Professionelle Kameras setzen allerdings überwiegend auf CompactFlash- oder künftig auf XQD-Karten etc.

Benq Pv270 Monitor USB
Benq Pv270 Monitor ScreenS Anschluesse
Links USB-3.0-Ports mit Kartenleser, rechts Übersicht Anschlüsse (Handbuch BenQ)

Bedienung

Die Bedienung erfolgt über sechs Touch-Tasten, auch die zusätzliche Power-Taste reagiert auf Berührung. Die Umsetzung kann leider nicht überzeugen. Die Bedienung fühlt sich insgesamt ziemlich schwammig und träge an. Eingaben werden oft verzögert, manchmal gar nicht angenommen.

Benq Pv270 Monitor Tasten
Etwas träge Bedienung mittels Touch-Tasten

OSD

Wie üblich führt ein beliebiger Tastendruck auf eine der Multifunktionstasten zunächst zu einer Schnellauswahl, deren Funktionen direkt über den Tasten angezeigt werden. Quellwahl, Farbmodus, Helligkeit und Kontrast lassen sich so ohne Umweg über das Menü erledigen.

Benq Pv270 Monitor OSD 1
Benq Pv270 Monitor OSD 2
OSD: Schnelleinstieg und Hauptmenü (Screenshot Handbuch BenQ)

Das Menü selbst ist erfreulicherweise hochauflösend, aber relativ klein gehalten. Die Gliederung in sechs Hauptpunkte ist zwar noch durchaus sinnvoll gewählt. Die Liste mit den Unterpunkten ist dann aber teilweise so lang, dass sie nicht mehr vollständig auf den Bildschirm passt und man ordentlich scrollen muss. Das funktioniert auch nicht umlaufend, so dass ein Zurückgehen vom letzten auf den ersten Punkt schon etwas Geduld erfordert.

Benq Pv270 Monitor OSD 3
Benq Pv270 Monitor OSD 4
OSD: Bild- und Systemeinstellungen (Screenshot Handbuch BenQ)

Wirklich ärgerlich ist aber das Verdrehen der Pfeiltasten für Links und Rechts im Vergleich zur gängigen Bedienung, die man seit Urzeiten von Steuerkreuzen kennt. Auch Logik und Begrifflichkeiten der Menüpunkte sind nicht immer nachzuvollziehen. So bedeutet im Systemmenü der Punkt „Vorgabe“ das Rücksetzen auf Werkseinstellungen.

Mag auch der gebotene Funktionsumfang des OSDs erfreuen, Spaß macht die Bedienung des PV270 beim besten Willen wirklich keinen. Im Vergleich zu einem Büromonitor, bei dem man i. d. R. höchst selten das OSD benutzt, ist das bei einem Grafikmonitor schon ein gravierender Punkt.

Bildqualität

Panel-Rahmen und die Oberfläche des Panels sind matt und wirksam entspiegelt. Seitlich einfallendes Licht oder auch ein Betrachter mit heller Kleidung erzeugt nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm.

Der Panel-Rahmen hat dennoch eine unangenehme Eigenheit. Er verläuft oben und an den Seiten erst etwas abgeschrägt und dann noch ca. 0,5 cm lotrecht in Richtung Display-Oberfläche. Bei hellen Bildinhalten entsteht dadurch am oberen Bildrand eine helle Spiegelung im Display-Rahmen, die wie eine Doppelkontur aussieht. Nicht dramatisch, aber in der Bildbearbeitung teilweise schon störend.

Beim Reset stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: Standard
Helligkeit: 40
Kontrast: 50
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: 6500 K
RGB: k.A.
Color-Gamut: Adobe RGB
Gleichförmigkeit Ein
Schärfe: 5
Reaktionszeit: k.A.

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Der Grauverlauf ist in der Werkseinstellung bereits einwandfrei, Farbschimmer treten nicht auf.

Benq Pv270 Monitor Graustufen
Graustufen

Auch bei der Graustufendarstellung schneidet der PV270 gut ab: die hellsten Stufen sind vollständig zu erkennen. Nur die drei dunkelsten Stufen werden abgeschnitten. Bei den dunkelsten Stufen ist allerdings eine gewisse Blickwinkelabhängigkeit zu erkennen. Während auch extremere horizontale Blickwinkel kaum eine Rolle spielen, reichen bereits kleinere Veränderungen in der Vertikalen, um eine deutliche Aufhellung mit entsprechendem Verlust der Detailzeichnung auszumachen.

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Benq Pv270 Monitor Schwarzbild
Benq Pv270 Monitor Schwarzbild Verl
Ausleuchtung bei normaler und verlängerter Belichtung

Auch mit freiem Auge sind beim Schwarzbild Aufhellungen und Einfärbungen in den Ecken deutlich zu erkennen. Teilweise hängt das mit der beschriebenen Blickwinkelabhängigkeit zusammen. Auch die Ecken werden komplett schwarz, wenn man direkt senkrecht darauf schaut. Allerdings hellen sich dann andere Bereiche noch stärker auf, so dass man nie ein vollständig schwarzes Bild zu sehen bekommt. Richtig schwarz ist der Monitor also immer genau dort, wo man nahezu senkrecht auf seine Oberfläche schaut.

Der BenQ PV270 schneidet hier nicht besser als der SW2700PT ab. Beide Geräte liegen hier auf einem für ein IPS-Panel typischen Consumer-Niveau, können aber mit merklich teureren Profigeräten nicht mithalten.

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