Test Monitor Eizo CG222W
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Hardwarekalibrierung mit Color Navigator

Mit Color Navigator stellt Eizo dem CG222W eine umfangreiche Software für die Hardwarekalibrierung zur Verfügung. Eine Verbindung per USB ist erforderlich, die notwendigen Daten werden nicht per DDC/CI über die DVI-Schnittstelle übertragen.

Konzept und Aufbau von Color Navigator gefallen auf Anhieb und ermöglichen ein intuitives Arbeiten, ohne sich aufwändig einarbeiten zu müssen.

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Color Navigator nach dem Start.

In vier Schritten erstellt der Benutzer ein Kalibrierungstarget, auf dessen Grundlage der Monitor kalibriert wird. Im Anschluss findet dann die Profilierung statt. Zwischen den kalibrierten und profilierten Targets kann problemlos gewechselt werden.

Im ersten Schritt entscheidet man sich für den Farbraum. In den meisten Fällen wird man jedoch den nativen Gerätefarbraum unangetastet lassen. Das gilt insbesondere dann, wenn mit unterschiedlichen Quellfarbräumen gearbeitet werden soll.

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Die Farbraumemulation ist ein mächtiges Feature und erlaubt es, den Monitorfarbraum einzuschränken. Als Grundlage kann ein bestehendes Profil dienen, aus dem Primärvalenzen, Weißpunkt und Gradation „extrahiert“ werden. Eine manuelle Eingabe in CIE xy Koordinaten ist ebenfalls möglich. Solange die Primärvalenzen innerhalb des Monitorfarbraums liegen, funktioniert die Farbraumemulation perfekt.

Wird das sRGB-Profil als Vorlage ausgewählt, verhält sich der Eizo CG222W nach der Kalibrierung wie ein Display mit diesem Gerätefarbraum. Auch in ungemanagten Anwendungen ist somit eine korrekte Darstellung möglich. In farbmanagementfähiger Software profitiert man, je nach Situation, von einem erhöhten Tonwertumfang, da die entsprechenden Korrekturen in der 12-Bit Monitor-LUT realisiert werden.

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Monitorfarbraum nach sRGB-Emulation im Vergleich zu sRGB.

Helligkeit und Weißpunkt werden im nächsten Schritt festgelegt. Die Einstellung erfolgt per Schieberegler oder direkter Eingabe der CIE xy Koordinaten. Mit geeignetem Colorimeter ist u.a. auch eine Umgebungslichtmessung möglich, deren Ergebnis dann als Zielweißpunkt verwendet wird.

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Als vorletzte Option kann der Benutzer den Schwarzwert bestimmen. In der Regel wird man hier das mögliche Minimum wählen, d.h. die Option nicht nutzen.

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Sofern kein Profil für die Farbraumemulation ausgewählt wurde, kann man am Ende das gewünschte Gamma bestimmen. Der Wertebereich erstreckt sich von 1,0 – 2,6 in Schritten von 0,1. Zusätzlich ist die LStar-Charakteristik möglich. Das sRGB-Gamma kann aber nur im Rahmen der Farbraumemulation erreicht werden.

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Im Test überzeugt das Arbeiten mit Color Navigator genauso, wie die erzielten Ergebnisse. Kalibration und Profilierung gehen unkompliziert und schnell von der Hand. Wir können an dieser Stelle natürlich nicht auf alle Features eingehen. Ein Profiltest ist beispielsweise auch vorhanden.

UGRA-Test

Abschließend haben wir den Eizo CG222W auf die Vorgaben der UGRA kalibriert (5800K, Gamma 1,8), um seine Tauglichkeit für die digitale Druckvorstufe/Softproof zu bestimmen. Der Eizo CG222W erreicht hier schon per Softwarekalibrierung ein sehr gutes Ergebnis, für das nur wenig in die Grafikkarten-LUT eingegriffen werden musste. Entsprechend hoch fällt der Tonwertumfang aus. Per Hardwarekalibrierung werden sich die Ergebnisse noch leicht steigern lassen.

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Der ausführliche UGRA UDACT Report für die Softwarekalibrierung kann als PDF Datei heruntergeladen werden.

Interpolation

Der Eizo CG222W verfügt über eine ausgereifte Lösung zur Skalierung. Die geht qualitativ deutlich über einfaches Pointsampling hinaus, das immer noch viele Bildschirme zur Skalierung, ungeachtet des Quellseitenverhältnisses, nutzen. Bei Zuspielung durch den PC ist man also grundsätzlich nicht darauf angewiesen, die Skalierung von der Grafikkarte übernehmen zu lassen.

Die folgenden Bilder geben einen groben Eindruck über die Qualität der Skalierung wieder. Der Schärferegler stand auf Stufe 3 (Regelungsbereich bei nicht nativer Zuspielung: 1 – 5). Dies entspricht der Werkseinstellung. Der Abstand der Kamera zum Bildschirm ist stets identisch und es wird immer seitengerecht auf Vollbild skaliert.

Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w 1050a
Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w 1024a
Links Auflösung 1.680 x 1.050 und rechts Auflösung 1.280 x 1.024.
Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w 960a
Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w 768a
Links Auflösung 1.280 x 960 und rechts Auflösung 1.024 x 768.

Um die Skalierung in Spielen zu verdeutlichen, haben wir identische Auflösungen in „Civilization IV – Beyond the Sword“ genutzt:

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Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w 1024b
Links Auflösung 1.680 x 1.050 und rechts Auflösung 1.280 x 1.024.
Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w 960b
Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w 768b
Links Auflösung 1.280 x 960 und rechts Auflösung 1.024 x 768.

Bildschärfe

Mit dem Schärferegler kann man die Skalierung beeinflussen. Fünf Stufen stehen zur Verfügung, von der die Mittlere (3) als Default-Einstellung genutzt wird. Mit dieser Einstellung sind bereits leichte Doppelkonturen sichtbar, die in den letzten beiden Stufen noch einmal verstärkt werden. Insbesondere für textlastige Darstellungen kann man ruhig noch eine Stufe reduzieren.

Am Beispiel der Auflösung 1.024 x 768 haben wir die Ergebnisse der Stufen 1 – 5 bildhaft dokumentiert:

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Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w Schaerfe2
 
Eizo Cg222w Monitor Eizo Cg222w Schaerfe3
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Im direkten Vergleich mit dem Eizo SX3031W fällt die Skalierung des CG222W erstaunlicherweise ab. Dies äußert sich besonders bei der Textdarstellung. Hier zeigt der CG222W eine erste wirkliche Schwachstelle. Mit einer Skalierung über die Grafikkarte wird man in den meisten Fällen ein besseres Resultat erzielen.

Auflösungen mit einem Seitenverhältnis von 4:3 oder 5:4 können seitengerecht angezeigt werden. Eine pixelgenaue Darstellung mit entsprechenden Rändern an allen Seiten ist ebenfalls möglich.

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