Test Monitor BenQ SW320
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DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des BenQ SW320 angeschlossen werden, der Ton wird an den Kopfhörerausgang weitergeleitet.

Der BenQ SW320 bietet ähnlich wie der BenQ PV270 umfangreiche PiP-/PbP-Funktionen, um mehrere Quellen gleichzeitig darzustellen. Mit der Funktion „GamutDuo“ können sogar Bilder und Videos gleichzeitig nebeneinander in unterschiedlichen Farbspektren wiedergegeben und verglichen werden. Auch Gamma und Farbtemperatur können unterschiedlich gewählt werden.

Auf den ersten Blick erscheint das nicht recht sinnvoll, da man schließlich primär ein und dieselbe Quelle in unterschiedlichen Farbräumen vergleichen will. Mit einem Trick lässt sich aber genau das auch mit der PiP-/PbP-Funktion realisieren. Man schließt einfach denselben PC doppelt an unterschiedlichen Eingängen an und setzt die OS-Anzeige-Einstellung auf „Anzeige duplizieren“.

Auch bei PbP-Darstellung werden die Fenster natürlich ziemlich klein. Das Bild wird schließlich horizontal und vertikal halbiert, so dass pro Quelle nur 1/4 der Display-Fläche genutzt wird. Dank der 32-Zoll-Diagonalen des BenQ SW320 ist die Größe dennoch in einem nutzbaren Bereich. Im Hauptfenster stehen wie gewohnt alle Bildmodi/Farbräume zur Verfügung und können per Hotkey-Puck schnell durchgeschaltet werden. Im Fenster der zusätzlichen Quelle stehen die Farbräume Adobe RGB, sRGB, Rec.709 und DCI-P3 zur Verfügung.

Spannend ist die Funktion natürlich vor allem für Videos bzw. den Vergleich von Farben in nicht Farbmanagement-fähigen Anwendungen. Fotografen können dagegen z. B. in Lightroom auf die Soft-Proof-Funktion zurückgreifen. Praxistipp: Auch wenn man keinen zweiten Monitor angeschlossen hat, kann man die Funktion der Sekundäranzeige nutzen, um Proof und Realbild auch gleichzeitig nebeneinander anzeigen zu lassen. Für den Proof kann man beliebige Farbräume als Ziel wählen.

Für die normgerechte Darstellung von Filmen empfiehlt sich zwar vorrangig der Rec.709-Farbraum, also die HDTV-Norm, in der die meisten Filme gemastert sind. Der BenQ SW320 bietet aber für die Videobearbeitung auch ein DCI-P3-Preset an.

Um für Spielfilme einen stärker am Kino-Erlebnis orientieren Filmlook zu bekommen, kann man beim BenQ SW320 auch ohne weiteres den erweiterten Farbraum nutzen. Im nativen Farbraum erhält man evtl. stellenweise – vor allem in Rottönen – eine etwas überzogen wirkende Darstellung. Gut gefallen hat uns grundsätzlich das Adobe-RGB-Preset. Der DCI-P3-Farbraum ist noch mal deutlich dezenter. Wem sRGB bzw. Rec.709 zu sehr nach TV aussehen, der hat dank des erweiterten Farbraums viele Möglichkeiten, die Videowiedergabe an den eigenen Geschmack anzupassen.

Ansonsten sind die Videowiedergabe-Qualitäten typisch für ein gutes IPS-Panel und insgesamt ausgezeichnet. Auch die 24p-Wiedergabe unseres Testvideos konnte überzeugen.

Für die Anpassung an externe Zuspieler ist beim Anschluss via HDMI ein Regler zur Anpassung des Signallevels verfügbar. Eine Overscan-Option haben wir im OSD dagegen nicht gefunden (und auch nicht erwartet). Aufgrund der Display-Größe und des 16:9-Formats ist der BenQ SW320 auch sehr gut für die externe Zuspielung geeignet. Die 4K-Auflösung verträgt sich dabei dank der Skalierungsfähigkeiten des BenQ SW320 und des ganzzahligen Teilers sowohl mit herkömmlichen 1080p-Blu-rays als auch mit dem im Kommen befindlichen 4K-Material.

Bewertung



Keine Angaben
4.3

SEHR GUT

Fazit

BenQ positioniert den SW320 als „perfekten Partner für ambitionierte Fotografen“. Wenngleich wir im Test auch auf ein paar Ecken und Kanten gestoßen sind, hat sich das Gerät als echter Knüller entpuppt. Der BenQ SW320 bietet eine solide Verarbeitung und erstklassige Ergonomiefunktionen. Trotz des Gewichts und der Größe lässt sich das Display mit einer Leichtigkeit verstellen, von der sich andere Hersteller gerne mal eine Scheibe abschneiden könnten.

Die Bedienungslogik und das OSD sind zwar noch verbesserungsfähig, letzteres bietet dafür einen enormen Funktionsumfang und genügt bei den Einstellmöglichkeiten auch professionellen Ansprüchen. Die Software zur Hardware-Kalibrierung hat BenQ bereits an entscheidenden Stellen aufgebessert. Dennoch ist sie in puncto Funktionsumfang, Genauigkeit und Komfort noch weit entfernt von professionellen Lösungen à la EIZO oder NEC. Für ambitionierte Amateure und auch in vielen professionellen Fotografen-Workflows sollte sie aber dennoch ausreichen.

Bei der Bildqualität erzielt der BenQ SW320 bis auf kleine Einschränkungen bei der Bildhomogenität fast durchweg erstklassige Ergebnisse. Dank seines riesigen Displays kann der BenQ SW320 vor allem bei der Präsentation der Bilder begeistern. Die HDR-Funktion gibt dabei noch einmal einen zusätzlichen Kick, der die dargestellten Szenen tatsächlich so zeigt, wie wir sie mit freiem Auge vor Ort erlebt hätten.

Insbesondere bei der Verbindung über DisplayPort blieben doch einige Zweifel. Aber für den „Fall der Fälle“ bietet BenQ eine Garantie in Form eines 3-Jahre-Vor-Ort-Austausch-Services an. In Summe ist daher das Preis-Leistungs-Verhältnis mehr als verführerisch und beschert dem BenQ SW320 eine Empfehlung der Redaktion.

Hinweis: Nach Rücksprache mit BenQ sind keine Probleme mit dem DisplayPort-Anschlüssen bekannt. Die von uns im Test verwendeten Grafikkarten NVIDIA GTX 960 und Intel HD 4600 wurden mit dem BenQ SW320 vor Markteinführung laut Hersteller getestet und die Verbindung über DisplayPort funktionierte einwandfrei. Unser Test stellt eine Momentaufnahme dar und selbst bei einem ausführlichen Test kann der Lösung eines Problems nur mit einem vertretbaren Aufwand nachgegangen werden. Im Falle des BenQ SW320 konnten wir den Grund für die Verbindungsprobleme über DisplayPort nicht finden. Da wir das Problem nicht definitiv dem Monitor zuordnen können, haben wir auf eine Abwertung verzichtet.

Testlogo BenQ SW320

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