Test Monitor BenQ V2400W
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Bildqualität

Der BenQ V2400W verwendet ein TN-Panel mit 5 ms Reaktionszeit, welche sich nochmals auf 2 ms bei Farbwechseln zwischen Grautönen reduzieren soll.

Der erste Bildeindruck mit Werkseinstellungen ist erfreulich gut. Die Farbwiedergabe ist insgesamt neutral und kann auch in Grauverläufen überzeugen. Es gibt im Auslieferungszustand keinerlei Banding, wie die ungewollte Abstufung in Farbverläufen genannt wird und auch keine Pixelfehler.

Der subjektiv neutral erscheinende Weißpunkt überzeugt auch objektiv mit einer Farbtemperatur von 6471 Kelvin bei einem zu hohen Helligkeitswert von 219 cd/m². Für die Betrachtung von Videos ist diese Helligkeit durchaus ausreichend, sollte jedoch für das Arbeiten am PC reduziert werden.

Die Maximal erreichbare Helligkeit liegt bei 248 cd/m² und verfehlt somit messerscharf die Herstellerangabe von 250 cd/m². Die minimal erreichbare Helligkeit des Monitors liegt bei unglaublichen 16 cd/m².

Wird die Helligkeit auf null gestellt, während der Kontrast auf der Werkseinstellung von 50 belassen wird, so erreicht man eine Helligkeit von immerhin 92 cd/m², was bereits keine Wünsche offen lassen sollte. Durch eine zusätzliche Verringerung der Einstellung „Kontrast“ auf null, kann man tatsächlich auf eine Helligkeit von gerade einmal 16 cd/m² gelangen.

Der vom Hersteller gewählte Kontrastwert von 50 Prozent entspricht dem Optimum. Einstellungen, die deutlich darüber liegen, führen zu einem Verschmelzen der hellsten Farbabstufungen. So wird bei einem Kontrastwert von 100 in Graukeilen oder Farbkeilen ab 80 Prozent alles mit maximaler Intensität angezeigt. In einem Graukeil geht also ein Fünftel der beinahe weißen Abstufungen verloren und wird durch weiß ersetzt.

Bei einer Kontrasteinstellung von 60 sind die Farbkeile ab 95 Prozent auf ihrem Maximalwert, es gehen also noch 5 Prozent der möglichen Abstufungen verloren. Erst mit einem Wert von 50 Prozent ist der optimale Kontrastwert erreicht.

Ein niedrigerer Kontrastwert, der bei vielen Geräten zu einem ähnlichen Effekt bei dunklen Farbabstufungen führt, sind für den BenQ V2400W kein Problem. Bei einem eingestellten Kontrast von 0 fallen maximal die drei dunkelsten Farbabstufungen zusammen. Dennoch ist kein Banding auszumachen, so dass der Kontrastregler für Werte unter 50 offensichtlich nur eine Reduzierung der Hintergrundbeleuchtung bewirkt.

Sehr erfreulich ist die Präzision, mit der der Monitor die sRGB Vorgabe von 6500K im Modus „Standard“ und mit der Farbtemperatur „Normal“ trifft, ohne dass irgendwelche Einstellungen vorgenommen werden müssen.

Blickwinkel

Wie bei allen TN-Panels ist auch beim Panel des BenQ V2400W die Blickwinkelabhängigkeit deutlich sichtbar. Angegeben mit 160° für horizontale und vertikale Betrachtungsrichtungen erreicht der BenQ V2400W in der Praxis allerdings recht gute Ergebnisse und kann sich im Vergleich zu anderen Modellen mit identischer Paneltechnologie positiv abheben.

Die vertikale Blickwinkelabhängigkeit ist zwar weniger stark ausgeprägt, als es zum Beispiel beim Samsung 2493HM der Fall ist, jedoch gerade bei Betrachtung von unten ist der Abfall des Blickwinkels deutlich sichtbar und führt zu einer Abdunkelung des Bildschirminhalts. Von oben betrachtet wird das Bild etwas heller, die Farben sind aber auch bei extremen Blickwinkeln noch gut erkennbar.

