Test Monitor BenQ SW320
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Subjektive Beurteilung – Teil 2

Am besten gefallen hat uns der BenQ SW320 in zwei Anwendungsszenarien. Bei der (Porträt-) Retusche in Photoshop sieht man in der 100%-Ansicht (trotz der kleineren Pixel) die Auswirkung der Bearbeitung ausreichend genau, hat aber gleichzeitig noch einen enorm großen Anteil des Gesamtbildes sichtbar. Dadurch ist der Überblick, wo noch etwas zu tun ist, fantastisch, und man spart sich häufiges Raus- und Reinzoomen.

Bei der Präsentation der Ergebnisse wird man im Kundenkontakt natürlich schon alleine wegen der Größe des Gerätes ordentlich Eindruck schinden. Der BenQ SW320 eignet sich aber vor allem für Fotografen, die häufig in ansprechenden Größen drucken. Denn eine Echtgröße-Anzeige bis fast zu 60 x 40 cm bekommt man bei einem 27-Zoll-Gerät oder kleiner nicht hin. Unabhängig vom Druck begeistert der BenQ SW320 generell bei der abschließenden Bildbeurteilung bzw. Präsentation aus etwas größerem Abstand. Wer meint, bei einem kleineren Display müsse man nur näher herangehen, um denselben Bildeindruck zu bekommen, der sollte es einmal selbst ausprobieren. Durch die Relation aus größerem Abstand und gleichzeitig größerer Bildfläche bekommt man den Eindruck, live in der dargestellten Szene dabei zu sein.

Der BenQ SW320 bietet mit HDR (HDR10) noch eine nicht zu unterschätzende Zusatzfunktion. Dazu muss optimalerweise auch HDR-Quellmaterial z. B. in Form von entsprechenden HDR-Filmen verwendet werden. Wir haben sie mit normalen Fotos (Landschaftsbilder mit hohem Dynamik-Umfang) in der HDR-Emulation ausprobiert. Das führt tatsächlich zu einem echten Wow-Effekt, weil derartige Szenen dann sehr nahe an unserem Empfinden in der Realität sind. Das „normale“ Bild am kalibrierten Monitor daneben schaut dann im direkten Vergleich flau und langweilig aus. Schade nur, dass wir die Bilder so nicht so ohne weiteres zum Kunden transportieren können – außer sie kaufen auch alle den BenQ SW320.

Sound

Eingebaute Lautsprecher besitzt der BenQ SW320 nicht. Tonsignale verarbeitet das Gerät am HDMI- wie auch an den DP-Eingängen. Die Wiedergabe ist am Kopfhörerausgang möglich, an den natürlich auch externe Lautsprecher angeschlossen werden können.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des BenQ SW320 angeschlossen werden, der Ton wird an den Kopfhörerausgang weitergeleitet.

Der BenQ SW320 bietet ähnlich wie der BenQ PV270 umfangreiche PiP-/PbP-Funktionen, um mehrere Quellen gleichzeitig darzustellen. Mit der Funktion „GamutDuo“ können sogar Bilder und Videos gleichzeitig nebeneinander in unterschiedlichen Farbspektren wiedergegeben und verglichen werden. Auch Gamma und Farbtemperatur können unterschiedlich gewählt werden.

Auf den ersten Blick erscheint das nicht recht sinnvoll, da man schließlich primär ein und dieselbe Quelle in unterschiedlichen Farbräumen vergleichen will. Mit einem Trick lässt sich aber genau das auch mit der PiP-/PbP-Funktion realisieren. Man schließt einfach denselben PC doppelt an unterschiedlichen Eingängen an und setzt die OS-Anzeige-Einstellung auf „Anzeige duplizieren“.

Auch bei PbP-Darstellung werden die Fenster natürlich ziemlich klein. Das Bild wird schließlich horizontal und vertikal halbiert, so dass pro Quelle nur 1/4 der Display-Fläche genutzt wird. Dank der 32-Zoll-Diagonalen des BenQ SW320 ist die Größe dennoch in einem nutzbaren Bereich. Im Hauptfenster stehen wie gewohnt alle Bildmodi/Farbräume zur Verfügung und können per Hotkey-Puck schnell durchgeschaltet werden. Im Fenster der zusätzlichen Quelle stehen die Farbräume Adobe RGB, sRGB, Rec.709 und DCI-P3 zur Verfügung.

Spannend ist die Funktion natürlich vor allem für Videos bzw. den Vergleich von Farben in nicht Farbmanagement-fähigen Anwendungen. Fotografen können dagegen z. B. in Lightroom auf die Soft-Proof-Funktion zurückgreifen. Praxistipp: Auch wenn man keinen zweiten Monitor angeschlossen hat, kann man die Funktion der Sekundäranzeige nutzen, um Proof und Realbild auch gleichzeitig nebeneinander anzeigen zu lassen. Für den Proof kann man beliebige Farbräume als Ziel wählen.

Für die normgerechte Darstellung von Filmen empfiehlt sich zwar vorrangig der Rec.709-Farbraum, also die HDTV-Norm, in der die meisten Filme gemastert sind. Der BenQ SW320 bietet aber für die Videobearbeitung auch ein DCI-P3-Preset an.

Um für Spielfilme einen stärker am Kino-Erlebnis orientieren Filmlook zu bekommen, kann man beim BenQ SW320 auch ohne weiteres den erweiterten Farbraum nutzen. Im nativen Farbraum erhält man evtl. stellenweise – vor allem in Rottönen – eine etwas überzogen wirkende Darstellung. Gut gefallen hat uns grundsätzlich das Adobe-RGB-Preset. Der DCI-P3-Farbraum ist noch mal deutlich dezenter. Wem sRGB bzw. Rec.709 zu sehr nach TV aussehen, der hat dank des erweiterten Farbraums viele Möglichkeiten, die Videowiedergabe an den eigenen Geschmack anzupassen.

Ansonsten sind die Videowiedergabe-Qualitäten typisch für ein gutes IPS-Panel und insgesamt ausgezeichnet. Auch die 24p-Wiedergabe unseres Testvideos konnte überzeugen.

Für die Anpassung an externe Zuspieler ist beim Anschluss via HDMI ein Regler zur Anpassung des Signallevels verfügbar. Eine Overscan-Option haben wir im OSD dagegen nicht gefunden (und auch nicht erwartet). Aufgrund der Display-Größe und des 16:9-Formats ist der BenQ SW320 auch sehr gut für die externe Zuspielung geeignet. Die 4K-Auflösung verträgt sich dabei dank der Skalierungsfähigkeiten des BenQ SW320 und des ganzzahligen Teilers sowohl mit herkömmlichen 1080p-Blu-rays als auch mit dem im Kommen befindlichen 4K-Material.

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