Test Monitor BenQ SW320
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Technik

Betriebsgeräusch

Zeitweise konnten wir vom BenQ SW320 ein dauerhaftes Brummgeräusch und gelegentliches Spulenpfiepen vernehmen. Die Geräuschquelle ließ sich auf der Rückseite in der Nähe des Netzstecker-Anschlusses lokalisieren, war aber auch vom Arbeitsplatz aus zu hören und variierte teils mit den Veränderungen des Monitorinhaltes.

Anderntags – ohne sonstige Veränderungen – ließ sich das Geräusch aber nicht mehr reproduzieren, auch nicht mit vollständig hochgedrehter Helligkeit. Wir gehen daher davon aus, dass das Gerät normalerweise lautlos arbeitet. Generell kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.

Stromverbrauch

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 90 W 65,4 W
Betrieb typisch 50 W
140 cd/m² k.A. 42,0 W
Betrieb minimal k.A 29,9 W
Energiesparmodus (Standby) < 0,5 W 0,7 W
Ausgeschaltet (Soft Off) < 0,5 W 0,5 W
Ausgeschaltet (Netzschalter)

*Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

BenQ nennt im Datenblatt einen Maximalverbrauch von 90 Watt. Nach unseren Messungen liegt der Maximalverbrauch mit 65,4 Watt sogar 27 Prozent darunter. Der Power-Button senkt den Verbrauch fast auf null, es sind lediglich noch 0,5 Watt messbar. Im Standby liegt er mit 0,7 Watt kaum höher. Einen Netzschalter, um den Monitor komplett vom Stromnetz zu trennen, hat der BenQ SW320 nicht.

Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz zeigt das Messgerät 42 Watt an, die Effizienz bei dieser Helligkeit berechnet sich zu ausgezeichneten 1,5 cd/W. Für ein Gerät mit 4K-Auflösung ist das ein ungewöhnlich guter Wert.

Anschlüsse

Trotz des zur Verfügung stehenden Platzes ist der BenQ SW320 mit Anschlüssen nicht gerade üppig ausgestattet. Zumindest der DisplayPort ist zweimal vertreten – einmal normal, einmal als Mini. Beide sind dafür hinsichtlich Version (1.4) topaktuell. HDMI (2.0) ist nur einmal vorhanden. Der kleine Anschuss ganz links ist ausschließlich für den Hotkey-Puck vorgesehen.

Ganz rechts sieht man den USB-3.0-Hub, der zwei Downstream-Ports und einen Speicherkartenleser versorgt, die in einem Erker auf der linken Monitorseite untergebracht sind. Während sich die beiden USB-Ports noch ganz gut für dauerhaft angesteckte Geräte wie externe Festplatten nutzen lassen, ist der Speicherkartenleser auf jeden Fall so schlecht zu erreichen, dass er irgendwie kaum Sinn hat – erst recht bei aufgesetzter Monitorblende.

Benq Sw320 Monitor Anschluesse
Benq Sw320 Monitor USB
Anschlüsse: Rückseite und Erker links

Normalerweise wäre das Anschlussthema damit abgehandelt. Nicht so beim BenQ SW320. Wir hatten bislang noch kein Gerät im Test, was uns einen ganzen Arbeitstag Zeit gekostet hat, um überhaupt ein brauchbares Bild auf den Bildschirm zu bekommen.

Wir empfehlen generell, sofern vorhanden, immer den DisplayPort anstelle von HDMI für den Anschluss am PC/Mac zu verwenden. Schlussendlich war es uns beim BenQ SW320 aber nicht möglich, via DP ein dauerhaft stabiles Bild zu bekommen, so dass wir für den Test den HDMI-Anschuss verwendet haben.

Letztendlich ist es immer schwierig zu ermitteln, ob es am Monitor, der Grafikkarte oder am Treiber liegt. Die DP-Version 1.4 wurde erst im März 2016 veröffentlicht und ist somit „brandneu“. Da von der Veröffentlichung bis zur Umsetzung oft viel Zeit vergeht, basiert leistungsmäßig absolut auf der Höhe der Zeit befindliche PC-Hardware oft noch auf einem älteren Standard. DP 1.4 sollte eigentlich abwärtskompatibel sein. Dennoch könnte hier – abhängig von der verwendeten Grafikkarte – eine Ursache liegen. Die DP-Einstellung des BenQ SW320 steht aber ab Werk auf 1.4. Alternativ kann man nur auf den Uralt-Standard 1.1 gehen, der aber die 4K-Auflösung gar nicht liefern kann. Das geht erst mit DP 1.2 (Dez. 2009), also einem Standard, den die meisten halbwegs aktuellen Geräte unterstützen.

Richtig ärgerlich ist aber, dass man beim BenQ SW320 nur dann in das OSD gelangt, wenn er auch ein Signal erkennt. Ohne Bild kein OSD und keine Chance, das Problem über Änderung an den Einstellungen zu lösen. Durch Anschluss eines zweiten Monitors konnten wir immerhin erkennen, dass der BenQ SW320 von PC und Grafikkarte richtig erkannt und mit einem Signal versorgt wurde – nur der BenQ SW320 bekam davon partout nichts mit. Über den Anschluss via HDMI kamen wir dann immerhin doch in das OSD und konnten die DP-Einstellung ändern – leider dennoch ohne Erfolg.

Die integrierte Grafik unseres Intel Core i7 (2014) unterstützt zwar auch noch kein DP 1.4, konnte den BenQ SW320 aber dann doch auch am DP zur Bildausgabe bewegen – übrigens nur bei OSD-Einstellung auf DP 1.4 und nicht bei DP 1.1. Eine Zeitlang stabil, kam es dann regelmäßig zu Bildaussetzern. Umgekehrt gelang die Bildausgabe nach vorher gestartetem Windows 10 dann auch über die NVIDIA-Grafikkarte (GTX 960), aber nie stabil. Es ist dennoch möglich, dass der BenQ SW320 sich mit GeForce-Grafikkarten schlechter verträgt, als mit anderen.

Das „Windows 10 Creators Update“ brachte wenig Sinnvolles, dafür eine unangenehme Überraschung für BenQ SW320-Besitzer. Der BenQ SW320 unterstützt HDR, und seit dem Creators Update gibt es in den Anzeigeeinstellungen einen neuen Schalter „HDR und erweiterte Farbe“, der automatisch aktiviert wird, wenn der Monitor HDR unterstützt. HDR erfordert aber sowohl das Umschalten auf einen entsprechenden Bildmodus im OSD als auch entsprechendes Quellmaterial. Ansonsten bekommt man ein kontrastarmes, flaues Bild – oder in unserem Fall gar keines. Darauf hat bereits am 14.04. einer der BenQ-promotenden Fotografen per Eilvideo auf YouTube hingewiesen. Der Unsinn mag Microsoft geschuldet sein. Seitens BenQ einen entsprechenden Hinweis in das PDF-Handbuch aufzunehmen, wäre da aber dennoch ein nettes Zeichen von Kundenorientierung.

Aus welchen Gründen auch immer wurden beim ersten Start via HDMI die Einstellungen im Grafikkarten-Treiber auf YCbCr422 für das Ausgabeformat gesetzt, und die Einstellung für den dynamischen Ausgabebereich auf „begrenzt“. Der Ausgabebereich ließ sich auch nicht auf „voll“ erweitern. Auch das führt zu einem flauen, kontrastarmen Bild. Das Ausgabeformat sollte auf RGB gesetzt werden, und der Ausgabebereich auf voll.

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