Die horizontale Blickwinkelabhängigkeit zeigt sich durch ein Abkippen von Weiß zu einem Beige, was recht gleichmäßig mit zunehmendem Blickwinkel passiert. Die Farben sind aber auch unter sehr steilen Winkeln noch hinreichend gut erkennbar.

Benq V2400w Monitor V2400w Blickwinkel
Verschiedene Blickwinkel der gleichen Szene. Betrachtet jeweils sehr steil von oben, links, rechts und unten. Zentral ist als Referenz ein Foto bei frontaler Betrachtung zu sehen.

Abgesehen von der leichten Schwäche bei einer Betrachtung von unten, kann der Bildschirm mit guten Blickwinkeln für ein TN-Panel aufwarten, die eine gewöhnliche Nutzung nicht einschränken.

Bei der Darstellung eines komplett schwarzen Bildes zeigt sich am unteren Bildschirmrand von der Mitte bis zur rechten Ecke eine Aufhellung am Panelrand. Ausgehend von dieser helleren Kante wird der schwarze Hintergrund kaum sichtbar leicht bläulich angestrahlt, insgesamt ist die Schwarzwiedergabe jedoch recht homogen und neutral.

Benq V2400w Monitor V2400w Backlightbleed
Das Foto verstärkt deutlich den tatsächlich sichtbaren Effekt: Unten rechts scheint die Hintergrundbeleuchtung minimal hindurch.

Die Homogenität der Helligkeitsverteilung wird nach einer Kalibration auf 140 cd/m² an 15 über den Bildschirm verteilten Punkten gemessen und zeigt die größten Abweichengen am linken Rand. In der oberen linken Ecke erreicht die Helligkeit noch 83 Prozent und weicht somit um 17 Prozent von der Helligkeit in der Mitte ab. Diese Abweichung fällt in einen Bereich, in dem es noch keine subjektiv sichtbaren Helligkeitsveränderungen auf dem Bildschirm gibt.

Benq V2400w Monitor V2400w Helligkeitsverteilung
Die Homogenität der Hintergrundbeleuchtung des BenQ V2400w ist gut.

Reaktionsverhalten

BenQs Version des Overdrives, welche gerade bei bewegten Bildern die verbliebene Trägheit des bereits schnellen Panels ausgleichen und somit zu einer verbesserten Wiedergabe führen soll, nennt sich AMA.

Anhand eines bewegten farbigen Objektes mit hinreichen großen einfarbigen Flächen kann man die Wirkungsweise recht deutlich zeigen. In diesem Testbild bewegt sich das Fünfeck von links nach rechts. Hinter den schwarzen Umrandungen sieht man einen leichten Schatten, der durch die Trägheit der einzelnen Bildpunkte erzeugt wird, die kurzzeitig schwarz waren und noch nicht den endgültigen neuen Farbwert erreicht haben.

Benq V2400w Monitor V2400w Overdrive Ama Off
Der Schatten links neben den schwarzen Begrenzungslinien zeigt die trägen Pixel. Das Fünfeck wandert nach rechts.

Schaltet man AMA, also Overdrive, ein, so wird durch eine gezielte kurzzeitige Übersteuerung der Pixel versucht den endgültigen Farbwert schneller zu erreichen.

Das Overdriveverfahren von BenQ schießt hierbei allerdings über sein Ziel hinaus. So sind die Pixel linksseitig nicht nur zu hell, es werden sogar die Pixel rechtsseitig vorzeitig abgedunkelt. Der Kontrast an der Linie wird dadurch zwar erhöht, aber der helle linksseitige Saum wirkt störender als der zuvor gesehene Schatten. Zudem ist der nun rechtsseitige Schatten eine schwache Version des Effekts, den man mit Overdrive eigentlich vermeiden wollte. Den hellen Farbsaum nennt man auch Koronaeffekt, eine Art helles Nachleuchten an dunklen Kanten.

Grundsätzlich ist das TN-Panel schnell genug und nur die wenigsten Nutzer benötigen den zusätzlichen Leistungsschub wirklich. Aus unserer Sicht erzielt man mit der Zuschaltung von AMA keine sichtbare Verbesserung der Bildqualität.

Benq V2400w Monitor V2400w Overdrive Ama On
Mit Overdrive wird aus dem Schatten ein heller Saum.

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