Test Monitor Eizo CG222W
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Unschöne Verfärbungen bleiben bei moderaten Blickwinkeln gering und sind auch aus extremeren Winkeln auf niedrigem Niveau. Das Bild verliert fast nur an Kontrast. Ein Umschlag der Darstellung ins Negativ, der bei TN-Panels ab einem gewissen Winkel in der Vertikalen auftritt, bleibt aus.

Allerdings ist ein leichter „Gamma-Shift“, typisch für VA-Panels, zu beobachten. Bei Betrachtung eines Bildes in der Mitte des Bildschirms und im Vergleich dazu an den Seiten, kommt es dort zu einer leichten Aufhellung (d.h. das Gamma sinkt), sofern der Sichtwinkel unverändert bleibt. Es handelt sich hierbei um einen reinen Blickwinkeleffekt, der nicht durch ein anliegendes Messgerät erfasst werden kann. Bei einem Bildschirmgamma von 2,2 konnten wir mit geeigneten Testbildern etwa ein Gamma von 1,8-1,9 an den Rändern ausmachen. Im zentralen Blickfeld, in dem man meist arbeiten wird, fällt der Effekt deutlich geringer aus.

Ausmessung und Kalibration

Wir haben im Folgenden den Eizo CG222W bezüglich seiner Farbechtheit überprüft und getestet, wie gut sich der TFT-Monitor kalibrieren lässt. Die Ergebnisse sind hauptsächlich für die Grafik- und Fotobearbeitung interessant. Für den Office-Betrieb und Spiele sind sie größtenteils vernachlässigbar, da bei diesen Anwendungen der subjektive Eindruck überwiegt.

Zunächst haben wir den maximalen Farbraum des TFTs ermittelt und einerseits mit dem Druckfarbraum Isocoated und andererseits mit den Farbräumen sRGB, AdobeRGB und ECI-RGB 2.0 verglichen.

Farbraumvergleich

sRGB ist gewissermaßen der kleinste gemeinsame Nenner für das Zusammenspiel verschiedener Eingabe und Ausgabegeräte im Consumerbereich. Zudem geht Windows von sRGB aus, wenn zu einem Gerät oder einer Grafikdatei kein Farbprofil vorliegt.

Viele Farbdrucker arbeiten auf Normalpapier mit dem sRGB-Profil. Auch deshalb ist der sRGB-Farbraum im Gegensatz zum Isocoated-Druckfarbraum für „Normalanwender“ von Bedeutung.

Interessant ist der Vergleich zum Isocoated-Farbraum des Offset-Drucks, da dieser in der Regel dem Mindesten entspricht, was aktuelle Tintenstrahldrucker bewältigen können. Viele moderne Tintenstrahldrucker und Druckverfahren decken darüber hinaus einen noch größeren Bereich ab.

Isocoated: 98 % Abdeckung

Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w Iso1
Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w Iso2
Dreidimensionaler Vergleich des Monitor-Farbraums (schwarze Linie) mit dem Referenzfarbraum „Isocoated“ des Offset-Drucks (weiße Linie).

Weiterhin haben wir ermittelt, wie gut der Eizo CG222W verschiedene Farbräume abdeckt. Wichtig für Normalbenutzer ist die sRGB-Abdeckung. AdobeRGB ist hingegen für Grafiker und Fotografen von Interesse, ebenso wie ECI-RGB 2.0.

Erläuterung der 3D Ansichten: Das schwarze Netz stellt den jeweiligen Standard-Farbraum dar, das weiße den Monitorfarbraum. Die tatsächliche Schnittmenge beider Farbräume macht der bunte Würfel kenntlich. Der Monitorfarbraum kann den tatsächlichen Farbraum dann nicht mehr darstellen, wenn das schwarze Netz aus dem Würfel herausragt. Wenn der Monitorfarbraum größer ist als der jeweilige Standardfarbraum, so ragt das weiße Netz aus dem Würfel heraus.

sRGB: 100 % Abdeckung

Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w SRGB1
Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w SRGB2
AdobeRGB: 90 % Abdeckung
Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w ARGB1
Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w ARGB2
ECI 2.0: 80 % Abdeckung
Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w Eci1
Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w Eci2
 

Der Isocoated-Farbraum wird mit 98 Prozent nahezu vollständig abgedeckt. Da der sRGB-Farbraum faktisch komplett vom Monitorfarbraum eingeschlossen wird, ist, bei korrektem Monitorprofil, eine sehr exakte Darstellung von entsprechenden Inhalten unter farbmanagementfähiger Software möglich.

Die Abdeckung von AdobeRGB ist mit rund 90 Prozent geringfügig kleiner als die Werksangabe von 92 Prozent. Andere Bildschirme mit WCG-CCFL Backlight erreichen hier oft etwas größere Schnittmengen. Das Ergebnis ist dennoch völlig ausreichend, um in AdobeRGB vernünftig arbeiten zu können. Um das zu verdeutlichen, haben wir die im Profil erfassten Primärvalenzen mit den Sollwerten für AdobeRGB in Lab (D50) verglichen und das DeltaE94 ermittelt:

Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w Abgleich
Vergleich der Primärvalenzen für AdobeRGB mit den im Monitorprofil erfassten Werten.

Die Abweichungen sind also geringer, als es der Farbraumvergleich unter Umständen suggeriert.

ECI-RGB wird zu 80 Prozent abgedeckt. Je nach Rendering-Intent und/ oder Bildinhalt, wird man eine entsprechende Kompression, oder Clipping nicht vermeiden können. Allerdings sind deutlich größere Abdeckungen, zumindest bei Bildschirmen mit CCFL-Backlight, eher selten.

deltaE Abweichung

Erläuterung der deltaE Abweichung: Die Abweichung der Farbwerte wird in deltaE 94 (dE) angegeben. Gemessen werden mehrere Grauabstufungen, die primären (RGB) und die sekundären (CMY) Grundfarben. Ein deltaE Wert von 1 entspricht dem kleinsten Farbunterschied, den das menschliche Auge wahrnehmen kann. Bei den Farben erkennen die meisten Menschen ab einem Wert von 3 einen Unterschied. Unsere Augen sind allerdings für Grüntöne besonders empfindlich, so dass bei diesen bereits kleinere Unterschiede wahrgenommen werden. Die durchschnittliche Abweichung sollte unter 3 dE liegen, das Maximum unter 10 dE, besser unter 6 dE. Bis 10 dE haben zwei Farben aber noch genügend Ähnlichkeit zueinander.

Vergleich der Werkseinstellung mit dem sRGB Standard

Werkseinstellung sRGB-Standard Erreicht
6500 4386
140 66
0,00 0,12
Nativ 549
sRGB (~2,2) 2,15
Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w Standard Zu Srgb
 

In der Werkseinstellung fällt zunächst der doch sehr niedrige Weißpunkt von rund 4400 Kelvin auf, der für die meisten Einsatzbereiche und -umgebungen unpassend ist. Die Helligkeit ist mit 66 cd/m² ebenfalls auf sehr niedrigem Niveau, entsprechend gut fällt der Schwarzpunkt mit 0,12 cd/m² aus.

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