Test Monitor Eizo CG2730
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Color Navigator 6

Hardware-Kalibration

Color Navigator wurde von EIZO konsequent zu einem mächtigen Kalibrationswerkzeug weiterentwickelt, ohne die Bedienbarkeit zu beeinträchtigen. Der Benutzer definiert zunächst ein Ziel und stößt dann die Kalibration an. Zwischen bereits kalibrierten Zielen kann später einfach per Mausklick gewechselt werden. Die flexible Farbraumemulation ist in diesen Ablauf voll eingebunden.

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Wir beschreiben nachfolgend kurz den Ablauf für das Anlegen eines neuen Ziels mit manueller Eingabe der Daten. Alternativ können bereits vorhandene Ziele verändert sowie farbmetrische Zieldaten aus ICC-Profilen ausgelesen oder durch verschiedene Messungen ermittelt werden.

1. Farbumfang: In einer Farbmanagement-fähigen Umgebung wird man meist auf Basis des nativen Monitorfarbraums arbeiten wollen. Das maximiert die Flexibilität. Andernfalls können die farbmetrischen Daten der Primärfarben aber aus einem ICC-Profil extrahiert oder durch Vorgabe der xy-Normfarbwertanteile festgelegt werden.

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2. Leuchtdichte und Weißpunkt: Der Benutzer kann zwischen verschiedenen Voreinstellungen in Kelvin (Referenz: Tageslichtstrahler, Lichtart D) und der individuellen Definition in xy-Normfarbwertanteilen wählen.

Leider ist die Leuchtdichte auf 200 cd/m² begrenzt (alternativ wird gleich das Maximum gewählt). Das reicht aber immer noch völlig aus, um beispielsweise die in ISO 3664 definierte „praktische Abmusterung“ (ISO Viewing Condition P2) in Verbindung mit einer Proof-Simulation umzusetzen. Der geforderten Beleuchtungsstärke von 500 Lux für die gedruckte Referenz entspricht eine Leuchtdichte von rund 160 cd/m².

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3. Schwarzpegel: Der Schwarzpegel kann auf Wunsch definiert angehoben werden.

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4. Tonwertkurve und Graubalance: Für die Kalibration stehen zunächst Gamma-Tonwertkurven (1.0 bis 2.6) und die L*-Charakteristik zur Verfügung. Obwohl über das OSD inzwischen eine Auswahl der sRGB-Tonwertkurve möglich ist, verzichtet Color Navigator auf diese Option. Individuelle Tonwertkurven können aber durch die Vorgabe eines geeigneten ICC-Profils – alle weiteren Parameter lassen sich dennoch flexibel anpassen – oder das Laden einer Textdatei (CSV) mit entsprechenden Zuordnungen definiert werden.

Die Auswahlmöglichkeiten unter Priority steuern den Kalibrationsvorgang. Mit der Einstellung Contrast wird nur der Weißpunkt auf Basis konkreter Messwerte angepasst. Notwendige Korrekturen in den Mitteltönen werden vom Scaler berechnet. Standard optimiert Graubalance und Tonwertkurve, hebt den Schwarzpegel aber nicht an. Durch eine Entscheidung für Gray balance wird die maximal mögliche Neutralität erreicht. Das bedingt die Anhebung des Schwarzpegels, um Farbstiche auch in den absoluten Tiefen zu vermeiden.

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5. Targetname und -typ: Abschließend wird ein Name für das Kalibrationsziel vergeben. ICC-Profile können als v2- oder v4-Typ gespeichert werden. CLUT-Profile werden nicht generiert (nur Shaper/Matrix). Angesichts der ausgezeichneten Linearität ist das verschmerzbar, zumal die Charakterisierung optional den tatsächlichen Schwarzwert des Monitors widerspiegelt.

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6. Das Ziel wird nun mit einem der zur Verfügung stehenden Messgeräte kalibriert. Dem schließt sich die Profilierung an.

Prüfwerkzeuge

Nach Abschluss von Kalibration und Profilierung kann eine Qualitätskontrolle durchgeführt werden. Im Zuge der Profilvalidierung lassen sich beliebige RGB-Testformen erstellen. EIZO offeriert auch zwei Voreinstellungen, von denen eine die in ISO 12646 definierten Anforderungen umsetzt. Die farbmetrischen Daten der angezeigten Farbfelder werden dann mit den Maßzahlen verglichen, die sich aus entsprechenden Transformationen auf Basis des Monitorprofils ergeben. Dieser Soll-Ist-Vergleich zeigt, wie gut das Kalibrationsziel erreicht und wie präzise die aktuelle Charakteristik im Profil erfasst wurde.

Mit dem EIZO CG2730 – sowie allen aktuellen Monitoren der CG-Reihe – können an dieser Stelle aber auch CMYK-Ziele vermessen werden. Für die Anzeige der Farbfelder wird auf externe Software zurückgegriffen. Daher muss Adobe Photoshop (ab CS1) oder Adobe Acrobat (ab Version 7) installiert sein. Die eigentliche Messung erfolgt, nach manuellen Voreinstellungen durch den Benutzer, vollautomatisch. Dabei wird stets auf eine Softproof-Anzeige mit Papierfarbensimulation zurückgegriffen. Die Messwerte können nach einer Weißpunkt-Adaption so direkt mit den Sollwerten verglichen werden.

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CMYK-Validierung über Adobe Photoshop

Achtung: Sofern nicht mit D50 als Weißpunkt kalibriert wurde, muss ein Kontrollkästchen für die entsprechende Adaption nun explizit aktiviert werden.

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Aktivierung des Kontrollkästchens, wenn nicht auf D50 kalibriert wurde

Farbraumemulation

Zur Konfiguration der Farbraumemulation wird der gewünschte Farbumfang über die xy-Normfarbwertanteile der Primärfarben festgelegt. Alternativ können die Daten aus einem ICC-Profil ausgelesen werden. Damit wird auch die vorgesehene Tonwertkurve übernommen. Die Einstellung Gamut Clipping erzwingt eine farbmetrische Transformation. Out-of-Gamut-Farben werden dann auf die Farbraumgrenze verschoben.

Um auch in Farbmanagement-fähigen Anwendungen – hier wird man in der Regel allerdings ohne monitorinterne Farbraumemulation kalibrieren – eine möglichst korrekte Darstellung zu garantieren, spiegelt das ICC-Profil nun die Emulationscharakteristik auch dann wider, wenn der tatsächliche Monitorfarbraum kleiner ist.

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Eine tendenziell noch präzisere – in jedem Fall aber komfortablere – Variante setzt bei EIZO als notwendige, aber nicht hinreichende Bedingung eine programmierbare 3D-LUT voraus, über die der CG2730 nicht verfügt. Die Farbraumtransformationen können in diesem Fall über ein CMM vorberechnet und dann an den Scaler übertragen werden. Zu diesem Zweck wählt der Benutzer das gewünschte Emulationsziel in Form eines ICC-Profils aus und weist es einer bereits durchgeführten Kalibration zu. Solange deren Charakterisierungsinformationen stimmig sind, erfolgen die Umrechnungen sehr akkurat und mit spezifiziertem Rendering-Intent. Im gleichen Größenbereich unterstützt der CG277 diesen bewährten Ablauf. Das gilt auch für die Möglichkeit, Transformationen in Drittanbieter-Software zu erzeugen und einzubinden. Diese Variante ist vor allem für professionelle Benutzer im Videobereich interessant. Der CG2730 wurde dagegen klar mit Fokus auf die grafische Industrie lanciert.

Nachfolgend haben wir die Farbraumemulation aus Color Navigator heraus für die Simulation von sRGB, Adobe RGB und ECI-RGB v2 mit aktiviertem Gamut-Clipping genutzt. Die Messungen gegen den jeweiligen Arbeitsfarbraum werden ohne Farbmanagement durchgeführt. Ein CMM kommt also nicht zum Einsatz.

5 KOMMENTARE

  1. „Why don’t you mentions in your tests if a monitors is tur 10-bit or, like most of them (even all 24″ and 27″ Eizo CG & CS monitors !), ‚only‘ 8-bit plus dithering?“

    @strawbale: The visual difference is negligible. But I mentioned the used panel. In the case of this product lineup, a FRC stage would be always implemented to maintain the full advantage of the high internal bit depth of the Scaler pipeline.

    In addition to that, the Panasonic 8bit/10bit IPS panel range (10bit LVDS, 8bit panel driver), is ahead even of true 10bit competitor’s panel range.

  2. (sorry for writing in English – you can reply in German)

    Thank you for all your great tests – very useful, also for people outside Germany!

    A few questions:

    Why don’t you test 10-bit monitors with a 10-bit graphic card in your system?

    Why don’t you mentions in your tests if a monitors is tur 10-bit or, like most of them (even all 24″ and 27″ Eizo CG & CS monitors !), ‚only‘ 8-bit plus dithering?

  3. Es bedarf ZWEIER Maßnahmen um die Standby Stromaufnahme wirksam zu begrenzen:
    1. Deep-Sleep im Administrator-Menue aktivieren

    UND

    2. USB Upstream zum PC kappen

    Nur beide Maßnahmen zusammen führen zu Erfolg!

    Da frage ich mich schon, ob es nicht sinnvoller ist einfach den physikalischen Ein/Aus-Schalter zu verwenden, auch wenn er etwas fummelig von vorne nur zu erreichen ist.

  4. Bei meinem CG2730 verhält sich der Standby Stromverbrauch wie folgt:
    Soft OFF -> 9,5W (sehr viel!!!)
    OFF (Schalter Monitor Rückseite) -> =0,0W (gut!)
    Schalter wieder auf ON -> Soft OFF jetzt aber 8,5W (woher kommt der 1W Unterschied???)

    Einen Unterschied ob der CG2730 am PC USB angeschlossen ist oder nicht, kann ich nicht messen!

    Hat Eizo das Power Management des CG2730 zwischen Juli und Oktober verändert?

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